Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 4 (17.1.1848)
- Date
- 1848-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XU. Jahrgang. Allgemeine No. 4. Zeitung -es Zu-enthums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. ' '•/ (Mit königl. sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 17.,Januar 1848. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner, zu Magdeburg. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart iirkl. des Titels, Registersu.s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst ni edrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thir. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen , an; der Hauptspcdition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. wohlldbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. In halt. Leitender Artikel r Einige Literaturbriefe. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Belgien: Brüssel. Italien: Rom, Rom. Großbritanien: London. Deutschland: Magdeburg,, aus Mecklenburg- Schwerin. Preußen: Berlin, aus dem Großherzog^ thum Posett. Literarische Nachrichtenr Magdeburg, Jerusalem. Ein Charakterzug . des-' Erzherzogs Karl< k.5der Wcchrhett getreu nacherzählt von Eph. Pollak. . Leitender Artikel. Magdeburg, 9. Januar. Einige Literatur-tLSfe. . &. (No. I. II. in No. 39. 41. 46. vor. I.) Ich breche den Faden meiner Briefe, in seiner etwas losen Haltung, vorerst vom letzt besprochenen Gegenstände ab, um Dir heute Etwas von und aus zwei neuen Erscheinungen mitzutheilen, die soeben am Horizonte der Literatur hervorgetreten. Freilich sind sie Beide himmelweit von einander verschieden, und ihre Autoren ahnten wol nie, in einem Athemzuge genannt zu werden; aber wenn sie der Zufall eben auf Meinem Schreibtisch züsammengebracht, so wollen wir dies den Schicksalen zuschreiben, denen, nach Horaz, auch die Bücher unterworfen sind: et 8va fata habentlibelli. Ich meine: den zweiten Band des Kosmos von Humboldt, und dann — „Rebekka und Amalia, Briefwechsel zwischen einer Israelitin und einer AdeligeN^Äer Zeit- und Lebensfragen.- Leipzig, 1847." 'Nun kommt Dir freilich die Zusammenstellung noch grotesker vor — diese Schrift eine leichte Perle aus den treibenden Wogen des Tagesjenes eine gediegene Goldmaffe/^Kervorgehoben aus den tiefsten Schachten des Geistes, der Natur und ^der-Geschichte — doch es war so in den Sternen geschrieben : beruhige Dich also. Aber Du bist ein scharfer Jnqm'sstöp; ich kenne Dich. Und so frägst Du: was willst Du vom Kosmos? Gehört er auch in die Allg. Zeit, des Judenthums? Ich antworte Dir: Meinst Du auch in versteckter'Ironie, daß es dem Judenthume oft genug an Kosmos (Schmuck, Ordnung) gefehlt, es oft genug sich aus dem Kosmos (Welt) in eine kleine, kleine, abgelegene Kammer zurückgezogen, und da, um der Ruhe zu genießen, sich abgeschlossen und abgeriegelt habe — so' wirst Du mir doch umgekehrt zugeben, daß jedenfalls das ' JudenthÜm ui den Kosmos gehört, und Du ihm nicht seine Stelle in der großen Weltordnung der Geschichte versagen wirst — überlassen wir dies seinen eingefleischten Gegnern. Doch kommen wir lieber zum Humboldt'schen Kosmos, an dem wir nicht minder eine tiefe Befriedigung empfinden werden, als an dem unendlichen Kosmos des unendlichen Werkmeisters. ' Humboldt versucht im zweiten Bande seines.Kosmos eine Darstellung zu. geben, inwiefekn die Völker der alten und Neüeri M m mehr oder minder lebhaftes