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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-24 · Heft 31 (24.7.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 31 (24.7.1848)
Date
1848-07-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XU. Jahrgang. Allgemeine No. 3L. Zeitung -es Zudmthmns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Br. Ludwig Philipps-N, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. , zu Leipzig. Leipzig, den 24. Juli 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu.s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h alt. Leitende Artikel r Die Auflösung der Gemeinden. — Aufruf an dieRabbinenDeutschlands. Von vr. jur. Steinfeld. — Kirche und Staat. Von Rabbiner vr. Salowon Cohn. Zeitungsnachricktenr Deutschland: Dessau, Änklam, - Berlin, Berlin, Breslau, Innsbruck, Wien, Frankfurt a. M., Hagenoiv. - Galizien: Lemberg,. e/ Nebenländer: Warasdin. Norwegen: 'Christlania. Donaufürstenthümer: Bucharest. Rußland:Minsk. Italien: Rom. Korrespondenz r Debatten über das jüdische Schulwesen. Leitende Artikel» Magdeburg, 16. Juli. Die Auflösung der Gemeinden. Wir haben unsere Leser heute von sehr mißlichen Ausländen zu unterhalten. Die großen politischen Stürme, die durch Europa gingen, haben auch mehre jüdische Gemeinden ergriffen und zu Boden gestürzt. Gemeinden, die seit .Jahrhunderten bestehen, haben sich aufgelöst, sind aus allen Fugen gegangen. So schilderten uns schon vor Wochen Korrespondenten den Zustand in Pesth, so ist er in Berlin, und ein Bericht in der heutigen Nummer aus Breslau verkündet uns das Aeußerste, daß nämlich selbst die Kranken- und Armenanstalten dadurch wie aufgehört haben. Wir können kaum erwarten, daß nicht dasselbe an sehr vielen Orten weiterhin geschehen werde. Wenn auch Pesth seit lange übel berüchtigt war durch den groben Materialismus, der sich einer irreligiösen Masse dort bemächtigt hatte, durch den schrecklichsten Zustand, der überall da eintcitt, wo das Freimachen von religiösem Formwesen, das bis dahin eine ungemessene Herrschaft geübt, mit Mangel an innerer Bildung, mit Rohheit zusammentrifft; wenn der Bruch in Breslau halten waren; wenn selbst in Berlin das Band, das die beiden Parteien verknüpfte, eben nur auf zivile Weise erhalten worden — wenn also an allen diesen Plätzen das, was jetzt vor sich geht, langst vorhanden, und Nur scheinbar Verdeckt war: so laßt sich doch nicht verkennen, daß dieselben Zustande an zu vielen anderen Orten zu lange bereits vorbereitet sind, als daß nicht auch an ihnen der Bruch Vorkommen sollte. - Es kommen hier zwei Umstande zusammen. Zuerst, daß wirklich kaum in einer Kirche so extreme Richtungen so nahe an einander gerügt sind, als in der Synagoge. Der immenseste Formglauben und die freieste Denkglaubigkeit stehen in schroffesten Gegensätzen in der heutigen Judenheit dicht neben einander. Beide Parteien ließen sich unter der Herrschaft des Absolutismus Zusammenhalten; jetzt aber, wo das Bewußtsein der Freiheit Alle durchdcingt, und der Grundsatz „Trennung der Kirche vom Staate" überall geltend wird — da lassen sich die Beiden nicht mehr Zusammenhalten. Je loser das geschichtliche Band wird, welches Beide verknüpft, desto leichter werden sie auseknandergehen. Daß das Letzterein den verflossenen vier Monaten noch an wenig Plätzen geschehen,

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