Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 41 (2.10.1848)
- Date
- 1848-10-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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X». Jahrgang. Allgemeine No. 4L. Zeitung -es Zu-enthums. - Ein. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von ~ Dr. Ludwig Philippson, BauwgärtnerS Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ' ZU Leipzig. Leipzig, den 2. Oktober 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben.die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22z. Ngr. (18 gBr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachf. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrickten r Deutschland: Wien, Hannover, Dresden, Frankfurt a. M., Frankfurt a. M., Wiesbaden, Liffa, Filehve, von der Oberlippe, Berlin, ans Westfalen, Lübeck. Frankreich: Paris. Galizien: Lemberg. Ungarn und die Nebenlander: Waraödiv. Polen: Aschersleben-- Korrespondenzen r Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Wien, 11. September. Das Jahr 1848 trägt vielen Schund, viele Reste mittelalterlicher Tyrannei zu Grabe. Unter diesen wird auch die Judensteuer in Oesterreich sich befinden. Der Finanzminister hat der Finanzkommission seine Anträge wegen Ausschreibung der direkten und indirekten Steuern für das Verwaltungsjahr 1849 vorgelegt. Unter diesen steht 4): Die Judensteuern sollen vom I. November.1848 an nicht ausgeschrieben werden. Die Rückstände an der bis zu diesem Zeitpunkte bestandenen Gebühr hingegen sind im ordentlichen 'Wege einzubringen. Krauß, Finanzminister. — Dass die Finanzkommission und. der Reichstag diese Aufhebung der Judensteuern billigen, unterliegt keinem Zweifel. Vielleicht schlagen sie auch die Rester nieder. So ist dieses Gespenst auch aus Mitteleuropa verschwunden und hat sich nur noch in den europäischen Osten zurückgezogen. Da scheint es freilich noch von langer Dauer sein zu wollen. Hannover, 14. September. «Endlich, ettdlich ist auch in Hannover die Gleichstellung der Juden ausgesprochen. Gestern ist das neue Verfassungswerk unter der Bezeichnung : „Gesetz, verschiedene Veränderungen des Landesverfassungsgesetzes betreffend", erschienen uttd somit die Schöpfung Schele's, welche acht Jahre bestand, vernichtet. Hundert und neun Paragraphen enthalten die Veränderungen und geben Bürgschaften für ein hohes Maß gesetzlicher Freiheit. Die Gleichheit der Glaubensbekenntnisse ist ausgesprochen,, nach langem Kampfe ausgesprochen; denn Stüve und die Ritter und Geistlichen der ersten Kammer machten noch lange Versuche, wenigstens den Juden die politischen Rechte zu verkümmern, welche die öffentliche Meinung für sie forderte. Der Beharrlichkeit der zweiten Kammer ist es zu verdanken, baß kein unduldsames Wort die neue Verfassung befleckt. — Jndeß zeigt dasselbe Gesetz doch noch,' daß man einige Vorrechte verwahrtt So sollen in der seltsam (wie die Köln. Z. sagt) zusammengesetzten ersten Kammer 4 evangelische, 2 katholische Geistliche sitzen: warum dann nicht auch 1 israelitischer? Hingegen bräuchen die Abgeordneten der zweiten Kammer weder Grundbesitz, nochVermögen nachzuweisen, jeder Staats-