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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-17 · Heft 30 (17.7.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 30 (17.7.1848)
Date
1848-07-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XU. Jahrgang. Aflg§TtUine No. 3V Zeitung -es Zu-enthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 17. Juli 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 9 6 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu.f.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes demselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Lhlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr 'angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Bewegung. Zeitungsnachricktenr Deutschland: Worms, Marburg, Dresden, aus dem Bremischen, Krefeld, Schloß Zülz, Berlin. Ungarn: Pesth. Literarische Nachrichten: vom Oberrhein. Leiteude«-Artikel. Magdeburg, 10. Juli. Die Bewegung. Wenn die große Bewegung der Gesellschaft nach politischer und sozialer Neugestaltung jede andere zucückgedrangt hatte, wenn Religion, Wissenschaft und Kunst, diese drei wesentlichen Momente der Veredlung des Menschengeschlechts, in den Hintergrund traten, so konnte es doch nicht ausbleiben, daß mit dem Zeitpunkt, wo jene Bewegung einen regelmäßigem Gang einschlug, wo die gewaltige Strömung aus den überflutheten Fluren sich zurückzieht in ein, allerdings größeres und tieferes, aber doch bestimmteres Bett, auch insonders die Religion wieder ihr Recht beansprucht. Und hierzu ist insonders das Judenthum berufen. Denn einen Theils hat dies bis zur völlig durchgedrungenen Verbrüderung und Ausgleichung immer noch gewisse politische und soziale Interessen zu verfolgen, nicht etwa Sonderintecessen, sondern vielmehr solche, die aus der bisherigen Ausschließung des Judenthums und noch mehr seiner Bekenner, hervorgehen, und als Nachwirkungen noch lange verbleiben. Wir können ja mit den Fingern darauf Hinweisen: denn noch erwarten wir bangend das völlige Lösungswort aus dem Munde des deutschen Parlaments, noch steht in den Grenzländern und Ungarn die Judenheit als ein verlorener Posten zwischen den einander bekämpfenden Nationalitäten der Deutschen, Slawen und Magyaren. Und andern Theils hat das Judenthum noch immer seinen schweren Kämpf im Innern, der zwischen Inhalt und Form, Leben und Gestalt noch lange nicht ausgekämpft ist. Stillstand konnte und kann daher dem Judenthume nur höchst gefährlich sein. Denn Stillstand ist Tod, in unsrer Zeit sicherlich.Tod, und — „die Tobten reiten schnell" — wohin? — zum Grabe, beim ersten Hahnenruf. Härten wir doch genug Stimmen schon, die ausriefen: der Hahnenruf ist erschallt für die'positive Religion; sie geht in's Grab. Darum müssen wir es freudig begrüßen, daß die wieder erwachende Bewegung im Judenthume bereits hie und da zum Ausbruche kommt, sich ausspricht, sich kund thut. Diese Bewegung erscheint aber, dem zwiefachen Verhältnisse des Judenthums gemäß, nach außen und nach innen. Die Bewegung nach außen kann jetzt, kann in diesem Augenblicke weniger dahin gerichtet werden, bürgerliche Gleichstellung zu erstreben. Diese hohe Angelegenheit ist auf dem Punkte angekommen, entschieden zu werden. Wir müssen diese Entscheidung abwarten, da sie nicht in unseren Händen liegt, und durch Bestürmen

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