Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1848)
- Date
- 1848-01-31
- Page
- Seite 2 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225551-3225558--09162-3237403- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 Noten die Bücher getreulich genannt habe, welche ich vorzugsweise benutzt.. Hier ist nun doch der Spürhund nicht auf dep rechten Fährte gewesen und hat am Ende nichts entdecken können, um seine leeren Anschuldigungen zu erhärten. Allein er muß doch irgend Etwas heranbringen und nun fahrt er fort, ich, der Religions- und Volkslehrer, der Prediger und Rabbine, habe die älteste Quelle, die Bibel, nicht angesehen, die nie von meinem Pulte weicht, und zum Beweise will er Widersprüche in meiner Erzählung mit der biblischen entdeckt haben. Gehen wir zu dem Einzelnen über, was derselbe anführt: „Nach S. 10 baut Abraham Altäre zu Beth-El und Ai." Hier der Wortlaut der Schrift, Gen. 12, 8: „Beth-El im'Abend und Ai gegen Morgen, und er baute daselbst einen Altar dem Ewigen und rief an dm NameM des Ewigen." Wer weiß auch nicht, daß gerade Bekh-Et wegen seiner Heiligthümer in der Erzväterzeit eine so bedeutsame Rolle spielt? „S. 11 wird erzählt, daß Sarai, Abraham's Frau, noch ehe sie Jizchak geboren, die Hagar und ihren Sohn Ismael vertreibt." Meine Erzählung lautet aber so: „Da giebt Sarai, das legitime Weib Abram's, ihrem Manne die mizrische Magd, Hagar, welche demselben einen Sohn, Ismael, gebiert,' mit diesem aber von der eifersüchtigen Herrin vertrieben, entsendet wird." Nicht allein, daß dies eine natürliche Prolepsis, der Wortlaut der Schrift selbst macht es gerade so; er ist folgender, Gen. .16, 6: U. Abram sprach zu Sarai: Siehe,'deineMagd ist in deiner Hand, thüe"shr, was gut ist in deinen Augen.. Da drückte sie SarüL, und sie entfloh, vor ihr." Habe ich wesentlich etwas Anderes gesagt, zumal ich S. 12 gleich darauf zurückkomme? V ^Daselbst sollen die drei Männer, die Abraham besuchen, ihm das Schicksal Sodoms und Amorahs bekannt machen." Nun, Gen. 18, 16 ff., heißt es: „Und die Männer machten sich von dort auf und wandten sich nach der Fläche Sodoms, und Abraham, ging mit ihnen, sie zu geleiten. Da sprach der Ewige: Sollte ich verdecken vor Abraham, was ich thun will?" u. s. w. Schließt sich diese Erzählung nicht so unmittelbar an die vorhergehende an, kommen nicht erst nach dieser Unterredung mit Abraham die Engel nach Sodom, daß die Mittheilung von dem Schicksale der Stadt einen Theit ihrer Botschaft ausmachen mußte? und weiß der Rez. nicht, daß häufig „Engel" für „Gott" und,umgekehrt gebraucht wird? Vgl. Gen. 16, 13 mit V. 7 ff., das. 22, 12, wo der Engel sagt: „Daß du mir nicht verweigert hast deinen Sohn" rc., das. 30, 11 ff., wo der Engel sogar sagt: „Ich bin der Ewige" u. s. w. Exod. 3, 2 vgl. mit V. 4., das. 14, 19 vgl. mit V. 24. „Daselbst soll sich Abraham Ln Kadesch und Schur aufhalten." Gen. 20,1: „Er wohnte zwischen Kadesch und Schur." Wer sieht nicht ein, daß hier zur Angabe der Gegend nur die Hauptortsbestimmungen der Bibel genannt sind? „S. 12 gibt Abimelech der Sarai tausend Silberstücke." Die Bibel sagt mit anderen Worten, Gen. 20, 16: „Und zu Sarai sprach er: Siehe, ich gebe deinem Bruder tausend Silberstücke; dies sei für dich nun eine Bedeckung des Scheines" u. s. w., d. h. hier sind tausend Silberstücke für dich, die ich deinem Bruder einhändigen werde. Einige übersetzen sogar äT>* möD mit „Schleier"; sie sollte sich nämlich für dieses Geld einen Schleier kaufen. „S. 17 stirbt Rahel auf dem Wege nach Ephrat und sie wird in Bethlehem begraben." Meine Erzählung lautet ganz der Urschrift getreu: „Auf dem Wege nach Ephrat gebar Rahel zum zweiten Male; der Augenblick, wo sie Mutter wurde, gab ihr den Tod; Benoni, Schmerzenssohn, den sein Vater Benjamin nannte. In Bethlehem wird Rahel begraben und ihr ein Leichenstein gesetzt, den man noch lange zeigte." Vgl. dazu Gen. 35, 16—20: „Das ist die Säule des Grabes der Rahel bis auf diesen Tag." „Nach S. 20 soll Jakob nicht mehr als 14 Jahre bei Laban gedient haben." Ich habe mich aber in der dort befindlichen Kritik dieser Geschichtserzählung der Genesis nur so ausgedrückt: „Jakob endlich kommt mit zahlreichen Heerden und einem großem Volke nach einer kaum mehr als 14 jährigen Dienstzeit nach Kanaan zurück." Ist „kaum mehr" so viel „nicht mehr"? und ist meine Bemerkung nicht etwa nach Gen. 30, 25 und überhaupt dem Inhalte nach ganz an ihrem Orte und begründet? „Nach S. 28 kennt der Vers, vor Moses keine unblutigen Opfer." Eine Verdrehung, wie vorhin. Es ist S. 27 und 28 von dem Kultus der Erzväter die Rede, einfach gesagt, daß dieser in Opfern bestand, die aber noch kein geregelter Opferdienst, wie der mosaische, und hinzugefügt: „un-