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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-03 · Heft 28 (3.7.1848) · p. Seite 406

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 28 (3.7.1848)
Date
1848-07-03
Page
Seite 406 (sequence 10)
Language
German
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106 giftigen N.atioyalität' gnschließt,. MÄer-er wohnt,^ über das muß-: chenely.e.vollgiltige/ großeNAioualitätseiM Ep ist in Frankreich Franzose,. in England Engländer, in,Deutschland Deutscher, weil in diesen Ländern die Nationalität entschieden ist, , und -sich dem Juden von selbst einpflanzt.. Aber da, wo ein ganzes Samme'lsarium von Nationalitäten vorhanden istwo > nicht allein dicht nebeneinander liegende Landstriche von verschiedenen Stammen bewohnt werden, sondern sogar dieselben Städte und Komitate vonsehr verschiedenen -— zu welcher Nationalität soll er sich da halten? Der Magyare wirft ihm vor, er sei nicht magyarisch, der Kroate halt, ihn nicht für kroatisch, der Sachse mißachtet ihn, , weil seine Vorfahren nicht aus Sachsen eingewanderLsind, der Siebenburger sicht ihn über die Achsel an, und der. Illyrer will Nichts von ihm wissen. Und dabei liegt es.doch in der Natur der Sache. . Der Anschluß an eine Nationalität ist keine Sache des Gedankens, des. Entschlusses, der Absicht, dann ist er stets nur, g e m a ch t, ^also nicht echt. Der Anschluß an. eine Nationalität muß ganz von selbst kommen, indem sie. den. Stamm, der sie in sich.aufnehmen soll, von innen heraus überwindet. Das war aber für den Juden nicht möglich, da erstens in dem Völkergemisch des Ungarlandes so viele Nationalitäten bestehen, und ja selbst der -Magyar bis vor wenigen Jahren. nach lateinischen Gesetzen und durch lateinische Dekrete regiert und gerichtet ward; zweitens keine dieser. Nationen eine so selbstständige Bildung, eine so bedeutende Entwickelung z. B. ihrer Literatur hatte, daß diese, der Juden sich bemächtigen mußte. Was ist aber murp gefahrbringender, als mitten zwischen große Nationalitäten, die nach Millionen zahlen, und. im' Sturm auf sich Losbrechen, geworfen zu sein als. kleine, Herstreute,, ohnmächtige Haufen? Sie werden gleichsam zum neutralen Gebiete für beide Parteien, das . Beide nach Belieben -befeinden. - :; Dieser Kampf der Nationalitäten im Ungarlande und den Nebenländern, war übrigens langst vorbereitet, als ein natürlicher Ausfluß des Metternichfchen Systems. Diese wollte keine Nationalität gelten lassen, indem es eine durch^die, andre ' niederhielt; es gab keiner eine Entwickelung und Selbstständigkeit, nährte aber, die Eifersucht unter; ihnen- Äls nun der 'Ruf der Freiheit kam, da begriffen diese Nationen die Freiheit. nicht als Solche, sie' sahen' - nicht,' daß m der Freiheit. Alle frei sind, und die Freiheit nür in der freien Entfaltung jedesuMsens' in'^seiner Eigenthö!inkichkeit besteht/ m! sie - chMew die Wiheit ^fur die Herrschaft ihrer NätionalM-'D dächten-W'die FtelW Äs daß sie - nun Herrscher/chie-Anderen uftte^iMfeÄ sein sollten — und so ging schnell-' nach ckürzem Wettbrleuchten die Freiheit itn Kampfe der NatioMitätM' unter. Wann und wie dieser enden werdewie viel Menschenblut und Menschenglück ' er kosten werde, wer kann dies - voraussehm? -Aber das sehen wir, daß die Freiheit-schnell vor ihm'entflohen ist, und sobald nicht wieder erscheinen wird. Statt Freiheit haben wir Kampf, und der Kampf kann nur mit der Knechtschaft ei n es Theiles enden. Wo aberdie ^Freiheit geschwunden, da hat der Jude das schlimmste Loos, weil er von jeher zwar an der Knechtschaft Allerniemals an der Herrschaft ei n e s Theiles Theil genommen. Nur wo Alle frei sind-, ist der Jude freu '. Ueber uns hängt also stets daß Dachdklesschwert. Ueber unshängt dies -ebenso in Budapest, wo der Magyarewie in Warasdin, roo der Kroäte Herr ist; und wo ein Sieger einzieht, 'füllt die Schärfe des Schwertes -zuerstwif uns.' Italien. Turin, 10. Juni. -Die sardinische Regierung hat den Kammern folgenden Gesetzentwurf über die politische G leichstellung aller Glau den sbekenntnisse vorgelegt: „In der Absicht, jeden Zweifel über die , bürgerlichen, und politischen Rechte derjenigen Bürger, welche sich, nicht zur katholischen Religion bekennen, aufzuheben,, haben Senat und Kammern beschlossen und verordnen wir, was folgt: Einziger Artikel. Die Verschiedenheit des- Kultus hat keinen Einfluß auf den Genuß .der bürgerlichen und politischen Rechte und auf Zulässigkeit zu den Zivil- und Militärämtern." Die -Abgeordnetenkammer hat dieses Gesetz mit 102 gegen -17 Stimmen Angenommen. ' (N. K.) Somit ist die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in Italien von Toskana, Sardinien, Lombardei und Venedig ausgesprochen, und besteht nur im Kirchenstaat und Neapel noch nicht. . Frankreich. PLchrs, Süitf. Iss der gestrigen Sitzüng-der MiiottÄlvjttsackMW lüs'Münüst den Etttwurf 'der

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