Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 39 (18.9.1848)
- Date
- 1848-09-18
- Page
- Seite 557 (sequence 5)
- Language
- German
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m schon feit Jahrhunderten beinahe' durchaus keinen Ackerbau treibt. Allerdings, sehr reiche Juden werden Rittergüter kaufen,., allein. von armen Juden treiben nur Wenige und mit Widerwillen den Feldbau. Ebenso bekannt ist es, daß die Israeliten verhältnißmäßig wenig Gewerbe treiben, und, daß, wo sie Gewerbe treiben, sie sehr leicht wieder die Gewerbe, in Handel Umtauschen. Es ist ja bekannt, daß ihre Beschäftigung der Mehrzahl nach überall der Handel ist. Im Großhandel hat dies keine, oder wenige Jnkonvenkenzen; im Kleinhandel hat es aber allerdings seine sehr großen Nachtheilr, die wir Alle aus der täglichen Erfahrung kennen. Meine Herren! Diese Nachtheile können wir nicht durch eine einzige Erklärung verwischen. Wenn wir heute alle Schacher- und Sackjuden, alle israelitischen Viehvecsteller, alle mit wucherlicher Aussaugung der armen Bauern beschäftigten Juden für vollberechtigte Staatsbürger erklären, so wird jene nachtheilige Einwirkung auf das deutsche Volk damit keineswegs verwischt, vielmehr gewinnen dieselben dann nur ein freieres Feld, um ihre nachtheilige Einwirkung auf das deutsche Volk recht ungehindert und vollkommen betreiben zu können. Wir wollen human sein gegen die Israeliten, so human wie immer möglich, aber, meine Herren, unsre erste Pflichtist gegen das deutsche Volk. Ich beklage allerdings die Beschränkungen, die vermöge gewisser Gesetze, die ich nicht alle rechtfertigen will, den Israeliten häufig drücken; aber, meine Herren, ich beklage noch millionenmale mehr, die Tausende armer Bauern, die von den Juden ausgesaugt.und zu Grunde gerichtet werden. Meine Herren! Wenn man die Ortsvorsteher, die Advokaten, die Richter aus meinem Lande, und auch aus anderen Ländern fragt, da, meine Herren, werden Sie hören, daß, wenn der Judenwucherer nur einmal einen Fuß in das Haus eines Bauern gesetzt chat, der Letztere verloren ist. (Stimmen: Oh! Oh! Zischen.) Wenn einmal die-mit der Aussaugung des Volks beschäftigten Wucherer aus den unteren Schichten der jüdischen Bevölkerung wissen, daß ein Bauer in Geldverlegenheit ist, und ihm mit einem Anlehen, das gewöhnlich mit Tausch¬ und anderen Geschäften so verwickelt wird, daß der Richter die Sache gar nicht mehr auseinanderbringt, beigekommen sind, so ist der Bauer verloren. Denn er wird immer tiefer hineingerissen, bis Haus und Hof dem Juden gehört. (Widerspruch in der Versammlung.) Präsident: Ich muß. bitten, den Redner nicht zu unterbrechen; es hat Jeder das Recht, seine Gründe zu entwickeln. Moritz Mohl: Ebenso schädlich wirken die unteren Klassen des jüdischen Volkes im Detailhandels Die einzelnen Gesetzgebungen haben zum Theit sehr zweckmäßige Gesetze erlassen, so wirken namentlich die in meinem besondern Vaterlande diesfalls erlassenen Gesetze sehr wohlthätig, welche dahin gehen, den Israeliten vom Schacherhandel und vom Wucher abzulenken, und ihn zu einem ordentlichen, ehrlichen Gewerbe und zur Landwirthschafl anzuhalten; auch gehen diese Gesetze dahin, den Israeliten von dem Detailhandel kn andere Gewerbe abzulenken; es ist ein ganzes System von Gesetzgebung, das bis jetzt sehr nützlich gewirkt hat. Man beruft sich immer auf Frankreich und England; aber dort sind die Verhältnisse ganz andere. Frankreich hat im Mittelalter die Juden sammt und sonders verjagt, französische Juden gab es bis zum Jahre 1789 nicht; es durften keine mehr in Frankreich sein, mit Ausnahme des Elsasses und Lothringens, von Bayonne und Bordeaux. Im Ganzen gab es bis 1789 blos 50,000 Juden in Frankreich, während in Baiern allein deren 69-^70,000 fmö. Diese Juden waren überdies theils deutsche im Elsaß und in Lothringen, theils portugiesische in Bayonne und Bordeaux; französische gab es gar nicht, und es durften, wie gesagt, im übrigen Frankreich keine sein bis 1789. Man hat deshalb damals gar nicht gekannt, was es.um diese Nachtheile ist. Später aber hat man es erfahren, und Napoleon hat sich im Jahre 1808 durch die Klagen über den Judenwucher genörhigt gesehen, eine besondere und sehr strenge Ausnahmegesetzgebung wegen der Klagen über den Judenwucher zu erlassen. Von England wurden ebenfalls die Juden im Mittelalter sammt und sonders verjagt, und nur ein kleiner Theil wurde unter Cromwell wieder zugelassen. Nach, der höchsten Angabe leben jetzt 30,000 Israeliten in England, während nach anderen Angaben deren viel weniger dort sind. In diesen Staaten hat man also in dieser Hinsicht gut liberal sein; in ganzen Provinzen dieser Länder weiß man gar Nichts von Juden. Man beruft sich endlich auf Nordamerika. Allein hier sind die Verhältnisse vollkommen verschieden. Hier ist Land genug, der Bauer ist wohlhabend, und kommt also nicht in die Versuchung, sich dem Juden in die Hände zu geben. In Deutschland aber würde es von größten bürgerlichen Nachtheilen fein, wenn der Staat solchem Treiben gegenüber ganz entwaffnet würde, wenn ihm grundgesetzlich, das 'Recht entzogen würde, die Verhältnisse der Israeliten durch Gesetze zu regeln. Ich weiß wohl, welche Einwendungen man dagegen machen