Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-06-26 · Heft 27 (26.6.1848) · p. Seite 396

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 27 (26.6.1848)
Date
1848-06-26
Page
Seite 396 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225551-3225579--09489-3237751
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3M -allgemeinen DürftigkeiL, welche keine unordentlichen Begierden so leicht aufkommen läßt, die strengere Eingezogenheit in der Zudengaffe, wo sie den wachsamen arnd geschärften Blicken der ernsten Matrone nicht entgehen .konnten, und dem Mangel an Bekanntschaften mit Jünglingen, die immer mit. dem ihnen kaum, einige Stunden freitzebenden Talmudstüdium beschäftigt waren, beigemeffen werd'en. Das Alles hat sich nun aber umgeändert, die Juden führen kein anachoretisches Leben mehr, das weibliche .Geschlecht trat in die Oeffentlichkeit und die ihm früher gewordene patriarchalische Erziehung ist heutiges Tages lange nicht mehr ausreichend. Das erkannte man nun auch, man emanzipirte das weibliche Geschlecht, pflegte die schönen Gaben seines Geistes mit demselben Eifer, wie die des männlichen Theils, aber ich glaube, daß die rechten Mittel nicht zum Gebrauche gekommen, daß vorzüglich die religiöse Bildung der Töchter Zions an Oberflächlichkeit, Halbheit, Ueberreiz und Unnatürlichkeit krankt. Das Geschlecht der Frauen schaut, so weit meine Erfahrung reicht, mehr .in den metallenen Spiegel, als in den der Ergebung, der Bescheidenheit, der wahren Tugend. Es lernte Gesang und Klavierspiel, aber die innere Musik, wodurch sie fähig -wären die Grillen aus dem eigenen und des Mannes Herzen wegzuspielen, scheint nicht überall verstanden zu werden. Es lernte französisch, englisch und italienisch, aber die Sprache der Liebe, die schweigen, leiden, siegen kann, scheint ungekannt zu sein. Haben sie auch das große und kleine Alphabet der geselligen Zeremonien ganz wohl inne und können sie sich ganz genau ä la Paris kleiden, und recht vornehm thun, so ist doch nicht immer der innere Sinn für wahre Schönheit und wahre Geselligkeit, die Modejournal und Kränzchen nicht einpflanzen können, in den Falten des Gemüthes bei ihnen zu Hause. Meine hübschen Leserinnen wollen mir ob dieser Expektoration nicht grollen, und bitte ich sie die Worte zu beherzigen, die folgende Männer voll Liebe zur Menschheit über ihre Bildung gesprochen: Seihler 913; Schwarz, S. 50; Niemeier TH.2. 39; Hufeland, S. 13 (ein Mann ohne Religion kann noch Etwas fein, eine Frau ohne Religion ist ein Raub aller Schicksale) u. A. m. „Und nun ist es Zeit, mein-Freund Lukullus! (sprach Katulus) daß wir weiter zu Schiffe gehen. Der Steuermann laßt sich schon hören und das einladende Gesäusel frischer Westwinde." Anzeige^ n-i nw ..'.An demselben:werden Annoncen aller.Ärtgegen t.V^-Wr.'(L gGr:) Gebühren für die gH?Lltene Seile aus Petistchisift oder derey Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. *** Ein unverheiratheter Mann, tüchtiger und Religionslehrex/ der seit einer Reihe von Jahren einigen Gemeinden als solcher wohl vorgestanden, und sowol über seine Fähigkeit als auch seinen religiös-moralischen Lebenswandel die besten Zeugnisse aufzuweisen im Stande ist (auf besonderes Verlangen kann derselbe auch arm» sein), sucht gleich oder zu Michaelis a. c. eine Stelle bei einer großem Gemeinde. Reflektirende wollen sich franko unter der Chiffre H. B. I. an die Buchhandlung von Karl Boldemann zu Lübeck wenden." Eine anständige, gebildete Familie in Dresden wünscht noch einige, junge Mädchen jüdischen Glaubens, welche entweder hier - die Schule besuchen,: oder hier Ihre sonstige Ausbildung, vollenden wollen, in Pension zu nehmen, und' wirb es deren eifriges Bestreben sein, dem. ihr zu schenkenden Vertrauen mit aller möglichen Sorgfalt, zu entsprechen. — Der Herr Oberrabbiner vr.'Frankel wird die besondere Güte haben, nähere Auskunft zu ertheilen. Literarische Anzeige. Durch alle Buchhandlungen ist zu beziehen: Geschichte der Juden, von der Zerstörung Ieru- . salems an bis auf die gegenwärtigen Zeiten. Von Hanna Adams in Boston in Nordamerika. 2 Thle. gr. 8. 3 Thlr. Bekanntmachung. Wir' zeigen von Neuem an, daß wir Briefe, die uns u n fr a n k i r t mit Annoncen für den Anzeiger der Allgemeinen Zeitung des Zndenthnms zukommen, wie bisher uneröffnet znrnckweisen 'werden. Solche Anzeigen aber, deren ohngefährer Betrag nicht beigefügt ist, oder für deren. Bezahlung eine auswärtige Buchhandlung oder ein hiesiges Handelshaus -r nicht garantirenlegc h : wi r nnberricksichtigt bei Seite. Leipzig, im Inni 1848. .' Ääumgärtners Büchhanöluirg. Druck von F. B. Hirschfetd.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.