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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-12-18 · Heft 52 (18.12.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 52 (18.12.1848)
Date
1848-12-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xn. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ' ZU Leipzig. Leipzig, den 18, Dezember 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 98 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. fl8 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l 1. Leitender Artikel: AafforLerang an alle israelitischen Ge, meioden Preußens. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, aus West- . phalen, LobsenS , München, Frankfurt a. M., aus Oesterreich. Großbritanien: London. Korrespondenzen: Bericht über die 8. Konferenz der Lehrer - des Fürstenthums Minden und angrenzenden Kreise, abgehalten , zu Geseke am 26., 27. und 28. Oktober c. (Schluß.) Leiteuber Artikel Magdeburg, 11. Dezember. Aufforderung an alle ifraelitifchen Gemeinden Preußens. Die Stunde der politischen Befreiung, die Stunde der bürgerlichen und politischen Gleichstellung, die heilige Stunde vollständigerGlaubensu nd Gewissensfreiheit hat endlich geschlagen!! Wovon mehr als anderthalb Jahrtausende nicht einmal eine Ahnung gehabt, daß eine Zeit kommen könnte, wo der Glaube nicht mehr der Beweggrund scheußlichster Bedrückung, die Religion nicht mehr der Vorwand'der Verfolgung und, Befchrankung; sein könnte, wo mit dem Verschwinden vieler Unterschiede auch die Trennung der Söhne .Eines Vaterlandes 'durch, das Bekeyntniß schwinden Würde; um was wir ein halbes Jahrhundert mit aller Geisteskraftmit aller Anstrengung gekämpft und gerungen haben —- es ist gekommen, es ist unser, wir haben es. Und neben dieser Gleichstellung der Bekenner steht auch die Gleichstellung des Bekenntnisses, die Ebenbürtigkeit, die Gleichberechtigung und Gleichbedeutung unserer Religion an der Seite aller Religionen ... keine Zurücksetzung, keine Minderachtung derselben mehr! Und neben dieser Gleichberechtigung die volle' Selbstständigkeit, die ganze Unabhängigkeit unsers Religions-, Kultus-, Gemekndewesens! Um unsere religiösen Angelegenheiten, deren Richtung, deren Verwaltung hat sich jetzt keine Regierung, kein Landrath, kein Bürgermeister zu kümmern. Niemand davon Einsicht zu nehmen, Niemand Rechenschaft zu fordern, Bestätigung zu ertheilen. Es ist Großes geschehen! Gedenken wir der frühem Zeit; erinnern wir uns der Reskripte seit dem Edikt von 1812; erinnern wir uns des vereinigten Landtags, der Ministerialdokumente, die diesem vorgelegt wurden, des Gesetzes von 1847 — und wir müssen uns sagen: es ist Großes-geschehen! Welcher der Gang her Ereignisse gewesen, durch den dies also gekommen — wir haben es in diesem Augenblicke nicht zu erwägen; genug, es ist so, es ist so gekommen. Die Verfassung vom 5. Dezember c. hat diese köstlichen Errüngnisse nunmehr festgestellt und besiegelt — und mögen wir Irr Zukunft im Einzelnen noch mancherlei zu wünschen,' zu vertheidigen, zu wachen, zu erreichen' haben — im großen Ganzen können sie uns nicht wieder genommen werden.

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