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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-12-15 · Heft 51 (15.12.1845) · p. Seite 755

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 51 (15.12.1845)
Date
1845-12-15
Page
Seite 755 (sequence 11)
Language
German
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755 ist unsre Liebe nichts als Selbstsucht. Zn der Freundschaft verlangen wir Erwiderung, in der ehelichen Liebe find wir eifersüchtig, in der Liebe zum Vaterlande find Rang und Stellung, Reichthum und Macht, Ehr- und Ruhmbegier die bewegenden Triebfedern unsres Handelns, und so in allen übrigen Verhältnissen des Lebens. Man könnte die Liebe mit der Sonne vergleichen, deren Licht, und Wärmestrahlen wir empfinden, die wir aber niemals erreichen können, gebannt im Schatten der Selbstsucht. Und so zwingt uns denn auch die Idee der Liebe, die rvir uns in ihrer ganzen Tiefe zwar denken aber niemals verwirklichen können, dieser Widerspruch des Idealen und Realen, der in uns ewig ein solcher bleibt, ein Wesen außer uns zu setzen, in welchem derselbe seine Ausgleichung findet, ein Wesen, 'dessen Liebe und Selbstsucht in Eins zusammenfallen, dessen höchste Selbstsucht zugleich die höchste Liebe ist, und ein solches Wesen glauben wir in Gott. Jetzt nun sind wir im Stande die Frage: was Religion sei, zu beantworten. Religion ist das Streben des Menschen nach göttlicher Vollkommenheit, das Ringen nach der Ebenbildlichkeit Gottes. Änd was ist Gott? der urbildliche Inbegriff der höchsten Vollkommenheit, Gott ist die Unendlichkeit, Gott ist die Freiheit, Gott ist die Liebe. v. M. K. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen lV»Ngr. (i gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gesuche. Für einige Familien wird zu Neujahr oder Ostern 1846 ein Hauslehrer gesucht, der in den gewöhnlichen Schulgegenftänden, so wie im Französischen und Englischen zu unterrichten im Stande ist. Das Nähere ist zu erfragen bei Moses Heine in Mirow (Mecklenburg-Slrelitz), direkt oder durch Vermittlung der Buchhandlung von C. Brün slow in Neubrandenburg. - cy Ein an einer öffentlichen Schule in Mahren angestellter israelitischer Lehrer, der eine regelmäßige Schulbildung genoffen, an der Prager Universität Vorlesungen über philosophische Studien und allgemeine Erziehungskunde mir gutem Erfolge gehört hat, mit besonders empfehlenden Zeugnissen über seine bisherigen Leistungen als Erzieher und Lehrer sich ausweisen kann, sucht seine jetzige Stelle mit einer andern bei einer Gemeinde Ungarns oder Mährens zu 'vertauschen. Hierauf Reflektkrende belieben sich in portofreien Briefen an Herrn I. Nathan, Buchhändler in Pesth, oder an Herrn A. La mb erg, Rabbiner in Mreßlietz im Znaimer Kreise in Mähren, zu wenden. Diehiesige Lehrerstelle ist bis zum 12. März nächsten Jahres besetzt. Auf diese Zeit wünscht die hiesige Gemeinde einen Religionslehrer,. der zugleich auch das Vorbeten und das Schächter-Amt zu versehen im Stande istzu engagiren. Die auf diese Stelle Reflektirenden mögen sich in portofreien Briefen an den Unterzeichneten wenden. Moringen, den 1. Dezember 1845. G. H. Eliasberst, Vorsteher. CäT’ Die hiesige israelitische Gemeinde wünscht, daß sich ein jüdischer Fleischer mit einigem Vermögen hier niedertaffen möge, welcher die Lieferung des Koscherfleischbedatfs (circa 69,000 Pfund jährlich) übernähme, und will demselben sehr günstige Bedingungen stellen. Nähere Auskunft erlheitl auf frankirte Anfragen der Obervorsteher der israel. Gemeinde., Lewy. Stettin im November 1845. C5T* Ein mit tüchtigen pädagogischen Kenntnissen ausgerüsteter junger Mann, der in allen hebräischen Elementarfächern gründlichen Unterricht zu ercheilen vermag, kann, besonders wenn diese Fähigkeiten mit einiger Fertigkeit in der Kalligraphie verbunden sind, Anfangs März 1846 eine Anstellung an der hiesigen israelitischen Gemeindeschule, mit einem nach «Maßgabe der Leistungen sich bis auf 250 Thaler steigernden Gehalte finden. Die Herren Lehrer, welche sich um diese Stelle zu bewerben belieben, werden ersucht, die betreffenden amtlichen Zeugnisse über ihre Qualifikation zum Lehrfache und ihren religiös-moralischen Lebenswandel an den Unterzeichneten Vorstand in portofreien Briefen recht bald einzufenden. Ccefeld, den 1. Dezember 1845. Der Schutvorstand. L. Bodenheimer, Oberrabbiner. Ein jüdisches Mädchen, das im Wirthschaftsführew tüchtig bewandert ist, sucht eine Stelle als Wirthschaftecin m einem frommjüdischen Hause, wenn möglich in Mecklenburg oder den angranzenden Orten. Es wird wenig auf Gehalt, viel auf angenehme, fteundtiche Stellung gegeben, und kann der beste Nachweis beigkbrachk werden. Frankirte Adressen unter M. I. wird die Redaktion dieses Blattes anzunehmen die Güte haben.

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