Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 44 (23.10.1848)
- Date
- 1848-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XU. Jahrgang, emerne No. 44 ♦ ■ Ei«; - unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. -Redakteur . Verlag von »r. Ludwig Philippfon, ' Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 23. Oktober 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 86 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu.s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 221- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. 'Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n ht. Leitender Artikel r Die Zeitlage. ZeitüngSnachricktenr Deutschland: Berlin, aus der Provinz Preußen, Posen, Münder,Magdeburg. Krakau: Krakau. Ungarn: Pesth. Schweden: Magdeburg. Rußland und Polen: Mltau, Kalisch, Warschau.. Literarische Nachrichten r Magdeburg (Schluß), Riga, .Leitender Artikel. Magdeburg- 16. Oktober. Die Ieitlage. Der große Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Für den,-der auf einem hohem, neutralen Standpunkte steht, wie dies; nur der Standpunkt der Allg. Zeit, des Judenthums sein kann, ergiebt sich ein so großes Feld der Beobachtung, daß es immer wieder zü durchschreiten zur Pflicht und zum-Drange wird. Vergessen wir nicht, daß es allerdings ein Kampf zweier großer Prinzipien ist, der Kampf eines alten, bis jetzt geltenteyden Prinzips und eines n e u e n, zur Geltung. kommen wollenden; dort des absolutistischenhier des demokratischen; dort, wo die ganze' gesellschaftliche Macht in der. Hand des Einen, hier wo sie in den Millionen Händen. des Volkes beruht:- dort-' wo das persönliche Interesse das dynastische^ nur zu leicht'Und zu sehr das Interessen der Gesellschaft aüszehttft kannhier wo die tausend -verschiedenartigen sich durchkreuzenden Interessen aller Volksschichten, Klassen rc. eine Auflösung alles Gemeinsamen und Einheitlichen gar zu leicht bewirken können; dort^ wo der Wille des Einen den Willen Aller verschlingen kann, hier, wo die mannigfaltigen Willen Aller zu gar keinem Willen, oder zu, einander sich bekämpfenden und vernichtenden Willen kommen können. Diese beiden Prinzipien liegen im Kampfe. Der Kampf ist nicht neu, denn sein erster Ausbruch datirt sich von 1789. Die Franzosen waren damals, waren 1830, waren auch in diesem Jahre die Vorkämpfer; sie waren und sind aber ungeschickte Vorkämpfer, denn sie wälzen die Bürden des Kampfes immer wieder anderen Völkern, namentlich den .Deutschen, zu, ohne je den Kampf zu einem entschiedenen Ziele zu bringen. Sie schlagen sich mit den Waffen, und werfen sich dann, Sieger und Besiegte, ermattet irgend Einem, der sie zu fesseln versteht, in die Arme. So Napoleon, Ludwig XVIIL, Louis Philipp, Cavaignac, und wer weiß wie Vielen noch. , Noch weniger trugen die Südländer Europa's dazu, Träger dieses Kampfes zu sein. In Spanien löst sich stets der Kampf in Guerillaszüge, in Italien in Gezänk auf. Jene treiben Raub, Plünderung, Mord dabei; diese machen einen Höllenlärm, und laufen davon, sobald ein ernster Gegner sich zeigt. Und wenn wir nun noch England und Rußland abziehenjeftes,' weil es in seiner naturwüchsigen Entwickelung Schritt vor Schritt geht- und darum keiften vulkanischen Zündstoff bei sich aufsammeln läßt, * dieses, Mil es sich überhaupt noch' nicht entwickelt hat 'so bleiben allerdings nurHie Deutschen- Magyareft und^ Westsiavew übrig, - welchen den' Kampf