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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-09-11 · Heft 38 (11.9.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 38 (11.9.1848)
Date
1848-09-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xn. Jahrgang. , Al l g t me ine . No. 38. Elii unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von. Dr. Ludwig Wilippfon, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 11. September 1848.^ Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird Wahrlich 96 Bogen in Quart inkl.des Titels, Registers u.s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22H. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere " ' hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. ' ' Inh a l t. Leitende Artikel r Die Gleichstellung. — Die Synode. Von' Dr. Rothschild. ZeitungSnachricktenr Deutschland: Frankfurt a. M., Frankfurt a. M. , Frankfurt a. M., Marburg, Leipzig, Hamm,Breslau,Berlin,Stettin,Moisling. Frankreich: Paris. Die Walachei: Magdeb.urg. , ' . . Belletristisches r Ohne Bewilligung...Von.Leopold Kompert. (Fortsetzung.) Korrespondenzen r Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung.) ... ./ Leite«-» Artikel. Magdeburg, 3. September. Die Gleichstellung. Das Erlösungswort ist gesprochen. Die Paulskirche zu Frankfurt am Main, der Sitz der deutschen Volksvertreter, hat das Wort vernommen: kein Unterschied in dm politischen und bürgerlichen Rechten in Deutschland mehr um des Glaubens willen!' Nur noch wenige Wochen, und die Abstimmung ist Gesetz, dem sich kein Einzelstaat Deutschlands mehr entziehen kann. Die Ausnahmsgesetze, .die Ausnahmsrechte und -Unrechte sind vernichtet, haben aufgehört zu existiren. Es hat lang gewährt. Siebenzig Jahre sind in Nordamerika, sechszig Jahre in Frankreich und Holland darüber hingegangen, aber Deutschland weigerte sich. Es hat viele Kämpfe gekostet, Schritt vor Schritt ging es' vorwärts, aber dem Ziele waren, wir immer fern. Da mit einem Male brach der Sturm los,.und zerbrach im Nu den. alten' Stamm der Intoleranz, des Glaubens? , druckes. Doch Niemand sage, die Kampfe waren unnöthig, der Sturm hatte ihn.doch gebrochen. . Nein) durch diese Kämpfe war jener verruchte Stamm eingesägt und eingeschnktten, daß der Sturm ihn wie Rohr zerknicken konnte. Und diese Kämpfe haben unsere eigenen Kräfte geübt, hatten uns aus Befangenheit und Kleinsinnigkeit hervorgehöben, hatten unfern politischen Blick geschärft, unser politisches Wewüßtsein geläutert. Wir wußten längst, w o wir-unsre Erlösung'zu erwarten; nicht an. den Höfen, nicht in den Ministerien/ nicht in den Ständekammern: sondern allein, beim Volke, vom Volke durch, das Volk. ' . Es ist ein eigenes Gefühl, das uns beschleicht, wenn, wir nach langjährigem Kampfe uns am Ziele finden. Ist es, daß wir durch alle Anstrengungen doch immer nur Schritte vorwärts kamen, und nun unvorhergesehen, plötzlich, an's Ziel wie geschleudert uns fühlen? Warum jubeln und jauchzen wir nicht? Warum bekränzen wir unsere Pokale zur Feier eines solchen beispiellosen Sieges; nicht? - - . , Vielleicht können wir, gerade der Plötzlichkeit, der rasenden Schnelle wegen, noch nicht Vertrauen genug fassen? In Frankreich war es anders. Da war diese bürgerliche Gleichheit noch niemals zur Frage gekommen, und wie nun das alte System brach, brach der Glaubensdruck mit einem Male mit, es war mit ihm auf im-

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