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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-04-20 · Heft 17 (20.4.1846) · p. Seite 255

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 17 (20.4.1846)
Date
1846-04-20
Page
Seite 255 (sequence 11)
Language
German
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255 voll heiligen Eifers: man wollte schon denselben genau bezeichnen können. Um nun den fraglichen Käufer um so gewisser zu erwischen, verfügte sich, wie als zuverlässig versichert wird, der Oberamtsrichter in eigner Person mit dem Znkulpaten am Laanith Esther nach Edelsingen. Dort wartete man die Zeit ab, wo sämmtliche Juden in der Synagoge versammelt waren, und ließ dann durch zwei Gemeinderäthe und den Polizeidiener den Buben in die Synagoge führen, um den Käufer gewiß zu erhaschen. Der Gottesdienst hatte bereits begonnen und der Vorsänger verlas eben die Megillah; allein das hindert die Kommission nicht, den Angeklagten im Gotteshaus herumzuführen, ihn alle Betenden ansehen zu lassen, selbst den Kantor vor dem Altäre; den Jungen zu fragen, ob er seinen Mann gefunden, ob es der oder der nicht sei rc., zuletzt aber war es Keiner von Allen. Tags darauf soll der Knabe seinen Richter anderswohin in den April geschickt haben. Nun findet man sich zwar getäuscht und um so bittrer getäuscht, weil man sich von einem Knaben zum Besten haben ließ. Man ist aber sehr gespannt zu vernehmen, was von Seiten des OAGerichts geschehen, um die amtliche Störung eines vom Staat anerkannten Kultus wieder auszugleichen. Durch die neueste Ausgleichung von Länderbesitz zwischen Württemberg und Baden sind die Israeliten zu Korb an letztem Staat gekommen. Dresden, 6. April. (D. A. Z.) Zn der heutigen Sitzung der zweiten Kammer befand sich unter Anderm auf der Registrande eine Petition mehrerer israelitischer Einwohner aus Leipzig. DerAbg. Brockhaus gab eine kurze Darstellung des Sachverhältnisses, aus der Nachstehendes zu entnehmen war. Ein leipziger Bürger und Kaufmann mosaischen Glaubens, Namens Hirschel, hat zum Behufe seiner Einkäufe von sächsischen Manusakturwaaren öfter Veranlassung, sich in sächsischen Fabrikstädten und namentlich auch in Meerane aufzuhalten. Nachdem derselbe hieran bisher niemals verhindert worden war, wurde ihm plötzlich am 14. März d. I. von dem Stadtrathe zu Meerane bedeutet, daß ihm der Aufenthalt daselbst ferner nicht gestattet werden könne, und daß er bei Uebertretung dieses Verbots sich persönlicher Haft aussetzen werde. Der Abgeordnete fügte diesem noch hinzu, daß wenn ein solches Verfahren in den Gesetzen begründet sei, man diese Gesetze gewiß, wie man auch sonst über die Emanzipation der Juden denken möge, als unsers Jahrhunderts und unsers Vaterlandes unwürdig bezeichnen müsse, und der Wunsch erscheine demgemäß wohl gerechtfertigt, daß es der dritten Deputation möglich sein werde, recht bald ihren Bericht darüber zu erstatten, damit derselbe vor dem Schlüsse des Landtages noch in beiden Kammern zur Berathung kommen könne. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l'/iNgr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuch. Für unsere die hiesige Realschule besuchenden 4 Kinder beabsichtigen wir sobald als möglich einen Privatlehrer, der dieselben beaufsichtigen, bei den Schularbeiten unterstützen, und ihnen den Unterricht im Hebräischen ertheilen soll — mit einem jährlichen Gehalte von 150 Thlrn. und freier Statüm zu engagiren. Hierauf reflektirende Subjekte werden ersucht, die über ihre Qualifikation .und Führung sprechenden Zeugnisse so schleunig als möglich franko einzusenden. Krotpschin, am 9. April 1846. M. M. Krüger. S. M. Hoff. S. W. Kayser. Bekanntmachung. Eltern und Vormündern, welche ihre Kinder oder Mündel zum Besuche des Gymnasiums oder der höhern Bürger- und Real-Schule hierher zu schicken geneigt sind, zeige ich hierdurch ergebenst an, daß diese bei mir billig pensionirt werden und erforderlichen Falls Religionsunterricht erhalten können; mit dem Versprechen, daß ich es an einer wachsamen Aufsicht und freundlichen Behandlung nie fehlen lassen werde. Hierauf Reflektkrende wollen sich gefälligst in frankirten Briefen an mich wenden. H. Goldberg, Kantor und Religionslehcer zu Braunschweig. Der hiesige israelitische Korporations-Vorstand hat durch die erlassene Aufforderung in der Zeitung des Judenthums No. 14 beabsichtigt, noch einen Nabbinats- Assessor und Prediger hier zu engagiren. Der größte

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