Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 14 (30.3.1846)
- Date
- 1846-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 14. X. Jahrgang. Allg 0 MklN 0 Zeit««g des Zudklithums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mt königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 30. März 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und .Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt.! Harfenklänge: Der Tempel des Wahns. i Leitender Artikel: Von der Lehre des Judenthums. (Forti setzung. Zeitungsnachrichten r Preußen: Königsberg, Berlin, Breslau, Königsberg. Oesterreich: aus Ungarn. Krakau: Krakau. Frankreich: Straßburg, Paris (Fortsetzung). Korrespondenz : Berlin. Vorlesungen des vr. S. Stern. VIII. Die Geister. Wir sind's. Der Geist der Pforte. So thue Jeder sich mir kund, Daß, wenn ich All' zugegen fund, Ich unsres Gottes Pfort' erschließe, Und sein Gebot uns frisch durchfließe. Harfenklänge. Der Tempel des Wahns. Eine Vision. Es ist dunkle Nacht. Vor einer, aus der Finsterniß sich wenig unterscheidenden Niesenpforte versammeln sich eine Schaar Geister, die aber in dem Dunkel nicht durch die Gestalt zu unterscheiden sind; ihre Ankunft verrath sich durch das verschiedene Brausen des Sturmes, das sie verursachen. Der Geist der Pforte. Geister der Nacht, seid Ihr beisammen? Entbehren wir das Licht der Flammen: Lauscht doch die Muschel unsres Ohrs Den Tönen des bekannten Chors. Seid Ihr beisammen, Ihr Getreuen? Die, ob sie auch die Leuchtung scheuen, Das Licht doch zu bekämpfen wagen, ES anzugreifen nimmer zagen, Bis wieder kam die hehre Nacht Und Ruh' und Zuversicht gebracht. Der erste Geist. Wir Alle sind die Feind' der Wahrheit, Wie sie sich darstellt in des Lichtes Klarheit; Wir Alle sprechen nur das „Rein!" Dem unveränderlichen Sein; Wir Alle leben nur vom Wandel, Von Jrrthums tausendfacher Art, Die Dauer ist für uns zu hart, Die Ewigkeit ein schlimmer Handel. Drum Haber: wir den Wahn zum Gotte, Den wir verehren, uns gemacht, Dem sei, der Wahrheit grad zum Spotte, Allein die Ewigkeit gebracht. Zweiter Geist. Drum wo erscheint ein Lichtesfunken Der Menschheit, die so tief gesunken Durch unfern Gott und unsre Macht, Ein Fünkchen, kaum noch angefacht —