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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-03 · Heft 28 (3.7.1848) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 28 (3.7.1848)
Date
1848-07-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XH. Jahrgang. 21 ü $ t Itt 11 ft t No. S8. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 3. Juli 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 9G Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15, Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22V Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhrer unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Unsre Aufgabe für die Zukunft. Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Württemberg, aus Württemberg, Karlsruhe, Bützww, Schwaan, Leipzig, Dessau, aus Tyrol, Prag. Ungarn: Pesth. Italien: Turin. Frankreich: Paris. Korrespondenz: Die Geschichte des jüdischen Schulwesens. Von Emanuel Hecht,. (Fünfte Periode.) . Leitender Artikel. Magdeburg, 25. Juni. Unsre Aufgabe für die Zukunft. Wie steht es in diesem Augenblick um die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten in Europa? Wir muffen uns diese Frage in einer so gewichtigen Zeit immer wieder vorlegen, um den Blick offen zu halten, und da wirken zu können, wo es nothwendig ist. Viele sind der Meinung, daß das Werk der völligen Glaubensfreiheit vollendet ist — noch können wir ihnen nicht beistimmen. In England ist soeben die Emanzipation, dieihrer Lösung so nahe schien, wieder zurückgewiesen; das Oberhaus hat gezeigt, daß, so lange es bestehen werde, an den Eintritt der Juden in Parlament und Staatsämter nicht zu denken sei. Zwar hat der Premierminister in einer andern Form den Versuch erneuert, eine Veränderung des beim Eintritt zu leistenden Eides — allein dieser Versuch kann noch viel weniger gelingen. Denn wenn jene Bill durchgegangen wäre, würde wenigstens für die Christen der christliche Eid geblieben sein, und derselbe nur für die Juden verändert worden sein. Jetzt soll er überhaupt verändert werden, und die Gegner werden,jetzt mit noch mehr Schein der Wahrheit behaupten, daß man England entchristlrchen wolle. Also in Großbritanien ist der Jude noch nicht emanzipirt.; Frank reich, Belgien und Holland haben seit tangerer Zeit die Gleichstellung vollendet, hier ist Nichts mehr zu thun. Aber daneben stehen die anderen Länder des europäischen Westens, die Schweiz, deren neues Bundesgesetz ausdrücklich die Juden ausschließt, und sie nur in einigen wenigen Kantonen duldet. Neuenburg hat gesagt, es werde sie emanzkpiren. Aber noch ist Nichts erfolgt, und die Schweiz bietet für die Juden noch wenig Zukunft. Spanien und Portugal haben ihre Verbannung noch immer aufrecht erhalten, und wenn auch in Portugal einige Tausend ungestört leben, fo ist dies nur der Fall als „Fremde", aus Marokko und Gibraltar; Portugiesen sind sie nicht. An diese Lander reiht sich der Norden. Dle.Grenzen Norwegens dürfen die Juden bei Strafe des Gefängnisses noch immer nicht betreten. In Schweden find abermals alle Versuche gescheitert, und wie die pyrenaifche Halbinsel ein rein katholisches, ist die skandinavische ein rein protestantisches Land, Die Juden in Schweden sind noch bürgerlich und politisch sehr beschränkt. Selbst in Dänemark find sie. nur liberal behandelt, aber nicht gesetzlich gleichgestellt. /•

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