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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-19 · Heft 4 (19.1.1846) · p. Seite 59

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 4 (19.1.1846)
Date
1846-01-19
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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59 ren; ich habe ausgesorgt für seine Seele, ich soll keine Schuld an keiner Verdammniß haben; endlich brach er gar in diese gifftige Worte aus: er merke wohl, wir suchens an ihn, baß er sich in Worten verliehren oder gar vergreiffen solle, er wolle mich gewarnet haben. Ich: So wollt ihr denn recht alle Kennzeichen der Verstockten an euch haben: einen erbitterten Geist, Augen die nicht sehen, Ohren re. Es. 6, 19, Deut. 28, 65. — Als dieses sagte, ging der J u d: Mit großem Geschrei dem Tisch zu, wickelte den Kopf in seinen Pelzrock ein und blieb so, bis ich Abschied nahm, mit den Worten: Nun ihr wollt den Fluch haben, so wird er auch kommen. Ihr wollt des Segens nicht, so wird er auch ferne von euch bleiben. Ps. 109. Nachdeme an dem Tage seiner Execution sein Endurtheil verlesen war, gienge ich noch einmal zu ihm: traf ihn aber in äußerster Verwirrung und Verstockung an; und war sonderlich erbärmlich anzusehen, wie ihn die Todesfurcht am Henkerstrick in dem Zimmer herumtrieb. Ich bot ihm nochmals von Gottes wegen Gnade an und Zuflucht Ln denen Wunden des Weltheilands. Allein vergebens. Er schrie unaufhörlich sein: Adonai Elohim, und um meiner loß zu werden, sagte er: Er vermache hiemit mir und dem andern Herrn Helfer 2000 fl. vor unsere Mühe: wir sollen aber auch den HaußArmen davon geben. Uebrigens wolle er als ein Märtyrer vor seine Religion sterben. Worauf ihn auch verließ. Auf dem Richtplatze erwarteten wir des Malefikanten. Und da bot ihm Herr Diakonus Heller, der unter uns genommenen Abrede gemäß, noch einmal Gnade an in dem Verdienst Jesu von Nazareth, declarirte auch öffentlich, daß diese arme Seele von uns nicht versäumt oder verwahrlost worden sey. Ich bat ihn gleichfalls, gegen seine arme Seele doch nicht so grausam zu seyn, daß er sie mit einer so elenden Buße, als er im Gefängniß von sich sehen lassen, jetzo vor den Richter gehen lasse. Und als er sein confuses hebräisches Gebet immer so fort schrie, sagte ich: willst du denn, du Unglückseliger, Ln deinen Sünden so dahin sterben? Als er die Leiter hinaufgezogen wurde, rief ich ihm zu: Du verstockter Jud, weil du denn nicht anders willt, so fahre hin, JesuS, den du verläugnet hast, wird nun bald dein Richter sein! und endlich: Du wirst in wenigen Augenblicken sehen, in welchen du gestochen hast!" Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V* Ngr. (l gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile ans Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshanblung. Gesuche. Ein unverheiratheter, mit homiletischen Kenntnissen begabter Religionslehrer, Schächter und Vorbeter, der Chor zu leiten versteht, wird zur Besetzung dieser Funktionen zu Ostern d. I. rh) gegen ein jährliches Gehalt von 150 Thlr., freier Beköstigung und Wohnung, exklusive des Einbringens der ttirmü, gesucht. Konkurrenten wollen, sich vorbehaltlich der erforderlichen Zeugnisse und Approbation des Landes-Rabbiners Herrn Dr. Holdheim in Schwerin portofrei melden bei dem Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Röbel in Mecklenburg-Schwerin. Für eine Landgemeinde im Kreise Worms wird ein jüdischer Religionslehrer und Vorderer gesucht, der jährlich einen fixen Gehalt von 210 Fl. erhält und außerdem noch für Privatstunden in den Anfangsgründen der lateinischen und griechischen Sprache 200 Fl. jährlich beziehen kann. Die darauf Reflektirenden wollen dem Unterzeichneten portofrei ihre Zeugnisse einfenden. Worms, den 6. Januar 1846. A. Adler. Einzelne suchen einen Lehrer jüdischer Religion, derselbe muß hebräisch, deutsch und ziemlich im Französischen unterrichten können. Subjekte, die in Preußen unterrichten können, und mit einem jährlichen Gehalt von 150 Thlrn. und freier Wohnung zufrieden sind, auch die Stelle schon Ostern 1846 antretcn können, mögen sich bei Unterzeichnetem in portofreien Briefen baldigst melden. Flator in Westpreußen. H. Kuhremanrr. Ein theoretisch gebildeter und praktisch erfahrener umsichtiger Lehrer jüdischen Glaubens, der seit einer Reihe von Jahren mit sicherem Erfolge in den hebräischen und allgemeinen Schulwissenschaften, in der französischen Sprache, Literatur und Konversation unterrichtet, wünscht bei bescheidenen Ansprüchen, eine seinen Fähigkeiten entsprechende Stellung und bittet hierauf Reflektirende, ihre Offerten, recht bald unter Angabe der näheren Bedingungen, versiegelt und scankirt sub B. 16. an den königl.

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