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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-30 · Heft 45 (30.10.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 45 (30.10.1848)
Date
1848-10-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XU. Jahrgang. 2UI $ CTtt t i tt C No. 45. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Ludwig Philippfon,Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ' ZU Leipzig.'; Leipzig, den 30. Oktober 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers ü. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit S Thlr. für den Jahrgang;,7— 1. Thlr. 1b Ngr. (1 Thlr. 12)gGr.) für sechs Monate — 22^- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die tönigl. sachsi wohllöbl.' Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. > I n h a l t. Leitender Artikel r Die weltgeschichtliche Bedeutung des israelitischen Volkes, l. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Hamburg, Berlin, Berlin, Stolp, Wien, Frankfurt a. M., Frankfurt a. M., . Hannover,. Jcheuhausen. Literarische Nachrichten: Riga (Schluß). Lertender Artikel. Magdeburg, 23. Oktober. Die weUgeschichtliche Bedeutung des israelitischen Volkes. ,• . I. Bei dem immer loser werdenden Verbände der Juden unter einander, bei dem immer schwächer werdenden Festhalten an 'dem jüdischen Formgesetz, hat man schon öfter gefragt: was an der Stelle dieser unsere Glaubensgenossen in ihrer Religion zusammenzuhalten vermögen werde? Die Frage ist für diejenigen, welche das Leben der Menschheit und das menschliche Leben nicht von der Oberfläche der politischen und materiellen Interessen her zu fassen gewohnt find, von tiefer Bedeutung. Wer da erkennt — und gerade die jetzigen Bewegungen geben hierzu am Ehesten Gelegenheit — daß die politische und soziale Entwickelung ihren ehernen Anker in der religiös-sittlichen Entwickelung haben muß; wer dann weiß —und dieses zu erkennen, dringen wir ja seit Jahren immer wiederholt*)— daß gerade die Religion, die wir bekennen, - den Aufbau des politisch-sozialen Lebens auf dem Grunde des Migiös-sittlichen Lebens von Beginn an gewollt und erstrebt hat; wer dann folgert — und dies ist eine sehr, natürliche Folgerung — daß die Mission des Judenthüms in der Förderung dieser Durchdringung beider, menschlichen Lebenselemente besteht und sich nur dann, vollendet: dein muß das Bestehen des Judenthums eine höchste Aufgabe sein. Und zwar das sichtliche Beste-- Herr. Das bloße Vorhandensein oder Niedergelegtsein von : Ideen irgendwo genügt nie. Dann sind diese Ideen todt und reden in todter Sprache zu den Menschen» Nur was lebendig am Menschen besteht, wirkt belebend. Und dann: gerade die Geschichte des Judenthums zeigt aufs Deutlichste, wie es immer einer ganzen Nähe, der Liebe und des Hingegebenseins bedarf, um die Ideen herauszufinden und an's Licht zu schaffen. Man hat das Judenthum immer, geschmäht, bis Juden den uns endlichen Schatz seiner Ideen so zu Tage förderten, daß die Gegner und Hasser sie nicht mehr zu leugnen vermögen. Die Frage, die wir oben im Namen Vieler hingestellt, beantwortet sich sehr einfach. Wenn das Foemgesetz seine alte Bindekraft nicht mehr übet, wofür ist *) S. unsere: Die Entwickelung der religiösen Idee im Judenthume, Christenthume und Islam. 'Baum-, gartner, Leipzig 1847. Die Religion der Gesellschaft. Baumgärtner, Leipzig 1848 und viele lest. Art.' dieser AeitlMg.

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