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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-13 · Heft 47 (13.11.1848) · p. Seite 682

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 47 (13.11.1848)
Date
1848-11-13
Page
Seite 682 (sequence 14)
Language
German
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rm. Ich -kn auch ein Muttersöhnchen, und verwöhnt- und sehe nicht: ein, -warum ich weichen, soll. Ich will nicht...." ft. „Mose, Mose, wo bleibst Du? .Komm, ich will Dir Etwas zeigen..." rief es aus her Ferne — und forteilte , der Jüngling auf seinem Rappen. Die alte Dame blieb allein zurück, aber, sie mochte wol das -gewohnt sein, und wissen, daß die Kinder wieder zu ihr zurückkehren werden. Den Fluß konnten sie nicht verlieren, und der Weg an seinem Ufer war der einzige. Wo Alter und Jugend zusammen sind, muß das Alter sich immer gefallen lassen, allein zu bleiben, und froh sein, wenn die Jugend immer wieder zu ihm zurückkehrt. ' Aber sie kehrte lange nicht wieder. Mose war dem Rufe seiner Base gefolgt. Der Weg führte hier scharf um eine Felsecke, daß sie bald den Augen der Duenna entschwunden waren. Das Mädchen wollte ihrem jungen Begleiter einen prächtigen Wassersturz zeigen, den das jüngste Unwetter neu gebildet hatte. Das Regenwetter hatte hinter einer Höhe eine ungeheure Masse Wasser gestaut, und dies sich endlich einen Weg gebahnt um die Spitze der Höhe herum. Da stürzte und tobte das Wasser in breitem Schwalle herab, von Stein zu Stein, bis es sich eine tiefe Rinne gewühlt; die Sonne blitzte hinein mit dem .glänzendsten Silber und Golde, mit Grün und Purpurroth, in die feuchten Nebel, die aufwallten, in den Schaum, der um das Gestein, sich sammelte. Noch hatte der Jüngling die Base nicht erreicht, da hörte cher Zelter den dröhnenden Hufschlag , des feurigen Rosses. Ein jäher Schreck ergriff ihn, er bäumte sich, er stürzte davon, die Jungfrau verlor den Zügel aus der Hand ... hineinging es in die brausende Fluth, bald hatte der Zelter den Grund verloren, eine stürzende Welle riß das Mädchen aus dem Sattel, sie sank., sie hob sich',' der Schleier 'löste sich, das Haar wallte auseinander, sie trieb von dannen, da griff sie nach , einem entwurzelten Baumstamm, der dahkntrieb, aber eine neue Welle trennte sie davon, immer naher ging es dem Guadalquivir zu, sie war verloren. ... Der Jüngling kam eben am Wassersturze an, da war Alles schon vorüber. Nichts mehr vom Zelter, Nichts von der'Jungfrau zu sehen. ' Er schrie, er rief — da hörte er mitten aus dem Brausen des Wassers einen Hilferuf. Dahin wandte er sich>• er ragte über Klippen und Baumstämme am Ufer der Strömung hin, er mußte jetzt um einen Felsen herum, der ihm im Wege stand, länger als er gedacht wandte sich dieser hinendlich war er wieder am Wasser, er. gewahrte Nichts.... Voll Verzweiflung -wiederholte er immer wieder - den /Namen seiner. Base. „Hulda- Hulda, wo bist Du?" Es war Alles still;- das Wasser glitt hier schon ruhiger dahin, und dort mündete es im Guadalquivir.-.. . - - - - Hast* Du wirklich die schöne Beute verschlungen, menschenfeindliches Element? und der reizenden Hulda das Leben geraubt? .. . wenn nicht da droben ein Auge wachte, das nicht schlaft, nicht schlummert.... Als die Jungfrau bewundernd am Wassersturze gehalten, stand am andern Ufer, an eine Zypresse gelehnt, eine hohe Mannesgestalt. Sie war ärmlich bekleidet, aber gewahrtest Du wol diese Armuth in ihrem Gewände? Fürwahr, nein. Wer in dieses große, tiefe Auge, das schwarz glühete, und dessen Feuer doch wieder von so . erhabenem Ernste gedämpft war, blickte, auf diese weiße, leuchtende Stirn, um die das schlichte, schwarze Haar sich so leicht herumlegte, in dieses wohlgeformte Antlitz, um den sich ein dichter Bart in leichten Wellest kräuselteder. sah-, die Dürftigkeit des Gewandes nicht. Die hohe Gestalt mit der breiten, hochgewölbten Brust, mit der feinen, fast mädchenhaften Hand und dem edel geformtem Arme — man beugte sich vor dem Großsinn di'eses Mannes im Bettlerkleide. Er sah die Jungfrau auf dem Zelter, er sah diesen auffahren, vo rwärts stürzen, in die Fluth hinein, und rasch flog der Mann davon. In einem Nu hatte er die Lage berechnet, rannte eine kurze Strecke, den Strom abzuschneiden, stürzte sich den Wellen , entgegen, und empfing das Mädchen wie von der Welle in den schützenden Arm gelegt; kräftig schwamm er zurück, trug seine Bürde an's Ufer, und legte sie auf weichen Rasen' unter einem Rosengebüsche; nieder- Bald kam Hulda wieder zum Bewußtsein; einige Augenblicke schaute sie verwirrt umher; dann besann sie sich; .sie blickte dem -Fremdling auf; sie kannte ihn nicht..; K -v Edler Mann," hob sie mit schwacher Stimpne an, „wie soll ich Dir danken? .... Du hast mir das Leben gerettet, als ich von Allen verlassen war .... wer. bist Du? ..." ' V " f „Still," sprach der Fremde, „ich höre von drüben die Stimme Deines Begleiters, ich mußihm 'Kunde geben, -denn er wird in Verzweiflung sein, und Du mußt nach Hause gebracht'werden, denn Deine Kleider sind durchnäßt, Hulda .. . .<- . - >r Sprachs und schritt schnell durch die Baume, bis er

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