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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-04-13 · Heft 16 (13.4.1846) · p. Seite 232

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 16 (13.4.1846)
Date
1846-04-13
Page
Seite 232 (sequence 4)
Language
German
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232 reichen. Möge der Allgütige ihm dieses auch reichlich lohnen. Ueber die in Ihrem Blatte erwähnte Lichtsteuer zum Besten der russisch-jüdischen Schulen, theile ich Ihnen hierdurch das Nähere mit. Diese Lichtsteuer nämlich wird zufolge des Senats-Ukases zum Besten obgedachter Schulen versuchsweise auf drei Jahre angeordnet, und wird von Lichtern und Lampen erhoben, welche die Juden an Sabbaten und Festtagen anzünden. Die Erhebung der Steuer wird besonderen Pächtern übertragen, und sie wird von allen Personen erhoben, die eine besondere Wirthschaft haben. Ausgenommen von dieser Steuer sind: ackerbautreibende Juden, jüdische Militärs, weibliche Dienstboten, ganz arme Juden und Karaimen- und Krimtschak-Juden, die in Karasubasar wohnen. Die in Riga wohnenden Juden werden ebenfalls von der Lichtsteuer befreit, so lange sie ihre dortige Schule unterhalten, so wie auch die in Sibirien wohnenden Juden. — Wer die Lichtsteuer bezahlt, kann so viel Lichter anzünden als er will. — Die Taxe ist pro 1846—1849 für jeden besondern Sabbat und Festtag 26, 20 und 12 Kopeken Silbermünze für die Kaufleute 1., 2. und 3. Gilde; 8, 4*/2 und 2 Kopeken S. M. für die Bürger 1., 2. und 3. Klasse. Ferner publizirr die Senatszeitung No. 7 d. I. einen Ukas vom 27. November v. I., wonach es für nothwendig erachtet worden ist, die Aufsicht über den Druck hebräischer Bücher in Rußland zu verstärken, und von diesem Zweige der Betriebsamkeit eine Einnahme für die hebräischen Schulen herzuleiten, weshalb ein von den Ministerien der Finanzen, des Innern und der Volksausklärung entworfenes, und im Reichsrathe durchgesehenes Reglement für die beiden künftig im Reiche bestehenden hebräischen Typographien zu Wilna und Shitomir allerhöchst bestätigt worden ist. Mitau, 23. März. (Privatmitth.) Am Freitage den 20. d. M., Nachmittags trafen Sir Moses Montesiore nebst Gemahlin, in Begleitung des Or. Löwe, nebst einem eignen eomw u. s. w., auf ihrer Reise nach St. Petersburg hier ein, woselbst sie über Sonnabend verweilten. Am Sonntage, den 10. Mittags trafen dieselben in Riga ein, wo sie nach einem kurzen Aufenthalte ihre Reise sortsetzten. Der talmudische Grundsatz: "pp» ps mit» 'Nibw" hat sich auch hier lebhaft bewährt, indem dieselben hier die gegen tausend Schritte breite Eisdecke der Düna, welche zur Zeit nur mit Lebensgefahr zu passiren war, zu Fuße in Begleitung einiger Lothsen glücklich überschritten. Kaum waren dieselben hinüber, so verunglückte daselbst wirklich ein Lothse, indem er rettungslos an eine morsche Stelle gerieth und ertrank; auch brach die Eisdecke schon am Tage darauf völlig entzwei, und die ungeheure Eismasse setzte sich dann hochthürmend in Bewegung. Möge der Allgütige diesen hochherzigen Mann auch ferner stets in Schutz nehmen und sein Kommen und Gehen N2822 segnen. — Auf seiner gegenwärtigen Reise wurde derselbe von vielen Israeliten und Christen bestürmt, die ihm ihre Aufwartung machen wollten; allein er fand es angemessen, sich alle und jede persönliche Unterredung mit ihm ohne Ausnahme höflichst zu verbeten. Mitau, 15. März. (Privatmitth.) Ein hierländisches Blatt giebt für Bialystock folgende statistische Notizen: Die Provinz Bialystock hat 4 Kreis-, 15 andere Städte, 9 herrschaftliche Flecken und 1690 Dörfer rc., im Ganzen aber, laut der jüngsten offiziellen Volkszählung, nur 227,106 Einwohner. Unter diesen sind: 3393 erblich Adelige und 168,731 Bauern; 13 christliche, 296 hebräische Kausleute; 14,975 christliche und 31,080 hebräische Handwerker. Preußen. Posen, 30. März. (Privatmitth.) Lange schon war in der A. Z. d. I. über hiesige Predigt- und Predigerangelegenheit nichts zu lesen; erlauben Sie hier einige Mittheilungen. Herr Pleßner hält, wie Sie wissen, seit drei Jahren in der hiesigen Synagoge Borträge. Leider aber stehen die Meisten, die sonst ihrer Gesinnung nach zu seiner Partei gehören würden, noch auf einer niedrigen Stufe der Bildung, so daß sie jene Borträge nicht verstehen und immer noch lieber die Deraschoth durchreisender Magidim besuchen. Sehr zu bedauern ist noch, daß dieser Mann, der doch von der stabil-orthodxen Partei vergöttert werden müßte, mit Mangel und Noth zu kämpfen hat, weil er nur von Privatleuten engagirt und so all den hieraus entstehenden Uebelständen unterworfen ist. Möchten doch diese gut gemeinten

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