Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1846)
- Date
- 1846-01-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225448--07471-3238230- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. 4. x. Z-hrg-mg. Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Vertag von Dr. Ludwig Philipps»», BarungärtnMs Buchhandlung R-bbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 19. Januar 1846. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart, inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 t Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzr worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere E' hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Eon der Lehre des Judenthums. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Preußen: Berlin, Breslau, Berlin, aus Obcrschlefien, Magdeburg. Rußland. Deutschland: Kassel, Frankfurt am Main, vom Unterrhein, Pflaumloch. Kuriosum: Vor hundert Jahren. Leitender Artikel. Magdeburg, 12. Januar. Bon der Lehre des Judenthums. II. Von der Offenbarung. Indem wir es hier nicht mit einer streng systematischen Bearbeitung der Lehre des Judenthums zu thun haben, sondern nur über die wichtigsten, und unsrer Zeit fraglichsten Partiten unsere Ueberzeugungen offen darlegen wollen, greifen wir den Artikel von der „Offenbarung" zuerstheraus. Allein nicht willkürlich. Denn obschou diese nach gewöhnlicher Ansicht nur die Modalität oder den Ursprung der Lehre betrifft, so macht sie doch nach unsrer Anschauung das Wesen der jüdischen Lehre aus. Nicht etwa darum, weil daraus über die Wahrheit der Lehre eine unerschütterliche Beweiskraft gebreitet würde — denn einerseits gtebt es ja auch rein menschliche Wahrheiten, z. B. mathematische, die auch nirgend in ihrer Erweisung erschüttert werden können, und andrerseits hat man ja die mosaischen Offenbarungslehren in anderen Religionen wieder sehr verunstalten gesehen — sondern weil im Inhalte der jüdischen Lehre die Offenbarung so wesentlich mit der ganzen Lehre eins ist, daß beide nur gewaltsam, in Selbsttäuschung getrennt werden können. Warum? Weil, wenn das Geoffenbartsein von der Lehre des Judenthums getrennt wird, diese selbst ganz und gar schwindet, und nur ein sich selbst täuschendes Bewußtsein sie noch zu haben glaubt. Doch wir greifen uns selbst vor. Was heißt Offenbarung? Lasset uns nicht mit Worten spielen, sondern ein wahrhaftes Zeugniß geben. Unter Offenbarung versieht die Schrift, verstanden die Alten, verstehen wir noch: eine unmittelbare Eingebung der Gottheit, ein Gegensatz zu dem, was der Mensch durch eigene Folgerung vermittelst Urtheile und Schlüsse erlangt. Sie ist eine unmittelbare Mittheilung, Kundthuung des göttlichen Geistes an den Menschen ge ist. — Alles Andere ist ein Spiet mit dem Worte und seinem Begriff. Wir müssen hier Offenbarung in diesem feststehenden Begriff von der Offenbarung Gottes in Natur und Geschichte völlig trennen, denn Letztere können wir nur vermittelst Wahrnehmungen, Vorstellungen, Urtheile und Schlüsse uuS zur Erkenntniß bringen und bilden, während jene, wie man sie xcct* t&oyjiv nennt, göttliche Offenbarung die Lehren' fertig dem Menschengeiste übergiebt. Nur um die Wahrheit zu umgeben, vermischt und vertauscht man Beide, schiebt