Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 10 (1846)
- Issue
- Heft 3 (12.1.1846)
- Date
- 1846-01-12
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225443-3225447--07455-3238213- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
H 34 Und wieder schreckt Deö blnL'ge Geißel, Und wieder streckt cs Druckes scharfen Merßc! er grause Ost Aus Juda'ö schwache Sokue, Und dort erbost Nickt ihres Jammers Schmcrjgestonc — — Horchwieder schaUt aus der Bedrängten Munde Ter Neuling Xunde: „Jenseits des Meers! Jenseits des Meers!" Jenseits des Meers, Wo süßer Frieden an den Usern steht, Wo allen Unterdrückten Ter Brudcrgruß cntacgenwcbt, Die finstern Druck erblickten Den Nacken frei erbeben, Vor Zwin.qherrn nimmer beben: „Torr iü das Heil, dort ist das Heil gesunden' Dort werden wir erstarken und gesunden — Jenseits des Meers!" ZeiLurrgsnaehreehten. Großbritauieu. London, im Dezember. Wir entnehmen den ersten Nummern des zweiten Jahrgangs der Jewisli Chronicie < Reue Folge) Folgendes. Der Redakteur spricht sich über die Rabbinerversammlung aus, und zwar gegen die Substituirung der hebräischen Sprache durch die Landessprache, aber für die gänzliche Entfernung der Piutim. — Nachdem l)r. Adler zum ^weiten Male einen pr^n gesprochen , sagt die angeführte Zeitschrift, wird er die Ueberzeugung gewonnen haben, wie höchst klein die Zahl der Talmudisten (tlie small mnnber of talmudistsj in London ist, so daß die Nutzlosigkeit zu Tage liegt. — Der Gemeinde Beth Jakob in Montego Bay auf Jamaika hatte ihr Geistlicher, Herr 33. E. Carillon verschiedene Neuerungen vorgeschlagen, nämlich: Einschaltung englischer Gebete, Veränderung der 13 maimon. Glaubensartikel, des mwb vStj. Da sich die Gemeinde nicht einigen konnte, hat sie die Frage über die Zulässigkeit den beiden Beth Dinim in London, dem portugiesischen, welchem der Rabbiner Mcldola, und dem deutschen,! welchem Dr. Adler prasidirt, zur Entscheidung vorgelegt. Carillon hat ein sehr wacker geschriebenes Memoire beigelegt. Nachdem sich die beiden B. Din. I miteinander vernommen, lautete die Antwort: die Gemeinde solle sich erst erklären, ob sie den sephardischen oder aschkenasischen Minhag annehmen wolle. — Der Exscheriff David Salomons hat ein Stipeni dium an der Stadtschule von London in Belauf von! i(>()() Pfd. Sterl. (I1,(U>2 Thlr.) gegründet, was sehr viele Anerkennung verursachte, so daß eine Tafel! zum Gedächtniß des Herrn Salomons in der Schule! angeheftet ward. Der Redakteur lobt die That, sieht > aber mit Bedauern darauf hin, daß an jener Schule j keinem jüdischen Kinde ein Stipendium verwilligr l wird. Jndeß will ein andrer reicher Jude dem Beispiele Salomons folgen. Preuße«. Berlin, 22. Dezember. Die D. A. Z. enthält folgenden Artikel: Ich habe schon früher gemeldet, daß die Borstcherwahl der hiesigen Judenschaft, welche am 21. Oktober hätte statlsinden sollen, aus Gründen der Unzufriedenheit mit dem bisherigen, von 1750 herrührenden Wahlgesetz unterblieb. Die durchs Loos gezogenen sieben Wähler legten nämlich eine Erklärung ab, worin sie daS Unzulängliche und Unzeitgemäße eines Wahlmodus darzuthun suchten, nach welchem anstatt 1500 sso viel Mitglieder zählt die hiesige jüdische Gemeinde) nur sieben Bethciligte von ihrem Rechte, sich ihre Vorsteher frei zu wählen, Gebrauch machen könnten. Dieser Tage sind nun hierauf die betreffenden jüdischen Behörden vom Polizeipräsidium angewiesen worden, die bereits gezogenen Wähler dazu anzuhalten, ihren Wahlakt nach alter Weise vorzunehmen, und im Falle daß sic dies nicht wollen, durchs Loos andere Sieben als Wähler zu ziehen, und wollten auch diese nicht, so solle das Ziehen so lange fortgesetzt werden, bis sich endlich Sieben finden würden, welche sich mit der alten Wahlweise einverstanden erklärten. Bei Eröffnung dieser ministeriell-polizeilichen Ordre sahen sich die bereits gezogenen Sieben alsobald veranlaßt, ihren Wahlakt vorzunehmen, und ist ihnen bereits der morgende Tag dazu anberaumt. Sie glaubten um so weniger