Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 6 (31.1.1848)
- Date
- 1848-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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UL Jahrgang. emerne No. 6. M lin unparteiisches Organ für alles jüdische ZntereffM Redakteur Br. Ludwig Philippsorr, Rabbiner zu Magdeburg. ° ' Verlag,v ■ BaumgärtnersBüWiMWintzA zu (Mit königl. sächsischer allergradigster Konzession.) ^ei^tg', dm 31SöituaV. 1848», ‘ Diese Zeitung' erscheint wöchentlich einmal/Montags,'und w.ird-jährlich 98 .Bogen in Quart inkl. des Titels, RegisterLuL-E.- umfassen. In-Gemäßheit des Zweckes der'selb-en'd'ie a»l-l°gE'ei üsti^W«MHe'i'ti»-ng zu-gebenist der Preis ä'üßerst ^i/Vrig/ mit 3 Thlr.. sur ren Jahrgang; —.1 Mhlr.. 1,5 Agr. (1 Lhir.--.12 gG^^fl^Dchs^Mostate- — 22^. Ngr. (18 gGr.) für das BiHMhr angesetzt worden'. 'Alle' Buchhandlungen, Postämter und Zertungs-ExpMi'on^n^nehmew Bestellungen an; der Hauptspedition für'beide Letztere. - hat sich-die -kömgl.<s8chs/rwöhÜöM/ ^allhrer'unterzogen. - > A v " '> I n h a l t. Leitender Artikelr Das Verhaltniß der Religion zur Äeir' sellschast. III. ' 'r ' :; n; Zeitungenachrickten r 'Gr oßbr i'tjr'LkMk/'Lü'ridb«. D e u t s ch l a n d: Magdeburg, - Frankfutk - M:-Main^ ^s Württemberg. O e%txre■ j. ßen: Posen, ausObrrfchlksien?^"' / '•*;r1 Miszellen. -W ■: y,-, . ■) Literarische Nachrichten: Frankfurt am Main.; Leitender Artikel. Magdeburg, 23. Januar. Das Verhaltniß der Religion zur Gesellschaft. '^ in.. ' (No. I. in No. 48. 49. des vor. I. No. II. in.No. 1. d. I.) Wir sahen, daß die Religion positiv und negativ in eine falsche Stellung zur Gesellschaft gekommen; positiv, indem sie durch ihre äußere kirchliche Gestaltung die furchtbarsten Kämpfe in der Gesellschaft hervorgerufen, negativ, indem sie in der Gesellschaft das nicht gewirkt hat, was sie zu-wirken berufen war. Es muß, schloffen wir, irgend ein Grundfehler in der'Auffassung der Religion vorhanden sein, durch den sie diese Stellung eingenommen. Suchen wir diesen auf. Was-wurde für das Wesen der Religion erklärt? Daß sie,.im Gegensatz zur Gesellschaft, allein-dm ideales Manschen befasse, daß sie, das VerhaltniD des Me'nr schon -zur Gottheit enthaltend, es - mit -diesem - zu - thün habe/-den Menschen zu diesem hinzuführen und'es'in ihm zu -festigen suche> und daß aus diesem - Verhältüiß Wr Gottheit heraus sie sein - Verhalten zu dem MitbeMchte>- Md es" jenem^- Verhältnis--^emäß '^geloMI^be^d^GffMchKft<'-lediglich-'deVÄaM^ l e n Bestände - der Menscheü' - befasse/ i und '-den getzenseititzen Austauschder'Erzeugnisse -zur:gegenseitigen Beft-iedigüng der-'Bedürfnisse regele. Hieraus folgte,- daß die-Religidn allein den individuellen-Menschenden Menschen als ein für-sich bestehendes,-- eiäov jenseitigen -Welt zureifendes Individuum, befassedie Gemeinsamkeit, die Vereinigung der Menschen - aber bei Seite liegender Gesellschaft überlasse. Religion und Gesellschaft waren sich so geradezu 'gegenübergestellt,- die -Religion hatte mit -der Gesellschastdie Gesellschaft mit der Religion, dem Wesen nach, Nichts zu schaffen. Die Religion war lediglich die R eligion des In div iduum s. Aus dieser- Auffassung ging von selbst hervor, daß die Religion-auf die Gesellschaft, ihre Verfassung und Zustande gar keinen Einfluß üben konnte, - daß sie sich jeder- Verfassung,- jedem Zustande der Gesellschaft anschmiegte, ihre Wirksamkeit auf den Seelenzustand der Individuen beschränkend.! Im Gegensätze gestaltete sich - aber in der Erscheinung die Religion in äußerliche erscheinenden-Kirchen, stellte die Diener ihrer- Kulten als Priester außerhalb der Gesellschaft, sah ein höheres Moment, das Ewige und Ueberirdische/ als das ihrige allem an, und setzte sich