Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 7 (9.2.1846)
- Date
- 1846-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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X. Jahrgang. No. X Allgemeine Zeitung -es Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnödigfter Konzession.) Leipzig, den 9. Februar 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*- Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Leitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für be.de Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: In Sachen der russischen Juden. Zeitungsnachrichten: N o r d a m e r i ka: New-Vork. Großbritanien: London. Deutschland: Hannover, Hamburg, Ulm, München, Hamburg. Preußen: Magdeburg, Natibor. Oesterreich: Tarnopol, aus Ungarn. Rußland: Riga (Fortsetzung). Nersonal- und Lokalnachrichten: London, Breslau. Literarische Nachrichten: Magdeburg (Fortsetzung). Leitender Artikel. Magdeburg, 1. Februar. In Sachen der russischen Juden. Wir haben von dem Memoire in No. 5 eine Anzahl Exemplare besonders abziehen lassen, und uns gestattet, sie an die Vorstände der bedeutenderen jüdischen Gemeinden Deutschlands zu senden. Es kommt Alles darauf an, daß die darin gethanen Vorschläge nicht ungehört vorübergehen, sondern den Anfang der Verwirklichung erlangen. Za, nur den Anfang! Diese Angelegenheit ist so groß, so heilig, so erhebend, daß, wer sie nur erst in die Hand genommen hat, sie nicht wieder los wird, daß sie aus seiner Hand ihm so in's Herz wächst, als wäre sie darin geboren und großgezogen. Wir haben heute vor, unsere Glaubensgenossen, insbesondere die Vorstände der gedachten Gemeinden, bei dem Gotte, den wir bekennen und anbeten, zu beschwören, diesmal nicht theilnahmlos zu bleibm, sondern mit aller Kraft die Sache in Angriff zu nehmen! Die Theilnahme, welche das Schicksal der russischen Juden gefunden, ist allgemein. Die Artikel, in denen wir jenes mit wahren und lebendigen Farben geschildert, sind sofort — ohne unser Zuthun — in's Französische und Englische übertragen worden, und haben jetzt schon die Reise um die Welt gemacht. Wie wir aber in jenen den ganzen traurigen Hergang gezeichnet, so versuchten wir in dem gedachten Memoire die Mittet zur Heilung anzugeben, damit nicht bloß die „Klage", sondern auch der „Trost", die Hülfe zur Aussprache komme. Za, in diesem Augenblicke bereitet man sich schon in Amerika vor, einige wichtige Schritte zu thun. Ein Mehres dürfen wir für jetzt nicht mittheilen. Wer aber anders hat in der That den Beruf, in dieser Angelegenheit die Initiative zu ergreifen, als die deutschen Juden? Erinnerteuch jener famosen Vorgänge in Damaskus. Damals konnten die deutschen Juden, mit jenen Ländern in keiner Verbindung stehend, nur schweigend zusehen, wie die englischen und französischen Juden thatkräftig eingriffeu. Anders ist es diesmal. Deutschland liegt Rußland am Nächsten. Gerade Deutschland findet noch in Rußj land am Ehesten Gehör, während der Westen dort nicht sehr genehm ist. Durch Deutschland geht der Zug der elenden Brüder. Aber noch mehr: die deutschen Juden selbst sind am Meisten dabei interesstrt, da ihre eigene