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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-02-14 · Heft 8 (14.2.1848) · p. Seite 114

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 8 (14.2.1848)
Date
1848-02-14
Page
Seite 114 (sequence 12)
Language
German
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114 Literarische Nachrichte«. Jamnitz, im Januar. Jüdischer Plutarch, oder biographisches Lexikon der markantesten Männerund Frauen j üd ische r A.b kunft (aller Stände, Zeiten und Länder), mit besonderer Rücksicht auf das österreichische Kaiserthum. — Von mehreren jüdischen und nichtjüdischen, in- und ausländischen Schriftstellern. — Erstes Alphabet, oder erster Band. Wien 1848. 255 S. 8. Der Titel eines, jeden Werkes ist das offene vielsagende Geständnkß des Verfaffecs an das große Publikum; die Vorrede hingegen ist ein Wörtchen in Geheim, sub rosa, an den traulichen Leser, dem man hinter den Kouliffen so Manches anvertraut. Wir lassen darum auch dies kurze Vorwort der ungenannten Redaktion, an deren Spitze die geschätzten Literaten S. Graffer und S. Deutsch stehen, folgen: „Jean Paul sagt: eine Vorrede sei eigentlich nichts anderes als eine Verlängerung des Titels; und Jean Paul hat wol Recht. Den Titel unsecs Buches zu verlängern oder zu erläutern werden wir nicht nöthig haben; er charakterisirt sich selbst deutlich genüge Einer eignen Motivirung aber zur Herausgabe eines jüdischen Plutarch wird es am Allerwenigsten bedürfen; und all und jedes Anderweitige wird sich von selbst Herausstellen." „Wir merken nur noch an, daß unser Text, wie es bei Wörterbüchern üblich, theils aus ganz neuer Bearbeitung, theils aus Extrakten und Uebersetzungen rc. bestehen, und daß man es, da dieser Plularch nicht sowol ein Nach schlageals ein Lesebuch sein.soll, mit dem äußern Umfangsverhaltniß der Artikel zu einander nicht, so streng genommen habe. SonnenfelS z. B., ver zum ersten Male datenreich ausgestattet erscheint (dessen Biographie den Theil des Merkchens ausfülll),. diese außerordentlich wichtige und ansprechende Persona ge, dürfte dem einsichtigen, vornehmlich dem vaterländischen Leser wol kaum zu ausführlich dünken." .— „Die Anzahl der Alphabete oder Bande läßt sich vor der Hand nicht bestimmen, was Nichts zu sagen hat, weil jeder Band für sich ein Ganzes bildet rc.". Gewiß ist das Unternehmen ein schönes und lobenswerthes, das um so mehr die höchste Aufmunterung und Unterstützung verdient, weil es 'buch- 'besonders für die ältere Zeit, ein gar schwieriges ist. Der Aufbau der Geschichte im Allgemeinen wie im Besondern, die Biographik nämlich, ist erst im Werden, und selbst eine populäre Darstellung kann nur dann etwas Entsprechendes leisten, wenn sie auf einer wiffönschastlichen Grundlage beruhet. Es zeigt sich darum schön^beim Änfän'g die Schwierigkeit, daß man gleich, da die Vergangenheit aus Unbekanntschaft nur geringe Ausbeute liefert,' mit der freilich nicht kleinen Zahl von Kapazitäten herausrückt und so ist der Faden bald abgesponnen. Der vkelverdiente B. Auerbach hat bereits eine solche Arbeit: „Gallerie der ausgezeichnetsten Israeliten", ^Stuttgart 1834—36, begonnen, was aber nur bis auf 5 Hefte gediehen ist. Es ist dies ein Uebelstand, den die Herausgeber gewiß fühlen mußten, der aber Gott sei Dank mit jedem Jahre schwindet, und wie viel ist seit'dem Jahre 1836, wo die ersten kräftigen Blüten der jüdischen Journalistik sich zu entfalten begannen in Zeitschriften, Jahrbüchern, Almanachen, Kerem Chemed rc. für die Aufhellung der jüdischen Geschichte geschehen! Leider ^sind aber diese Forschungen so sehr zersplittert, daß sie auf das Ganze noch nicht den erwünschten Erfolg haben konnten. Wer aber am Meisten davon abhelfen könnte ist der Vater der deutschen Biographik, dessen längst versprochenes Gelehrtenlexikon (Ansche Schem) eine solche fühlbare Lücke ausfüllen würde, doch vergebens auf sich warten läßt. Wir können es nicht unterlassen bei dieser Gelegenheit, mit vielen Gleichgesinnten, den Wunsch auszudrücken, daß Herr R. seine gelehrten Forschungen den zahlreichen Verehrern derselben; nicht länger vörenthalten möge. — Was nun das vorliegende Werk betrifft, so zeigt die folgende Inhaltsangabe inwiefern es dm beregten Uebelstand theilt: I. Abacbanel. B. Auerbach. Ben Jsak Salomon (Raschi). G. CH. David, Professor und Herausgeber des „Fadrelandet" in Kopenhagen. H. Ernst, Violinvirtuose. Josua Eschet (Augusti), Apostat, vr. L. A. Frankel. M. V. Friedenthal in Breslau, vr. M. Friedländer. I. Gusikow. I. Halevy. I. Jakobson: Jules Janin, der vielschreibende und geistvolle Feuilletonist. Rabbi Josua aus Krakau (Pu6 Josua)? Ephraim Kuh. S. v. Lämmel. -vr. M. Lettens. D. Mandelli (der Diogenes-unsrer Zeit):' Mendizabal, Minister. D. Meyer, dänischer Hofrath?' Rachel, Schauspielerin. Rahel Varnhagm von Ense, geniale Schriftstellerin. vr.' I. Rapaport. M A. Rothschild (der'Vater). Dorothea v. Schlegel, Tochter Mendelssohns. I. v. SonNenfels, der literarische Nestor Oesterreichs. M- E. 'Stern. I. Wertheim. Der größte Theil nimmd wol bekannte Persönlichkeiten der Jetztzeit ein und tvöbei als minder'bikannt und interessant, -Jules Zanin "und M'endzabak, Exminisiec, von dem der BiographimBrbckhausischen

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