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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-04-27 · Heft 18 (27.4.1846) · p. Seite 271

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 18 (27.4.1846)
Date
1846-04-27
Page
Seite 271 (sequence 15)
Language
German
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271 ewigen Seligkeit erbittend. Seine Worte sind wie Zeuerflammen, ruft ein späterer Moralist. — Ihm folgte Ln der Betrachtung R. Isaak ben Jehuda, ein großer Dichter und Kenner griechischer Wissenschaft. Eine Probe seiner Leistungen, bestehend in einem Gebete für das Passahfest, zeigte von großer Gewandheit im poetischen Ausdrucke und diente zugleich als Beleg für die Fruchtbarkeit des Stoffes, welche die Geschichte der Juden der Dichtkunst darbot. Nach diesem Dichter führte uns der Redner den als Autorität für das. praktische Religiöse durch seine Halachoth bedeutenden Rabbi Isaak Alfasi vor und erzählte uns von demselben einen Zug, der ihn von seiner gemüthlichen Seite im besten Lichte erscheinen ließ und überhaupt wieder zu Gunsten der jüdischen Moral schwach im Gegensätze zu der in jener Zeit auf anderen Glaubensgebieten sichtbaren. Es war ein Streit ausgebrochen zwischen Alfasi und dem ebenfalls berühmten Rabbi Isaak ben Baruch. Letzterer starb, nachdem er seinem Sohne den außerordentlich gesinnungsvollen Auftrag gegeben hatte, nach seinem Tode zu dem berühmten Alfasi zu gehen und ihm mit der Botschaft der Versöhnung die Bitte vorzutragen, daß er sich seiner annehmen und ihn unterrichten solle. Der Knabe that cs und wurde von Alfasi mit der größten Herzlichkeit in den Schooß der Familie und unter die Zahl der Schüler ausgenommen. Die Dichter Mose Ebn Esra und Jehuda ben Samuel Hatlevi nahmen den noch übrigen Theil der Vorlesung für sich in Anspruch. Ersterer, aus einer sehr berühmten Familie, ist einer der bedeutendsten Dichter und zeichnet sich durch große Fruchtbarkeit und die kunstvolle Handhabung der poetischen Form vorzüglich aus. Die Probe seiner Leistungen entsprach sehr wohl der vom Redner gegebenen Charakteristik des Dichters. Jehuda ben Samuel Halkevi ist berühmt durch sein Werk Cosri, das ein Gespräch über Religion zwischen einem Juden und einem Cosaren-Könige des 8ten Jahrhunderts enthält, in Folge dessen jener König sich zum Judenthume bekannt haben soll. Der Uebertritt eines solchen Königs, was geschichtlich außer Zweifel gesetzt sei, soll zu der Fiktion dieses Gespräches Veranlassung gegeben haben. Der Dichter sei ein Eifrer gegen Philosopheme, die damals die Reinheit des Glaubens trübten, gewesen und habe seinen frommen Sinn durch eine Wallfahrt nach dem gelobten Lande bethatigt, wo er die klassischen Städte mit Sehnsucht ausgesucht und mit tiefer Wehmuth betreten. Außerordentlich rührend sprach sich diese Sehnsucht in einem Gedichte aus, das uns der Redner, in schöne deutsche Verse gebracht, mittheilte. Außer diesen Dichtern wurden noch im Vorbeigehn erwähnt der Astronom Abraham ben Daud mit seinem historischen Werke N82PN und der Gewürzkrämer Samuel Hannagid (1055), berühmt als Gönner der Wissenschaften und Verfasser einer Einleitung in das Talmudsiudinm. F. Sa moje. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l V4Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Der hiesige israelitische Korporations-Vorstand hat durch die erlassene Aufforderung in der Zeitung des Judenthums No. 14 beabsichtigt, noch einen Rabbinats- Affeffor und Prediger hier zu engagiren. Der größte Theil, worunter die achtbarsten Mitglieder unsrer Gemeinde, hat bereits gegen den Beschluß des Vorstandes bei der hohem Behörde protestirt, indem wir einen ehrwürdigen Ober-Rabbiner und Prediger wie auch mehrere Rabbinats-Affessorcn in unsrer Gemeinde haben, welche unseren Wünschen auf's Vollkommenste entsprechen. Wir können daher den Amtsbewerbern dieser Stelle nur rathen, die Aufforderung des p. Vorstandes unberücksichtigt zu taffen, indem sie nur unnütze Kostenverwendung zu Folge haben können. Filehne, den 0. April 1846. Die Repräsentanten und Gemeinde- Mitglieder. Gesuche. Die israelitische Gemeinde zu Unna in Westphalen wünscht zum 1. September a. c. einen unverheirateten Religions- und Elementarlehrer, der zugleich Vorsänger und einen Chor zu leiten fähig ist, zu engagiren. Das jährliche Gehalt ist bei freier Wohnung, Heizung und freiem Tische auf 80 bis 90 Thlr. Pr. Crt. exklusive Akzidenzien festgesetzt. Quatisizirte Bewerber wollen sich mit genügenden Zeugwiffen über Fähigkeit und moralisches Betragen persönlich oder in portofreien Briefen an den Unterzeichneten Gemeindevorsteher wenden. Unna, den 24. Marz 1846. L. Leiffmann. Von der hiesigen Gemeinde wird zu Michaelis d. I. ein Lehrer gesucht, der zugleich als Vorbeter und Schächter fungiren muß. Das Gehalt ist auf 80 Thlr. Pr. Crt., freie Wohnung, Beköstigung und

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