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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-10 · Heft 29 (10.7.1848) · p. Seite 424

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 29 (10.7.1848)
Date
1848-07-10
Page
Seite 424 (sequence 16)
Language
German
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424 be! der äußersten ökonomischen Bewegung und der fortgesetzten ängstlichen Lebenssorge der nöthige gute Muth zu den Amtsvecrlchtungen, die Freudigkeit des Berufes, die wo! nirgends eine so unumgängliche Bedingung deS gesegneten Werkes ist, wie beim Lehrberufe, zu den Unmöglichkeiten gehört, daß wird ebenso jedem Billigdenkenden einleuchten, wie es andererseits schon Millionenmal gesagt, gehört, geschrieben, gelesen, auch geglaubt wurde, aber — im Weitern unberücksichtigt blieb. Es muß für Schullokal und Lehrmittel dem Unterrichtszwecke entsprechend Sorge getragen werden. Die Rabbinen muffen für die Sache derSchule mehr, viel mehr begeistert und dahin gebracht werden, daß sie den Mann nicht nach größerem oder geringerem Vermögen schätzen und aufhören, dem dickwänstigen Vorsteher, dessen Verdienst in der Aufhäufung todter Köpfe besteht, zu bespeichellecken und dem wackern Lehrer, der unter Entbehrung und Mühe sein Streben und Leben und Wirken, seinen regen Willen, sein von reinen Interesse erwärmtes Herz an den Stufen des Altars x im Tempel der Menschheit niederlegt, hintenanzusetzen. Wie kann man denn den Diener loben, wenn kein Segen kommt von Oben?*) Und was die Lehrer betrifft, ihnen thut vor Allem noch, daß sie ihren Lehrerwerth fühlen, und wenn sie ihn fühlen, ihn bethätigen, und dann beansprechen, kurz, daß sie etwas auf sich halten. O, daß ich die Gabe hätte, Euch st g. Lehrer, die ihr der Mehrzahl Eurer Standesgenossen die Schamröthe wegen eures Verhaltens in das Gesicht treibet, daß ich die Gabe hätte, Euch das Eckelhaste Eurer Gesinnungslosigkeit in das Herz, in das eisharte, berufskalte hinein zu donnern, die Gabe, euch die eiternde Wunden eurer speichelleckerkschen Niedrigkeit mit hellen Farben vor das Auge zu malen! Neln so lange die Lehrer selbst, deren Aufgabe ist: Grobheit und Aufrichtigkeit und Männlichkeit in Wort und Werk zu bethätigen, deren Streben es sein soll, mit den Spaten in der Hand den Sumpf der Niedrigkeit und Bewußtlosigkeit trocken zu legen" so lange die Wegweiser selbst noch blind und lahm sind, das will sagen, so lange die Lehrer selbst mit den Ban¬ *) Die ausführliche Darstellung der vorhandenen Mängel des jüdischen Schulwesens-und der etwaigen Mittel zu ihrer Beseitigung habe ich mir, da diese Abhandlung schon zu sehr angewachsen, für eine demnächstige Arbeit Vorbehalten. den der Stupidität im qualmigen Thale der Kriecherei, im Koth der Selbstschandung sich herumwälzen und um winzige Interessen mit steifen Stücken den Krummbuckel spielen, und^mit Verleugnung alles männlichen Selbstgefühls hündisch um Gunst wedeln, wie Bettler sich ge-, berden, wie ehrlose Knechte sich benehmen: so lange kein Heil für uns, so lange kein Segen für die Schule: Thut, die ihr auf den Namen eines Iugendlehrers Anspruch macht, vor Allem die Bleiklumpen der Gesinnungslosigkeit von den Schwungflügeln ab, wenn ihr Euch auf die Zinnen der Freiheit und allgemeinen Achtung schwingen wollt. Bin ich denn aber nur ein Schild, das.Andere einladet und selbst draußen bleibt? Oder der Arm an der Landstraße, der nur Anderen den Weg zu zeigen sich anmaßt und selbst stehen bleibt? Hoppstatten, am Abende zwischen dem alten und neuen Jahre. Emanuet Hecht, Lehrer. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1*/4 Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Eine anständige, gebildete Familie in Dresden wünscht noch einige junge Mädchen jüdischen Glaubens, welche entweder hier die Schule besuchen, oder hier ihre sonstige Ausbildung vollenden wollen, in Pension zu nehmen,, und wird es deren eifriges Bestreben sein, dem ihr zu schenkenden Vertrauen mit aller möglichen Sorgfalt zu entsprechen. — Der Herr Oberrabbiner Di*. Frankel wird die besondere Güte haben, nähere Auskunft zu erth eilen. Lehrlingsgesuch. In meinem Ledergeschäft suche einen Lehrling, der unter annehmbaren Bedingungen sofort bei mir eintreten kann. Nordhausen, am 3. Juli 1848. S. Sonnenfeld. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: Kleiner Katechismus -er israelitischen Religio». Von vr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Preis 2^Ngr. (2gGr.). Gebunden 4Ngr. (3 gGr.). Druck von-J. B. Hirschfel-.

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