Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 15 (6.4.1846)
- Date
- 1846-04-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. LS x. Z°hrg-„g. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Tiu unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergn'rdigster Konzession.) Leipzig, dm 6. April 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart mH. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22}£ Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen au; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfeuklänge: Bußgebet. Tempelgesänge. Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Posen, Breslau, Posen. Deutschland: aus Mittelfranken. Oesterreich: Papa. Krakau: Krakau. Rußland: Königsberg. Frankreich: Paris (Fortsetzung). Personal- und Lokalirachrichtenr Salzgitter. Literarische Nachrichten; Magdeburg. Korrespondenz: Sachs'sche Vorlesungen. VI. und Vir. H a r f e n k l ä n g e. Bußgebet (nach einem spanisch-jüdischen, ungenannten Dichter). Wer tragt empor mein Flehen zu Gottes heil'gem Thron, Vermag's ein Kind der Erde, vermag's ein Merifchensohn? Nein, Keiner, der geboren auS Erde nur und Staub, In Staub zerfallend wieder, dem Tode wird zum Raub. Soll einem flücht'gen Vogel ich mein Gebet vertrau'n? Sein schwacher Flügel schwebt ja nur über Erdenau'n. ■— Weh mir, daß ich gesündigt; — wohin mein Fuß auch flieht, Es ist kein Ort auf Erden, den Gott der Herr nicht sieht. Sprach' ich zu Bergeshöhen, o wölbt euch über mich, Und sprach' ich zu den Hügeln, bedeckt mich gnädiglich, Vor Ihm ja ach erzittern die Berge allzumal, Vor Ihm, dem Ew'gen, wanken die Hügel all' im Thal! — Und wollt' ich mich verbergen tief unten in dem Meer, Auch durch des Meeres Fluthen geht mächtig' Er einher; Und trüge mich der Flügel des Sturms von Land zu Land, Er faßt den Sturm und hält ihn mit allgewalt'ger Hand. Und wollt' ich selbst verbergen in Flammengluthen mich, Das Feuer ach verzehrte, vernichtend, mich und sich. — Weh nur, um zu entfliehen, erschau' ich keinen Pfad, Zur strafenden Vergeltung ist nun der Tag genaht, ES faßt mich Angst und Schrecken, o, wer vertritt mich dort, Wer wird, wer kann mich retten vor Seinem Richter, wort! — So lass' mich Zwiesprach halten, mein Herz allein mit dir, Steh' du mir bei getreulich, bring' du die Hülfe mir; Und schlicht und redlich giebt es die Antwort mir darauf: „Erhebe dich und sende dein Fleh'n zu Gott hinauf, Ja, deinen Gott, Ihn rufe, deß Güte nie versiegt, In dessen Hand das Leben aller Geschöpfe liegt; Geh' ein in Seitlen Himmel, von Reue tief durchglüht, Mit schmerzgebeugter Seele, mit Demuth im Eemüth, Und Gnade wird dir werden, fliehst du der Sünde Schuld, Denn Gott ist reich an Gnade und voll von Liebeshuld." So tret' ich denn, o Vater im Himmel, vor Dich hin, Mein Jttnres Dir zu öffnen, zu zeigen, wie ich bin; Dich rufen meine Lippen, Dir mein Gemüth vertraut, Sehnsüchtig meine Seele auf Deine Gnade baut. Das ernste Werk der Buße ich tiefgebeugt begann, Und früh und spät drum ruf ich, mein Gott, Dich reuig au;