Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 23 (1.6.1846)
- Date
- 1846-06-01
- Page
- Seite 344 (sequence 16)
- Language
- German
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344 mache; ich bin in diesen Blättern schon öfters bei meiner eignen Ehre angetastet worden, noch nie aber habe ich eine Feder dagegen ergriffen, nur zur Rettung der Ehre des weitberühmten Herrn Hamburger dessen Schüler ich mich nenne, mache ich unter Hinweisung auf Midrasch Raba in?:,nn ib rna«» pDb busa ,12 's m»® '0 nvnspfi •’M diesmal eine Ausnahme. Es ist von Dr. Einhorn eine unerhörte Frivolität seinen Lehrer, diesen weltberühmten Mann, der 30 Jahre lang an der Spitze der jüdischen Hochschule zu Fürth gestanden, und nebst dem unentgeldlich ertheilten Unterrichte noch in pekuniärer Beziehung für das allgemeine Wohl der Schüler Sorge getragen, dessen Schüler alle Rabbiner Baierns und auch viele des Auslands sind, in einem öffentlichen Blatte der nichtswürdigen infamen Lüge und der frechen Verleumdung zu zeihen, und zwar ganz ungerechter Weise. Herr Hamburger hat in seinem religiösen Eifer auf eine von den Vorstehern der israelitischen Gemeinde zu Schwerin an Ihn gestellte Frage: ob vr. Einhorn würdig sei, bei einer friedseligen religiösen Gemeinde als Rabbiner angestellt zu werden, verneinend geantwortet, und dabei als Beleg sich auf die im vorigen Jahre statt gehabte sogenannte Rabbinerversammlung, deren Protokolle nunmehr in Druck erschienen sind, hingewiesen, und aus der abgegebenen Meinung des 1)r. Einhorn das Resultat seines unverkennbaren Charakters und seiner Gesinnungen geschöpft. Allerdings aber bestätigt sich durch die von Einhorn in gedachtem Protokolle Seite 74 und 75 abgegebene Erklärung, daß derselbe an einen persönlichen Messias und an die Erbauung des heiligen Tempels nicht glaube, daß er sich vielmehr Seite 121 zu der Zerstörung des letztem und zur Aufhörung der Opfer gratulire, daß er sogar das 3. Buch Moses „mit seinen blutigen Opfern", verspottet, mithin auch dadurch zeigt, daß er ein tpsn bnian naram anan« rrnnn isniD *) sei. Allerdings läßt sich von einem solchen Neologen zuverlässig behaupten, daß, wenn er einer religiösen Gemeinde vorsteht, er die innere und äußere Ruhe und den Frieden aus derselben verscheucht. Ebenso muß es aber auch wahr sein, daß sich dieser Einhorn die erhaltene Morena von dem Rabbinate zu Fürth nur durch Heuchelei erschlichen habe, denn ein jeder Sachkundige muß aus seinen Zitaten, die er aus dem Talmud herbeiruft, erkennen, daß er entweder die einfachsten Stellen in demselben nicht verstehe, mithin ein ‘vna:* i-fo sei, oder, daß er solche mit Arglist verdreht und verfälscht, in beiden Fällen aber ist ec einer Morena ganz unwürdig und es bedarf wahrhaft keiner weitläufigen Erörterung, daß dieser so wie alle seine Kollegen, die mit ihm gleiche Meinung theilen, zur Vornahme der Trauung, Chaliza, Ehescheidung rc. unfähig seien, wie dieses bereits auch aus der Erklärung der 116 Rabbiner hervorgeht; ich glaube, daß diese Erklärung hinreichend sein dürfte meinen hochwürdigen Herrn Lehrer vor aller Welt gerechtfertigt und mich meiner Pflicht entledigt zu haben, auch daß nicht mein Herr Lehrer in seinem hohen Alter als infamer Lügner und frecher Verleumder dastehe. Dies würden auch mehrere meiner gleichgesinnten Amtsbrüder gethan haben, wenn sie es nicht für überflüssig hielten. Nach dieser abgegebenen Erklärung möge nun das Publikum richten, aber auch der höchste Richter wird zu seiner Zeit richten! Schwab ach, im Monat Mai 1846. Abraham Wechsler, Distrikts-Rabbiner. Empfehlung. Bei der bevorstehenden Badesaison beehrt sich Unterzeichneter den verehrlichen israelitischen Badegästen, seine sehr zweckmäßig eingerichtete Speisewlrthschast zu empfehlen. Ich werde für gute Speisen und Getränke, so wie für gute Bedienung alle mögliche Sorge tragen und wird jeden Mittag table d’höte und Abends a la carte gespeist. David Hartmann, israelitischer Speisewirth in Bad Kiffingen. Literarische Anzeigen. Durch alle deutsche Buchhandlungen ist zu beziehen: Kleiner Katechismus der israelitischen Religion. Von vr. Ludwig Philipps««, Rabbiner. Preis 2'/z Ngr. (2gGr.). Gebunden 3Ngr. 8 Pf. (SgGr.). *) Siehe Maimon. Hilchot Mamrim §. I. zum Ab III. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Harfenklänge der heiligen Vorzeit. Ein Schul- und Haus-Lesebuch über alle Theile der heiligen Schrift alten Testaments. Aus den besten Bearbeitungen der deutschen Klassiker, gesammelt von vr. H. Jolowiez. 15 Bogen gr. 8. broch. 15 Ngr. Druck von I. B. Hirfchfeld.