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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-12-22 · Heft 52 (22.12.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 52 (22.12.1845)
Date
1845-12-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ix.Jahrgang. Allgemeine No. SS. Ein unparteiisches Organ für! alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Br. Ludwig Philippson, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg: g U Lekp zig. (Mit König!. Sächsischerällergnädigster Konzession.) Leipzig, den 22. Dezember 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Aitels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes d ersel den die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. 3 n h a l t. Leitende Artikel: Petition der mährischen Juden. — Die beiden Matrosen. Äon Ludwig Wihl. Zeituntz-nachrichtenr Frankreich: Paris. Nordamerika: New-Uork. Preußen: Berlin. Deutschland: Frankfurt a. M. . Personal- und Lokülnachrichten: Frankfurt a. M., aus Sachsen. Korrespondenz: Berlin. Vorlesung des vr. S. Stern. II. III. Leitende Artikel. Alls Mähren, 14. Dezember. Petition bet mährischen Juden. Folgendermaßen lautet die Petition, welche durch die thätige Vermittlung des verdienstvollen Herrn Ko lisch in's Leben gerufen, und Sr. kaiserl. Hoheit dem Erzherzoge Franz Karl bei der Reise durch.Mähren von einer aus Rabbinen und Vorstehern bestehenden Deputation am 6. Oktober c. in' ftresnficr überreicht wurde. Es ist in dieser denkwürdigen Denkschrift ein Bild der traurigen Zustände der Israeliten Mährens gegeben, wodurch sie auch weitern Publikums Interesse erregen wird. Eure Majestät! Die treugehorsawsten Unterthanen israelitischen Glaubens der Provinz Mähren nahen sich ehrfurchtsvoll den Stufen des erhabensten Kaiserthrones, um ihre Hoffnungen und Wünsche vor dem gnädigsten Vaterherzen des angebeteten Monarchen in Demnth niederzülegen. Seit undenklichen Zeiten, weiter als di? Urkunden des Markgrafenthums reichen,' befinden sich die israelitischen Glaubensgenossen in dessen Gauen, und so weit die Geschichte Kunde giebt, waren sie ihren Beherrschern mit unwandelbarer Treue ergeben. — Geschützt von Ottokar II., gedrückt von Ladislaus, ging ihnen eine neue Aera auf unter dem allerdurchlauchtigsten Hanse Häbsburg. Stets haben die Regenten dieses hohen Stammes sie gewahrt in ihren Rechten und Privilegien. Aber in weit edlerm Lichte zeigen sich die Gesetze, die von den Monarchen in hoher Folgenreihe seit Joseph II. glorreichen Andenkens erstoffen sind; sie zeigen-von dem Geiste der höchsten Toleranz und wahrer Menschenliebe, und wie jene milden Herrscher in den Annalen der Geschichte als Sterne erster Größe erglänzen, so werden sie fortleben in unvergeßlichem Andenken ihrer israelitischen Unterthanen. Mein die Gesetze, wie solche seit 60 Jahren erschienen, sie wurden bloß mit der Bestimmung gegeben, die jüdischen Unterthanen vorerst zu einer ehrbaren Stellung im Staate vorzubereiten; wie dieses Se. h'öchstfelige Majestät Kaiser Franz I. in dem Patente für Böhmen vom 3. August 1797 allcrgnädigst ausgesprochen haben. — Im Eingänge zu diesem allerhöchsten Patente heißt es: „Um die Judenfchäft in Böhmen nach den angenommenen Grundsätzen der Duldung zum Besten des Staates und ihrer eigenen der bürgerlichen Bestimmung immer näher zu bringen, damit die Gesetzgebung de» Unterschied, den sie bisher zwischen christlichen und jüdischen Unterihanen zu beobachten gen'othkget war, endlich ganz aufzu-

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