Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 43 (16.10.1848)
- Date
- 1848-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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x». Jahrgallg. Allgemeine Mo. 43. Zeitung des In-enthnms. ' EI» ■: ■■ ' ■ unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur - Verlag von ' Dr. Ludwig PHLlippson, Baumgärtners Buchhandlung . Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. / ' Leipzig, den 16. Oktober 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu.s.w. umfassen. Irl Gemäßheit, des Zweckesd er selb en di e allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der-Prers äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. '12 gGr.) für sechs. Monate — 224 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an;' der Hauptspedition für beide Letztere; . hat sich die königl. sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t. Leitende Artikel r Aus zwei Neujahrspredigten. H. — Die Theilnahme der Juden an den revolutionären Bewegungen. Zeitungsnachrichten r<D e»t sch.l a nd: Frankfurt a. M., Wien,'Lübeck, Dejsqü, Eisenach/Berlin, aus der Provinz Preußen, Magdeburg, Posen, Brilon. Großbritanien: London.- - - ■ ■ ' ■ Literarische Nachrichtenr Magdeburg. Korrespondenzen r Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung.) . Leitende Artikel. Magdeburg, 1. Oktober. Aus zwei Neujahrspredigten. (Schluß.) / II. Also spricht der Prophet zu uns, Ief. K. 51. V, 12—16.: - v „Ich, ich bin eur Tröster. Wer bist. du, daß du dich fürchtest vor'm Menschen, der stirbt, vor'm Menschensohn, der wie. Gras dahingegeben wird? und vergissest des Ewigen, deines Schöpfers, der den Himmel gespannt und die Erde gegründet, und bebest beständig, den ganzen Tag, vor der Wuth des. Bedrückers, wie er zielt, zu verderben — und wo ist doch die Wuth des Bedrückers?- Schnell wird befreit der Geschlossene, nicht in der Grube, stirbt. er,. und nicht wird fehlen sein Brod. i Ich bin ja der Ew'ge, dein>Gott, der das Meer aufregt, daß. wogen die Wetten -7- Ew'ger der Heerscharen ist sein .Name — ich ja legte meine Worte in deinen Mund, und barg dich im Schatten meiner Hand; wie pflanzend die Himmel und gründend die Erde, so auch sprechend zu Zion: Mein Volk bist du!" I. Meine Freunde! Das begeifterteWort des Propheten hat uns ergriffen. Dies ist seine Herrlichkeit, dies die Herrlichkeit unsrer Religion überhaupt, daß sie, schnell das ganze Herz des Menschen erfassend- Himmel und Erde, Gott und Mensch so eng zu verbinden, einander so nahe zu bringen, so in einander zu verschlingen versteht. Sehen wir näher zu, was der Prophet uns für Botschaft bringt. „Wer bist du, daß dir dich fürchtest vor'm Menschen, der stirbt, vorm Menschensohn, der wie Gras dahin gegeben wird?"- Die Furcht vor Menschen, vor Menschenmacht und Menschengewalt ist es also, die er zuerst uns vorrückt, und die er so kurz und schlagend in ihrer Nichtigkeit darstellt, vor'm Menschen, der selbsten über Nacht verschwindet, wie Gras, das am Morgen grünt, Abend welkt. Und ist es nicht diese Furcht, die unsere Herzen fülltj die sie mit Angst und Sorgen durchdringt? Der fürchtet den Nebenbuhler, der ihm sein Stück Brodes verkümmern werde; jener den Verleumder, der ihm seine Ehre schmalem werde; jener den Hartherzigen, der ihm die Wohlthat versagt; der Andere den Bedrücker, der ihm sein Recht und seine Freiheit nimmt, der Vierte eine aufgewiegelte. Menschenmasse - die ihre Wuth gegen ihn richte» könnte. Und diese Furcht trübt unfern Blick, verdunkelt den Verstand,