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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-10 · Heft 16 (10.4.1848) · p. Seite 237

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 16 (10.4.1848)
Date
1848-04-10
Page
Seite 237 (sequence 3)
Language
German
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237 §oxt auf unser Wort. Weg mit dem panischen Schrecken! Eure Zukunft ist licht. Schließt Euch der allgemeinen polnischen Sache an! Sobald Ihr sehet, daß es der ernste und festeste Wille der polnischen Führer ist, in Frieden mit Deutschen und Juden zu bleiben — so bringet der polnischen Sache die größten Opfer, auf daß, wenn Polen frei und selbstständig ist, Ihr würdig eintretet in den nationalen Kreis dieses unglücklichen, dann doch noch geretteten Volkes! Thuet es schon um eurer russisch-polnischen Brüder willen! Wo aber nicht, sollte sich die Sache zum Schlimmen wenden, sollte zwischen Juden und Deutschen einerseits und Polen andrerseits es zum Bruche kommen — dann nur nicht rathlos und zitternd, dann ermannet Euch, dann schließt Euch eng aneinander, dann bewaffnet auch Ihr Euch, um nicht wehrlos zu fallen, dann werdet Ihr Viele von Euch retten, wenn Ihr muthig dem Plünderer entgegen tretet, und Weib und Kind und Habe und Leben vertheidigt! Nach neuesten Gerüchten (den 3. April Mittags) soll Rußland Polen frei geben wollen, wenn Oesterreich und Preußen ihre polnischen Provinzen herausgeben. Wäre dies wahr — wir bezweifeln es — dann waren wir glücklich, dann begänne eine neue Aera für das östliche Deutschland und Polen! Zeitungsnachrichten. Deutschland. ^Oldenburg, 24. März. (Privatmitth.) Die Verhältnisse der Israeliten des Großherzogthums Oldenburg, von denen ich Ihnen im vorigen Monate Einiges mittheilte, haben sich durch die Ereignisse der jüngsten Tage, schneller als man erwartete, anders und besser gestaltet. Daß Oldenburg in die Reihe der konstitutionellen Staaten getreten ist, werden Sie bereits aus anderen Zeitschriften erfahren haben. In einer am 19. d. M. ausgegebenen landesherrlichen Bekanntmachung wurden die Grundzüge der später in's Leben tretenden Verfassung der Oeffentlichkeit übergeben. In dieser Proklamation lautet es unter Anderm wörtlich also: „Die Wählbarkeit zu Abgeordneten ist nicht an Vermögen oder Grundbesitz, nicht an Geburt und Religion rc. gebunden." Somit wären die Israeliten des Großherzogthums in dieser Beziehung ihren christlichen Mitbürgern gleichgestellt. Wie sehr auch von Seiten der christlichen Unterthanen die Beseitigung aller Ausnahmsgesetze gewünscht wird, geht aus den Umständen hervor, daß zur Ueberreichung einer Adresse an den Großherzog, in welcher derselbe um eine landständische Verfassung gebeten wurde, auch der hiesige israelitische Vorsteher Herr Bell in von den Bürgern der Stadt in die Deputation gewählt wurde und daß in einer andern Adresse, aus einem andern Lheile des Landes, deutlich die Gleichstellung aller Konfessionen ausgesprochen ist. Uebrigens kann ich Ihnen noch die erfreuliche Mittheilung machen, daß das frühere von den hiesigen Israeliten eingegebene Gesuch wegen Gleichstellung, welches von den beiden städtischen Behörden in so humaner Weise befürwortet wurde, nun auch, bei der Regierung in gleicher Weise seine Erledigung gefunden hat und bereits dem Kabinete übergeben worden ist. Unser verehrter Landesrabbiner Herr Wechsler, wohlwissend, daß es jetzt nicht an der Zeit sei mit seinen Wünschen zurückzubleiben, wußte es dahin zu bringen, daß diese Angelegenheit bei der Regierung schnell ihre Erledigung fand, um noch vor Abfassung des nun bald von den Abgeordneten des Landes zu prüfenden Verfassungsentwurfes in's Kabinet zu gelangen. Spater ein Mehreres. Hannover, 26. März. (Privatmitth.) Die hiesige Morgenzeitung enthält folgenden Aufruf: An unsere christlichen Mitbürger. Der Weckruf zur Freiheit, der in ganz Deutschland erschallt, ist auch in unsrer Mitte vernommen worden. Hannovers Bürgerschaft hat auf friedlichem, gesetzlichem Wege von der Weisheit ihres Monarchen das erhalten, was anderswo mit Strömen Bürgerblutes erkauft werden mußte. Das aber ist das Wesen der wahren Freiheit, daß sie kein Vorrecht, kein Privilegium für sich begehrt, sondern die köstlichsten Güter dieser Erde, das Recht und die Ehre Allen in gleichem Maße zukommen lassen will. Von diesem hochherzigen Gefühl durchdrungen habt

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