Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 5 (24.1.1848)
- Date
- 1848-01-24
- Page
- Seite 75 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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75 rtns t]W NVP, keine Rede ist*). Alles dieses und noch Anderes, von dem wir später sprechen werden, welches den Haupt- und Schlußring bildet, sind die Ringe dieser Kette. . , . Wer da weiß, was für eine, unendliche Kraft des Geistes, welche Macht des Verstandes dazu gehört, den verstreueten und zerstreueten Sand Israels (und dazu noch vor 22 Jahren, wo Einer von dem Andern nicht wissen wollte) zusammenzusammeln; wie M. das alte Räthsel gelöst und den Faden gefunden, der diesen Sand miteinander verbindet; wie es seine mächtigen Arme sind, die diese heterogenen Kräfte vereinigt, daß jede Ln ihrer Sphäre wirke und doch alle in einer Spitze auslaufen; — dem wird es bis in's Innerste der Seele wehe thun, daß M. solche unselige Erfahrungen machen mußte. Und den größten Theil dieser Schuld tragen wol doch die Wiener, die eigentlichen Wiener, die Tolerirten, die sich nicht wenig auf dieses Bewußtsein zu Gute thun, und unter diesen wieder die, die in den vordersten Reihen stehen; eben diejenigen, die jetzt den M. anklagen, er habe ihnen versprochen, sie weiter zu führen und sie jetzt stehen lasse. Sie waren es, die sich zuerst aus kleinen und kleinlichen Absichten von ihm, das heißt vom Tempel entfernt haben, und ihn so dem Landjuden qua8i in die Arme geschoben, für den der Gottesdienst ja vor wie nach erbaulich ist. — Als Eines von diesen wollen wir hervorheben die „Konfirmation", die doch gewiß zu den schönsten Institutionen der neuern Zeit gehört. Haben die Wiener — mit wenigen Ausnahmen — diese so segensreiche, so würdige Einrichtung fördern geholfen? Bereits einige Jahre sind vorüber, Herr M. hat von Zeit zu Zeit angekündigt, daß er die Konfirmanden unterrichten wolle, und doch kömmt es nicht zu jStande, obschon nach jeder Konfirmation die Anwesenden aufs Tiefste ergriffen, erschüttert und begeistert waren. Und aus welchen kleinlichen, geringfügigen Motiven wird es unterdrückt, und wie verschiedenartig. Der Eine hält von dieser Weihe Nichts — wieder ein Beleg für meine oben aufgestellte '.Behauptung; bei einer niü» hä zur Tora vorgerufen zu werden, wo das Kind öfters Nichts davon versteht, oder wo man ihm die mhvorliest, das *) Da gilt die Regel, die unsere Alten dem lieben Gott in den Mund'legen llplp V* *]iTi bp»-Vio und wir setzen gleich das Andere noch hinzu hl1> 1h« häl "nib hnü aVi. ja; aber Konfirmation, es ein neues Institut ist, nicht — dem Andern ist es unangenehm, sein Kind unter Andere zu schicken, vielleicht streift sich bei ihm der aristokratische Sinn, der ihm von Jugend auf eingeimpft wurde, ab, und dergleichen Lappalien mehr. Fassen wir dieses Bild, wie wir es hier in einzelnen Strichen entworfen haben, auf, und denken uns in die Mitte den Mannheimer mit dem regsten Eifer und dem unermüdlichsten Streben Etwas zu leisten; keine Arbeit und Mühe sparend, sein Amt so ehrlich als möglich nach bestem Wissen und Gewissen und dazu auf die höchst würdigste Weise (wie sie nur dem bestgebildeten ästhetischen Geschmacke eigen ist) zu bekleiden — denn noch ist Mannheimer Mannheimer, sein Streben ein ehrliches und redliches, ohne Rück- und Nebenabsichten und all sein Wirken zielt nur dahin, um das Erbe der Väter, für das sie Blut und Leben ließen, nicht für jeden Preis hinzugeben, der heute einen Werth hat und morgen keinen — und man wird es ganz natürlich finden, daß Herr M. dem alten Gottesdienste ein soviel als möglich würdiges Ansehen gegeben, manches Verjährte behalten, weil das Volk noch.zu viel Pietät dafür fühlt. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. o. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Aufforderung. Mit dem 1. Oktober 1848 wird die Stelle des Religionslehrers an hiesiger israelitischer Religionsschule erledigt. Dieselbe trägt 150 Thlr. und ist mit freierWohnung und Heizung, so wie mit mancherlei Nebeneinkünften verbunden. Unverheirathete sich hierzu eignende Individuen mögen unter Einsendung gehörig beglaubigter Zeugnisse über ihre sittliche und wissenschaftliche Qualifikation sich melden bei dem Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Köthen. Anzeige. Zum nächsten ‘JET tfi bei der jüdischen Gemeinde zu D rossen die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters zu besetzen. Das Nähere ist auf portofreie Anfragen zu erfahren beim Vorsteher Kaufmann.