Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1846-01-12 · Heft 3 (12.1.1846) · p. Seite 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
10 (1846)
Issue
Heft 3 (12.1.1846)
Date
1846-01-12
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225443-3225447--07468-3238226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

47 „Sie irren sich," erwiederte der Unbekannte, „ich bin nicht Protestant. „Wenn Ihr Katholik seid, so könnt Ihr Euch nicht beklagen. Jeglicher Schutz ist der Religion der Majorität zugesichert." „Ich bin nicht Katholik." „Nun welcher Religion seid Ihr denn?" „Ich bin Jude." Ein langes Schweigen folgte dieser Antwort. Der General Kosziusko — ohne Zweifel hat ihn der Leser schon in der Person unsres Offiziers erkannt — dieser berühmte Feldherr, der die beiden Halbkugeln mit seiner Tapferkeit, seinen militärischen Talenten und seiner Hingebung an die Freiheit erfüllte, der General Kosziusko war erstaunt einen Israeliten zu finden, der so gut polnisch sprach, so viel Entschiedenheit zeigte, und dessen bittere Ironie durch den Adel seiner Gesinnungen und die tiefe Verachtung, die seiner Nation anhing, gerechtfertigt .rde. Der General wußte wohl, welche große Anzahl den das Polenland bewohne, und begriff sogleich, von lcher Wichtigkeit diese thatkräftige Bevölkerung in den oorstehenden Kämpfen sein könnte. „Eure Hand, Kamerad, Eure Hand, der General osziusko, im Namen Polens, nimmt Euch als seinen ohn an." Das Hurrageschrei der Kosacken unterbrach diese Szene, ^n der Warme der Unterhaltung hatten unsere Reisenden die sie umgebende Gefahr vergessen, und ohne sich's zu versehen, hatten sie sich der Landstraße genähert und dachten erst an die Verfolgung der Feinde, als vier derselben iw schnellen Trabe auf sie zukamen. Schon hätte die Lanze eines Kosacken den Polengeneral durchbohrt, wenn nicht ein Pistolenschuß des Israeliten denselben schnell niedergestreckt, und die Ladung seines zweiten Schusses einen andern verwundet hätte. Beim Anblick zweier gefallener Kameraden nahmen die beiden übrigen die Flucht. Der General und sein tapferer Gefährte, den uns die Geschichte unter dem Namen des Obristen Berko kennen lehrt, bestiegen die Pferde der gefallenen Kosacken und durcheilten den Wald in gestrecktem Galop, ohne dem geringsten Hindernisse aufzustoßen. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen IV4 Ngr. (l gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuche. C5F* Ein an einer öffentlichen Schule in Mähren angestellter israelitischer Lehrer, der eine regelmäßige Schulbildung genossen, an der Prager Universität Vorlesungen über philosophische Studien und allgemeine Erziehungskunde mit gutem Erfolge gehört hat, mit besonders empfehlenden Zeugnissen über seine bisherigen Leistungen als Erzieher und Lehrer sich ausweisen kann, sucht seine jetzige Stelle mit einer andern bei einer Gemeinde Ungarns oder Mährens zu -vertauschen. Hierauf Reflektirende belieben sich in portofreien Briefen an Herrn I. Nathan, Buchhändler in Pesth, oder an Herrn A. Lamberg, Rabbiner in Mießlietz im Znaimer Kreise in Mähren, zu wenden. df* Ein nicht verheirateter jüdischer Elementarlehrer, welcher die genügenden Kenntnisse im Hebräischen mit einer gründlichen wissenschaftlichen Bildung verbindet, zugleich einen Chorgesang zu leiten fähig ist, und hierüber so wie über seine religiös-moralische Führung beglaubigte Zeugnisse beibringen kann, wird mit einem sixirten Gehalte von 200 Thlr. von unsrer Gemeine gesucht. Meldungen werden nur frankirt angenommen. Frankfurt a. d. O., den 2. Januar 1846. Der Vorstand der israelitischen Gemeine. Pollack. Salzmann. Levy. Zwei jüdische Familien im hiesigen Orte wünschen für ihre sechs Kinder, von welchen das älteste 13 Jahre zählt, einen Lehrer zu engagiren. Es wird gewünscht. Unterricht in den Realwissenschaften, in hebräischer und französischer Sprache, so wie im Klavierspiel; im Letzteren haben die Kinder bereits einige Fortschritte gemacht. Nebst freier Station, Wohnung und Heizung wird ein jährliches Honorar von 120—150 Thlr. zugesichert. Hierauf Reflektirende wollen Zeugnisse ihrer Befähigung und ihres moralischen Lebenswandels portofrei einsenden, letztere müssen jedoch von einem celebrirten Rabbiner unsrer Zeit sanktionirt sein. Die Stelle ist sofort zu beziehen. Strzellno im Großherz. Posen, 14. Dez. 1845. A. Malachowski. cy Wer alte tm&D einzeln oder in Parthien zu verkaufen wünscht, wird ersucht, der Redaktion d. Ztg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.