Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 8 (14.2.1848)
- Date
- 1848-02-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XU. Jahrgang. Allgenrei ne No. 8. ♦ Cln ■ unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur - Verlag von Vr. Ludwig Phrlippson, Daumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg.- ZU Leipzig. (Mit königl/'sächsischer allergnadigstec Konzession.) Leipzig, den 14. Februar 1848. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu g'vben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^. Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich' die königl. sachs. wohllökl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt- Leitender Artikel: Zur Judenfrage in Ungarn. Von Z. Einhorn, Nlabbinatskandidat. l Zeitungsnachrichten: G r o ß b r i t a n r e n: London. Frankreich: Paris. Deutschland: Magdeburg, Mann- ' heim, Dresden, Regensbürg, Mannheim, Dresden. Preußen: Berlin. Oesterreich: Eroßkanischa. Literarische Nachrichten: JamniA Korrespondenz: Die Gemeindeangelegenheiten, in. .Wien. (Schluß.).; ' ,y ' . Leitepder Artikel. Pesth, 28. Januar. Zur Judenfrage in Ungarn. Offenes Schreiben an p. t. Herrn Georg Fülepp, Verfasser der Schrift: A’zsidök emancipätiöja Magyarhonban nem czelszeru*). Pesth, 1848. 8. 61 S. Verehrtester Herr! Gestatten Sie mir vor Allem die unumwundene Aeußerüng meiner Freude.über den Titel Ihres Buches. Dre zwei letzten Wörtchen ' desselben: „nicht zweckmäßig" bezeichnen zugleich den Gesichtspunkt, unter' "rvÄche'm Me die Judenfrage betrachten wollen; und das 'ist: das staatspolltische. Auf'diesem Felde aber tressm wir unsere Gegner am Liebsten. So lange der Kampf nur im Namen und auf dem Felde des Hümanism geführt ward, stand unsere Sache sehr *) „Die Emanzipation derJuden ist in Ungarn nicht zweckmäßig.".. : . schlimm, war selbst der errungene Sieg ungewiß, weil im nächsten Momente entreißbar. Denn dem winzigen Fünkchen von Judenliebe, das durch die begeisterten Reden und Schriften humanitatenthusiasmirter Judenfteunde geweckt werden sollte, stand die altersgeheiligte, von den Vestalknnen des Fanatism Jahrhunderte hindurch treulich gepflegte Riesenflamme des Judenhasses gegenüber und der Kampf war ein sehr ungleicher.. Höchst erfreulich ist es daher, wenn auch unsere Gegner bereits zu der. Einsicht gelangt, daß nicht blos die warmpulsirende Menschenliebe, sondern auch die kaltberechnende Staatspolitik der Judenfrage ihre Aufmerksamkeit zuwenden müsse. Den Forderungen der Staatspolitik aber — ist deren Richtigkeit einmal anerkannt — muß allseitig gewillfahrt werden. Es fragt sich dann nicht mehr: ob man den Juden emanzipiren wolle?— denn nur die Menschenliebe kennt das Wollen, die Staatspolitik hingegen nur das Sollen, — sondern: ob man ihn emanzipiren solle? Sie antworten hierauf mit entschiedenem Nein: Und da Sie in Ungarn der Erste sind, der die betreffende Frage von dem einzigrichtigen, d. h. vom staatspolitischen Gesichtspunkte aus zu betrachten vorgiebt, verdienen Sie und verdient es dir heilige Sache, daß wir auch die Gründe Ihrer abschlägigen Antwort näher-uvSy tersuchen. Sie finden es für gut, zu Begründung derselben drei Fragen aufzuftellen, deren richtige Beantwortung jenes Endresultat liefern soll.' Doch schon die Art, wie diese Fcagentrias aufgestellt wird, zeigt zur Genüge,