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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-05-22 · Heft 22 (22.5.1848) · p. Seite 323

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 22 (22.5.1848)
Date
1848-05-22
Page
Seite 323 (sequence 11)
Language
German
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als Uebertretung der. Festruhe betrachtet zu werden, so widersetzte man sich doch dem Gebrauch, auf jenen Kuchen den Namen Gottes anzübringen. *) Wie wir aus Pirke Abot 5, 24 ersehen, beganndie Aufnahmein die Schule vor dem fünften Jahre, da mit diesem Jahre der Bibelunterricht seinen Anfang nehmen sollte^ Aus derselben Stelle geht hervor, daß man die Schüler weniger nach ihrer Reife, als nach dem Alter klassifizirte, da mit dem zehnten Jahre der. Unterricht in der Mifchna, mit dem fünfzehnten im Talmud begann. Die Stundenzahl des täglichen Unterrichts war groß., „Der Lehrer unterrichtete den ganzen Tag durch bis in die Nacht hinein, damit er auf diese Weise die Schüler gewöhne, der» Pflichtgebote, Tag und Nacht zu lernen, Genüge zu leisten."**) Selbst am Sabbat sollte unterrichtet werden, jedoch nichts Neues, da dies als zu anstrengend, der Sabbatruhe entgegen ist.***) Im Oriente war die Unterrichtszeit geringer, hier war von 10 Uhr. Vormittags bis 3 Uhr Nachmittags die Schule geschloffen. Von der sogenannten Zeit M-iLnii würde täglich nur 4 Stunden unterrichtet. Außerdem waren die sogenannten i^ib^p 'W NDbw die halben Chanukka- und Neumondstagedie Chamischa-Aser-Tage, die Festtage im Allgemeinen, die Ferien. Die Chamischa-Aser- Tage wurden besonders vom Schüler heiß herbei ersehnt, da sie hier nicht nur frei vom Lernen waren, sondern auch gemeinschaftlich vom Lehrer gastirt würden, wofür sie diesem kleine Geldgeschenke machten. Diese Tage, wie die Aufnahme in die Schule, wo der Malach dem Kinde gute Sachen zugeworfen, waren die schönsten seiner Schulzeit. Im Uebrkgen mußten die wenigen, größtentheils nicht im Horizonte der Schulanfänger liegenden Lehrzweige den Kleinen wenig Jntereffantes dargeboten haben. Der Unterricht .begann damals ganz natürlich mit dem schwerfälligen Buchst« bi rem Beim Unterrichte des Alphabets wurden die Buchstaben vorgezeichnet, ein Verfahren, das die großen Pädagogen Graser und Stephani noch in der Neuzeit dringend erdfahlen. Mch dünkt aber, daß weniger methodisches Bewußtsein, als?! der Mangel an Fibeln die Alten zum Vorzeichnen der Buchstaben bewegte. Beim Lesen müßten Ae Kinder mit einem Hölzchen oder Stäbchen oder mit dem Finger auf das zu Lesende deüteN, von welchem Letztem ich zur Er- *) Zunz zur Geschichte und Literatur der Juden, 1848. **) Jore Dea 245, 17. ***) Das. 248, 14. Haltung der Aufmerksainkett schon lange, bevor ich von diesem alten Gebrauche wüßte/Anwendung machte. Die Lesebücher sollten korrekt sein, eine geeignete, noch heute zu beachtende Forderung. Nach yaiN E]Dr> sollte man schon im dritten Jahre mit dem Leselehren beginnen, erst die Buchstaben, dann die Vokale lehren *) und nicht eher zum Lesen des Gebetbuches Übergehen, bis der Schüler die Buchstaben geläufig in Verbindung mit den Vokalen aussprechen kann, da er sollst nie fehlerfrei lesen lernen würde. (S. 161.) Lautes Aussprechen des zu Memorirenden wurde als zweckmäßig betrachtet**), und mit allem Rechte, da Auge und Ohr zugleich unterstützen. Schwarz, Denzel, Dkesterweg und Curtman machen gleichfalls darauf aufmerksam. Doch möchte ich vor einem zu häufigen lauten Memociren warnen, da nicht immer die Gelegenheit und die Umstande uns erlauben, laut zu memociren und der einmal daran gewöhnt, nur schwer davon lassen kann. In der Schule kann es unmöglich gestattet werden. Außerdem hatte man sich beim Auswendiglernen gewisser mnemotechnischer Hilfsmittel, bestehend in der Zusammenziehung der Anfangsbuchstaben der Wörter und der Bildung eines denselben Zahlenwerth ausdrückenden Wortes statt einer größer» Zahlenreihe bedient. Die Kunst des Dänen Reventlow, der vor einigen Jahren Deutschland bereiste und durch mnemotechnische Proben die Schulwelt begeisterte, bestand in nichts Anderm, als die in jüdischen Werken schon langer als 1000 Jahre angewendete. Indessen ist sein Werk (Lehrbuch der Mnemotechnik, Stuttgart 1843), worin diese Methode fpe« ziellec beschrieben und ihre Anwendbarkeit auf die verschiedensten LehrzwKge nachgewiesen wurde, immerhin lesens- und empfehlenswerth. (Schluß folgt.) . *) Meine in zweiter. umgearbeiteter und ‘ ürtt das Dvielte vermehrter ADage erscheinende hebräische Lesesibepwürde, Va sie dieHsMang nicht einhält, sicher da-; mals konsiszirt worden sein. **) vjna ü^prip mabn nsrca ib'p 2P1ÄN bs ■vrtfen» ranbs a-npM bla Dies Gebot soll in dem Ausspruch gegründet fein: ü!n ö^n *ö «b« bh^aapbanpn' ba öSTWstoaV.

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