Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 24 (5.6.1848)
- Date
- 1848-06-05
- Page
- Seite 351 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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351 rung desBerufes nöthkge geringfügige Wissen suchten sie sich dann schon im Amte nach Maßgabe ihrer Fähigkeit und Wißbegierde und der ihnen zu Gebote stehenden äußeren Mittel mehr oder weniger durch Pcivatfleiß zu verschaffen. Wenn solche Subjekte aller Bildung und'Berufsliebe bar, dem heiligen Geschäfte der Jugendbildung sich weiheten, Subjekte, die das Unterrichten nur als eine Bürde betrachteten, deren sie sich je eher je lieber zu entledigen gedachten, und es fahren ließen, sobald anderswo größerer Gewinn zu erhoffen, die mit vereitelten Plänen und Hoffnungen in der Brust den untergeordneten Berufskreis nimmermehr liebgewinnen konnten, dabei leichtsinnige, mehr oder wenig moralisch verkrüppelte Seelen waren, was konnten, was wollten sie leisten? Mußten sie nicht mit dem Kummer im Herzen und dem Mißmuth im Gesichte der frohen Jugendschaar ein drückendes Joch sein? Bei den erbärmlichen Kenntnissen, die jetzt ein ziemlich geübter Knabe aus einer mittelmäßigen Schule zu Schanden machen würde, trieben sie ihr Handwerk denn daß sie mit den Händen immer beschäftigt waren, wird das Weitere zeigen — als Nebensache, betrachteten die Schule als Melkkuh. Diese Klasse gemeiner Seelen war es, welche den Ehrennamen eines Rabbi so in Verruf gebracht, und dem Diener eines so wichtigen Berufes so zur Zielscheibe allgemeiner Verachtung hingestellt hatten, daßso mancher Vater heute noch nicht sein Kind dem Lehrfachs widmen mag. Die geringe Besoldung ist es keineswegs, die so Manchen davon zucückhält, wie mir aus Erfahrung bekannt. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen i1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ja k a n z. Au Michaelis d. I. wird von der hiesigen Gemeinde ein unverheiratheter, junger Mann gesucht, der befähigt ist, guten Religionsunterricht zu ertheilen, den Kantor- und Schachtecdienst zu versehen und die Choräle beim Gottesdienst zu leiten, auch deutsche Vorträge zu halten. Bei ganz freier Station bringt die Stelle 120 Thlr. Kour. ein. Reflektanten belieben ihre Anmeldungen baldigst franko zu machen dem Gemeindevorstand hiesetbst. Grevismühlen in Mecklenb.-Schwerin, Mai 1848. Vakanz. Die hiesige Gemeinde beabsichtigt einen musikalisch gebildeten Kantor, der zugleich Schächter ist, sofort anzustellen. Diejenigen Kandidaten, die sich um diese Stelle bewerben wollen, müssen glaubwürdige und gute Zeugnisse über ihre Befähigung zur Uebernahme eines solchen Posten beibringen, und erfahren die näheren Bedingungen sowol persönlich als auch auf portofreie schriftliche Anfragen bei Unterzeichnetem Vorstande. Pleß in Oberfchlesten, im Mai 1848. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. F. Muhr. F. S. Kohn. C. Horwitz. Ein Lehrer, der seinen Beruf wahrhaft liebt, findet zu Michaelis d. I. oder früher in meinem Institute eine Anstellung. Wünschenswerth, aber nicht durchaus nothwendig, ist die Kenntniß der englischen und französischen Sprache. Hamburg. Louis Simon. Zu Scharm deck bei Bremen ist die Stelle eines jüdischen Lehrer, der neben seinen Funktionen als Lehrer, auch noch die eines Vorsängers und Schächters zu übernehmen hätte, sogleich zu besetzen. Reflektirende belieben sich unter Beifügung ihrer Qualisikationszeugnisse in portofreien Briefen zu wenden an P. S. Feist in .Scharmbeck bei Bremen. (Gesuch.) Ein junger, mit den nöthigen Schulkenntnissen ausgerüsteter Israelit von 15 Jahren und von guter Erziehung, sucht in ein frequentes Manufakturgeschäft cn detail Norddeutschlands Michaeli a. c. unter annehmbaren Bedingungen in die Lehre zu treten. Unter der Voraussetzung, daß sich die darauf reflektirenden resp. 'israel. Lehrherren nicht nur die möglichste merkantilische Ausbildungsondern auch die sittliche Vervollkommnung gedachten Jünglings zur Pflicht machen, erbittet man geneigte Offerten unter der Chiffre B L in F. an die löbl. Baumgartner'sche Buchhandlung zu Leipzig abzufertigen. Lehr- und Erziehungsanstalt von Ik. I. Cohen, Süffex House in Dover. In meinem bereits seit zlvölf Jahren bestenden Etablissement habe ich an einem gesunden und pitoresken Orte ein neues Gebäude errichten lassen, welches der See so nahe ist, daß die Schüler während der Saison fast täglich das Vergnügen der Seebäder genießen können. Das Haus verbindet mit seiner besonders zuträglichen Situation viele Gelegenheiten, die selten mit einem scholastischen Etablissement verbunden sind, und enthält außer den gewöhnlichen Appartements: warme und kalte Badezimmer, einen, gedeckten Spielplatz zur Erholung bei un-