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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-05-11 · Heft 20 (11.5.1846) · p. Seite 290

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 20 (11.5.1846)
Date
1846-05-11
Page
Seite 290 (sequence 2)
Language
German
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290 den amerikanischen hsrtn •'Iüiü behelligt werden. — In dev: Synagogr ist eine strenge Ordnung , gestützt auf die Werbrdnungen des Orach Chajim, eingeführt; ein Chor wird organisirt, und nächsten Pesach werden wir zum ersten Mal die wiener Synagogengesänge hören. — Die Predigt wird regelmäßig jeden Sabbat gehalten; statt des wiian ■jmm, der in unserer gottgesegneten Republik ganz unstatthaft ist, ist ein neuer ■pi*) eingeführt; Trauungsreden kommen wöchentlich fast drei Mal vor; Grabreden bei wichtigen Fällen; und so hoffe ich, mit Gottes Hülfe, die jungen Gemeinden dahier bald in den Stand zu bringen, daß sie in Allem, was unsere heilige Religion betrifft, sich bald mit den bestorganisirten der alten Welt vergleichen können. Die Vorstände sind von dem besten Geiste beseelt, und bieten zu Allem, was nur immer möglich ist, freudig die Hand, und die Gemeinden freuen sich des allmäligen Gelingens. Dr. Lilienthal. Frankreich. Straßburg, 16. April. (Privatmitth.) Die zweite Nummer der „la pure verite“ ist gestern ausgegeben worden. Sie spricht sich zuerst über die Geschenke an den Geistlichen bei Trauungen, Konfirmationen ic. aus, so wie über die von Schächtern bei ihrer Prüfung erhobene Steuer, und will diese abgeschafft haben. In einem Supplement theilt sie aber einZirkulärschreibcn der Großrabbiner von Metz und Kolmar, der Herren Goudchaux und Lambert, vom 31. März mit, welches als ein Zeichen der Zeit wol nicht in der A. Zeit. d. Jud. fehlen darf. Cs hebt mit dem, hier am Wenigsten passenden Motto aus Maleachi 2, 10. „Haben wir nicht Alle einen Baker rc." an und lautet in getreuer Uebersetzung folgendermaßen: „Theure Brüder in Israel! „Der Ehrgeiz, der Eigennutz und die Vergnügungssucht haben gottlose Waffen geschmiedet und unter ihr Banner eine ungläubige, des religiösen Joches ungeduldige Masse gesammelt, um gegen unsre heilige Religion zu marschiren, gegen die Religion, welche Gott selbst Israel offenbart hat, und welche uns unsere Väter übergeben haben, umringt von der Achtung und Ehrfurcht der Jahrhunderte." „Neue Apostel sind auch erstanden. Geführt vom Interesse und verblendet durch den Ehrgeiz, verrathen .sie ihr heiliges Amt, und verändern das geheiligte Pfand, das zwischen ihren Händen ist. Alles ihrem Ehrgeize opfernd, selbst jedes Gefühl der Anständigkeit, untergraben sie einerseits die Autorität des Talmuds, während sie andrerseits und im selben Augenblicke in ihren Schriften und in ihren, in der Versammlung der Gläubigen ausgesprochenen Reden sich für die glühendsten Anhänger unsrer heiligen Religion ausgeben. Sich stark glaubend durch die verbrecherische (sacrilege) Hülfe dieser falschen Religionsdiener, zweifeln die Gegner unsres alten Glaubens nicht mehr an ihren Erfolg, und in ihrer extremen Voraussetzung singen sie schon das Triumphlied der Gottlosigkeit und des Abfalls von der Religion. Obgleich es uns widerspricht, uns den Dienern einer Religion der Liebe und der Eintracht, öffentlich die Jrrthümer unserer Brüder kund zu thun, so gestattet uns doch das Interesse der Religion, und das ihres Heiles, das uns so sehr am Herzen liegt, nicht länger in einem Stillschweigen zu verharren, welches für eine stille Billigung der Manoeuvres des Unglaubens gehalten werden könnte, noch in einer Unthätigkeit, welche die Verwüstungen der Gottlosigkeit auf dem Gebiete der Religion erleichtern würde. Es ist wahr, daß schon eine imposante Mehrheit der Rabbinen Europa's sich gegen diese verderblichen Versuche erhoben hat; aber ihre Stimme konnte nur zu einer kleinen Zahl von Gläubigen gelangen. Aber es liegt jetzt daran, daß jeder Israelit aufgeklärt werde über das Betragen derer, welche unter dem anspruchsvollen Namen von Reformatoren, Progressisten, die Gottlosigkeit und die Jrreligion predigen, und unter dem heuchlerischen Vorwanbe, unsere Religion imposanter und schöner zu machen, sie nur den Vortheilen und Genüssen des materiellen Lebens opfern wollen. Deshalb wenden wir uns von Neuem an Euch, theure Brüder in Israel, und geben Euch hier ein kurzes Resumo der Grundprinzipien der israelitischen Religion, so wie sie im Talmud verzeichnet sind, und so, wie unsere Väter sie beobachtet haben: 1) Das göttliche Gesetz ist unveränderlich und ewig, wie der, von dem es emanirt; weder die Zeit, noch die Verhältnisse können es verändern, noch weniger aufheben.

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