Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 13 (20.3.1848)
- Date
- 1848-03-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XH. Jahrgang. Allgemeine No. LS. Zeitung -es Iu-mthurns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Br. Ludwig PHMppson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit königl. sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 20. März 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 86 Bogen in Quart inA. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. fachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Redaktionsbemerkung. — Deutschland. — Die Judenfrage vor dem englischen Parlament. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Magdeburg, aus Mecklenburg-Schwerin, Dresden, Magdeburg, aus Baiern, Magdeburg, Jasirow. Frankreich: Paris. Ungarn: PreßLurg, von der türkischen Grenze. KorrespondMz r Monatsbericht aus Pesth von I. Eh n. Leitende Artikel. Magdeburg, 13. März. Redaktionsbemerkung. Wir haben von dieser Nummer an die Veränderung getroffen, daß die Zeitungsnachrichten aus Preußen und den, zu Deutschland gehörenden österreichischen Ecbländern unter derRubrik Deutschland ihren Platz finden. Die Redaktion. Deutschland. Die Bewegung, welche sämmtliche deutsche Staaten ergriffen hat, stellt dieses Mal sehr bestimmte Sätze an ihre Spitze, unter denen fast überall „Glaubensfreiheit", „bürgerliche Gleichstellung ohne Berücksichtigung derKulte und Religionsparteien" mit obenansteht. Das Banner, welches diesmal vorangetragen wird, versammelt auch uns Israeliten unter seinem Schatten. Sagen wir es geradezu: in ganz Süddeutschland, in Baden, Württemberg, Baiern, den vier Hessen und der preußischen Rheinprovinz ist dies entschieden ein Moment der Volkswünsche. In Norddeutschland hingegen, in Hannover, Braunschweig, Sachsen, Westphalen und den östlichen preußischen Provinzen ist davon noch Nichts, oder sehr wenig zu verspüren. Lassen wir uns nicht davon beirren, daß im südwestlichsten Winkel, im Breisgau und badenschen Oberlande einige Unruhen gegen die Juden stattgefunden. So betrübend dies ist, so ist doch dessen der Kern des Volkes nicht schuldig, und daß dem bald ein Ziel gesetzt sein wird, können wir mit Bestimmtheit erhoffen. Wird nun auch für die Gewissensfreiheit die begonnene Bewegung nachhaltige und entscheidende Kraft haben? Wird diese ebenso wie die Preßfreiheit eines Sieges sich zu erfreuen haben? wird sie unter den Fragen des Tages ihren Platz behaupten? Entschieden hat sie dies bereits in den zwei hessischen Landern, dem Landgrafenthum und Großherzogthum Hessen, im Erstem durch ein bestimmtes Gesetz, im Zweiten durch förmliche Verheißung des Ministeriums. In Baiern ist nur „eine Verbesserung" in Aussicht gestellt. Welche sind die Gründe, die unsre Hoffnung stärken? Der erste ist allgemeiner Art: weil das deutsche Volk Fortschritte gemacht in der sozialen Bildung, in welcher die Gewissensfreiheit ein unzweifelhaftes Moment. Der zweite ist praktischer Natur: weil in der jüngsten Zeit innerhalb des ChristenthumS