Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 8 (14.2.1848)
- Date
- 1848-02-14
- Page
- Seite 110 (sequence 8)
- Language
- German
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110 er die alten Stichwörter des Judenhasses, „utzen", „Knoblauch", „beschneiderisch", „Hepp,hepp!" u.s. w., benutzte, um die Juden mit Rothschilds zu identifiziren, und den Haß des Volkes auf Beide zu lenken. Erst beweise er uns, in welcher Verbindung wir mit den Rothschilds stehen, was diese für uns sind, ehe er uns seinen Haß gegen diese aufbürdet! Unedel ist es, den Ohnmächtigen entgelten zu lassen, wenn Einer von ihnen eine ihnen selbst fremde, ihnen selbst schädliche Macht erlangt hat! Mannheim, 23. Januar. Gestern Abends kamen die Petitionen hiesiger Bürger und Einwohner zu öffentlicher Schlußvorlage und Unterzeichnung. Einige Hundert Bürger hatten sich trotz der ungünstigen Witterung und Zeit zu jenem Zwecke im Saale des „Badener Hofes" eingefunden und nach nochmaliger Anhörung des Hauptinhaltes die Petitionen unterschrieben. Die zweite Petition betrifft „die Religionsfreiheit, insbesondere die Vollberechtigung der Deutschkatholiken und der Juden und die Beseitigung der konfessionellen Trennung in den Schulen." Dresden, 21. Januar. (Privatmitth.) Unsre israelitische Gemeindeschule, in welcher, nächst Religion, hebräische Sprache und Bibel in der Ursprache, alle nothwendigen und nützlichen Elementargegenstände, welche das allgemeine Volksschulgesetz erheischt, gründlich gelehrt werden, und wo außerdem auch noch in französischer Sprache und im Zeichnen Unterricht ertheilt wird, erfreuet sich eines fortwährenden Gedeihens, wie Solches von den betreffenden Behörden bereits mehreremal anerkannt wurde. —- Die Uebersicht der Ausgaben nurgedachter Schulanstalt und deren Deckungsmittel in dem verflossenen Jahre 1847 dürfte daher auch auswärtigen Lesern nicht ohne Interesse sein. — Gesammtbetrag der Ausgaben war: 806 Thlr. 19 Ng r. 6 Pf. , und zwar 621 Thlr. 5 Ngr. Besoldung der Lehrer; 96 Thlr. 15 Ngr. Miethzins des Schullokals-; 34 Thlr. 26 Ngr. 5 Pf. für Bücher, Schreibematerialien, Vorlegebtatter u. s. w. für die Kinder unbemittelter Eltern; 33 Thlr. 11 Ngr. 9 Pf. Heizungs- und Beleuchtungskosten; 13 Thlr. 16 Ngr. 2 Pf. allerlei Nebenausgaben für Utensilien, Reparaturen u. s. w.; 7 (Thlr. 5 Ngr< Gehalt dem Aufwärter. Diese Ausgaben wurden folgendermaßen gedeckt, als: 321 Thlr. 5 Ngr. — Pf. Schulgelder von Kindern 13 - 7 - 5 - bemittelter Eltern; Zinsen von Stiftungen 56 - 7 - " V S und Vermächtnissen; verwilligte jährliche Bei¬ 33 - träge der Gemeindeglieder; außerordentliche freiwil¬ 17 - 28 - 8 - lige Beiträge; übliche Beiträge bei Hoch¬ 14 - 27 - 4 - zeiten u. Beschneidungen; Ertrag der Büchsenum¬ 21 - gänge; von einem vermietheten 100 - Seitenlokale; ferner: Zuschuß aus der israel. 79 - Gemeindekasse; desgl. aus der städtischen 200 - Kämmerei, in Folge Verwilligung der Stadtverordneten; und desgl. aus der Staatskasse. 856 Thlr. 16 Ngr. 3 Pf. Summa. Die Zahl der in 3 Klassen vertheilten Schüler betrug beim Jahresschlüsse 1847 59, als 34 Knaben und 25 Mädchen, worunter 21 unbemittelter Eltern (11 Knaben und 10 Mädchen), welche den Unterricht ganz unentgeldlich erhalten. — Unter den Lehrern, welche übrigens sämmtlich ihrer Pflicht mit Berufstreue Nachkommen, verdient namentlich der auch sonst in literarischer Beziehung schon bekannte vr. W. Landau ehrenvolle Erwähnung; derselbe läßt es sich besonders angelegen sein, die Geschichte der Juden und des Judenthums mit Wärme und auf faßliche Weise der Jugend vorzutragen. Auch Landau sen. ist als Rechnenlehrer, wegen seiner vorzüglichen Methode in dieser. Kunst, lobend zu erwähnen. Oberrabbiner vr. Frankel hält seit einiger Zeit in seiner Behausung allwöchentlich Vorlesungen „über Geschichte des Mosaismus und des aus ihm sich entwickelt habenden Judenthums", welche eigentlich blos zur Belehrung der erwachsenern jüdischen Jugend als Gymnasiasten, Künstler, Handlungsbeflissenen u. s.w. bestimmt sind, aber nach und nach, auch einen größer» Kreis von Zuhörern herbeigeführt haben. Es, kann nicht der Zweck dieser Korrespondenz sein, auf das Nähere des .Inhalts dieser Vorlesungen, speziell ein-, zugehen, es sei nur soviel gesagt, daß sie jedenfalls,