Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 42 (9.10.1848)
- Date
- 1848-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XU. Jahrgang. A l lgem ei n e No. 4L. Ein unparteiisches Organ W alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von! Ludwig PHLlippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg! zü Leipzig. Leipzig, den 9. Oktober 1848. 'Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w« umfassen. Zn Gemäßheit des Ameckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis 'äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; -- 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das-,Vierteljahr angesetzt worden, jllle 'Buchhandlungen, Postämter und Seilungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Aeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h o 11 Leitender Artikel: Aus zwei Nenjahrsptedigten. I. . ZeitungSnachricktenr Deutschland: Frankfurt a. M., München,. Berlin, Münster, Lübbecke, Magdeburg, Rußland: Minsk. Literarische Nachrichten r Hamburg. Korrespondenzen: Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung.) Leitend er Artik ol. " Magdeburg,'1. Oktober. . Aus zwei N^üjahrs^ Andächtige Zuhörer! Zum sechszehnten Male bestiegich. heute diese Stufen in dieser Weihestunde des jüdisch-kirchlichen Neujahrs zu dieser Redestätte hinan — aber ich frage.Euch, konnte es mir,' konnte es Euch jemals so wunderbarer Gefühle voll um das Herz sein, wie heute, so sich kreuzender Gedanken voll im Geiste, wie diesmal?' Ein Jahr geschwunden! Welch ein Jahr! Denket diese Stünde zurück vor. einem Jahre und heute! Wie anders! 'Welche Umwälzungen!... Sonst wol konnten wir sagen: wie ist in diesem dahin, geschwundenen Zähre das. Schicksal dieses■ und jenes anders geworden, wie hat jenett das Heil, diesen das-Unheil erreicht, ist jener groß, bief& klein gewordenwie hat sich dieses Auge mit.Thränen des Weh's,' jenes des Jubels gefüllt — — aber heute, in diesem Zähre: da hat es A lle betroffen, da' hat Aller Geschick unaufhaltsam sich gewendet, da ist so Großes geschehen, daß unser eignes so klein, sounbedeutend!'davor schwindet: wer, ich frage, wer hat schon Solches erlebet? Es ist ein Sturm erwacht und 'durch die Länder gefahren, und aus deni^ Sturme klangen Worte der Erlösung und Worte der Vernichtung, Worte der Erhebung und Worte der Erniedrigung; und dieser Sturm schauerte Regengüsse herab, zur Befruchtung großer Saaten,' über auch Blutstropfen, ja Blutswellen hernieder. - Und'dieser Sturm ist noch nicht gewichen, lnoch braust üüd' ra'ülscht er, und zerbricht hier Zedern des Libanon, mächtige-Zedern, Kronen. des 'Gebirges,,und hebt dort große Saudberge auf mit der Wurzel und! trägt sie von dannen, daß Wüsten! zu fruchtbaren Thälern werdest. l-. Dies ist es; meine- Freunde, dies das Uebtrwältigerkde dieser Stunde, daß so Unermeßliches geschehenin Msetti Aahis; und dieses Unermeßliche des'Großen; Herrlichen!' Md voiederum des Schreckenden.und Aengstenden so-Vieles zugleich - brachte, und. all dies noch; nicht - zu Cttöb, - jad'eß Ende von keinem menschlichem Auge abMsch'ön ist.,«.. Doch, M Fr., ich will mich in ßeinev SchildM'ss^ ergehen. . Wer - kennt, wer sieht, wer weiß, weh fühltts nichts Wir wollen heute.nicht über! diese aüfsserMH wogende Welt unfern Blick schweifen lassen; Wir Köllen heute dem Rufe des Propheten folgend,,Auf; rsteiwVökH geh' in deine Gemacher, schleuß die.Thürest hinter dir- . W'n.. üWas birg dich eiüewkurzen! Aür genblick,! biS: vorübirgezogen der .Stürm". (Zest 26, 2S))l