Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 51 (11.12.1848)
- Date
- 1848-12-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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X». Jahrgang. Allgemeine No. ^1. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von »r. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. » zu Leipzig Leipzig, den 11. Dezember 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich S6 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate 221- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. - Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition ^für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen, . Anzeige. Die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" steht mit dem Neujahr 1849 am Beginn ihres dreizehnten Jahrgangs. Eine bedeutsame Zeit liegt in den vergangenen Monaten hinter ihr, eine Zeit, die im raschen Fluge die äußeren Verhältnisse unserer Glaubensgenoffenschaft über Vieles hinweghob, über das sie in Jahrzehenden nicht hinwegkommen konnte. Aber vollendet ist noch Nichts. Noch ist dennoch nur in einigen Staaten die bürgerliche Gleichstellung zum vollen, unbezweifelten Gesetze erhoben; in anderen sind erst die Grundsätze ganz allgemein angenommen, neben ihnen besteht aber die alte Gesetzgebung noch in voller Kraft. In jenen Staaten ist der Blick ununterbrochen darauf gerichtet, wie das Leben dem Gesetze entsprechen werde; in diesen schwebt noch die Frage, werden jene Prinzipien in ihren vollen Konsequenzen gesetzlich werden? Und der Kampf mit ftinen Schwankungen, und die bedrohliche Lage der Dinge in diesem Augenblick ist Niemandem verhyrgen, Mir haben Viel erlebt, wir können noch mehr erlebey, Ferner. Gerade wenn - das Prinzip der völligen Religionsfteiheit zur unbedingten Geltung kommt, wer sieht nicht ein, daß dann der ganze Bestand der jüdischen Gemeinde in ihrer bisherigen Gestalt einer Umwandelung unterworfen wird? Bei dem Mangel an gesicherten Fonds und bei den großen inneren Spaltungen kann es nicht ausbleiben, daßso wie die äußeren Zustände etwas ruhigßr geworden, der Drang der Neuzeit sich nach innen wendet, und eine entschiedene Umgestaltung zur Bedingung des Lebens machen wird. Ferner. Die Reformfragen des Judenthums sind noch zu keiner Entscheidung gelangt. Mögen sie auch im Augenblick vor dem politischen und sozialen Sturm in den Hintergrund gedrängt worden sein: sie werden um so schneller hervorkommen, wenn wieder Raum und Zeit vorhanden sein werden. Schon beginnt der Gedanke der Synode, immer weiter sich zu verbxeiten, und die Ueberzeugung zu schaffen, durch eine Solche zu weiterem Ziele zu gelangen. - - Endlich. Dep Geist steht njemalsr Mb fordert immer weitere EntwicWng. Wd chtzp kpnMe leugnen, daß auch im Juj)imMmeBahn sich längst eröffM M in her jüngsten Zeit kräftig beschritten hat? Da werden aus den alten Schätzen immer wieder neW KlMohjen hMuMeWaM und an das Licht des Tages gefördert. Auch hinter Yen schnellen Schritten des.KeftgMfs Md§r MMn Zeit ist das Judenthum nicht zurückgeblieben, sondern hat gezeigt, daß es seit den altHM Aeftm M ihm M dem engsten Bunde lebt, daß er im Judenthume seine eigenste Quelle hat.