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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-11-17 · Heft 47 (17.11.1845) · p. Seite 702

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 47 (17.11.1845)
Date
1845-11-17
Page
Seite 702 (sequence 10)
Language
German
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Weii Weck Icitist üüch Äiis ^5 rritlehÄs. TürDrach Wim Kap. 24®. 'U'MgeüH s. aüch -Tttt idill. Kap. 666 utid 6P9. Auf diese Weise glaube ich Mch M MMge gekechtftrtigt O chMü. H irsch CH aj es,. Kreismbbiner^ ZoVkiirtV> 16. 0ft. (Privatmttth.) Ich erachte es nicht unpassend, hiermit die Anzeige von dem Abstcrben des bekannten Schriftstellers .Herrn Sbmson Bloch dem Publikum mitzütherlen; da dessen Werke (übiÄ ^2'L)) über Asten und Afrika von den Kennern der hebräischen Literatur allgemein gewürdigt Wörden sind, so steht zu erwarten, daß diese wenigen Zeilen nicht ohne Theitttahme werden gelesen werden. Herr SaMson 'Bloch, 62 Jahre alt, ist in Kulikow seinem Stadtchemdes zolkiewer Kreises zwischeü Lemberg und Zolkiew) von bemittelten Aeltern geboren; er genoß 'M sorgfältige 'Erziehung Nach der zu jener Jett üblichen Meise, befleißigte sich durch Einfluß seines Onkets, Herrn Baruch Äey, des Studium 0er heiligen Schrift j und heiligen Sprache, 'in welchen er in der Folge einen; gewissen Grad von Vollkommenheit erreichte. Im Um-! gange mit dem seligen Gelehrten, Hertn Krochmal, lernte er j auch die Literaturgeschichte-würdigen, und auf dessen Veranlassung gab et das Sendschreiben Bedraschis (Verfassers des Bechinoth Olom) zur Vertheidigung gegen den von Raschb'a verbreiteten BanNstrahl, welches in den R. G. Ä. von Naschba 9fr. 416 und 417 abgedruckt sst, besonders heraus, Und bereicherte jenes Schreiben mit einer Vorrede und vielen Anmerkungen. Durch Anem-; pfehluttg des seligen würdigen Wolf Ber Schiff (im Jahre 4840 in Kraukau gestorben) wurde er bei der , Schmivtscheü B'uchdtUckecei ln Wien als Korrektor ati! die Stelle Bensew's berufen; dort gab er sein Werk heraus, was eigentlich eine Uebersetzung aus der „Rettung der Jüden^ von Mendelsohn ist, aber er bertt'chttte 'es mit einer großen Vorrede, um die Nothwendigkeit Wer Wissenschaften für den rabbinischen Stand aus dem Talmud zu beweisen. Nach seiner Heimath zurückkehrend, wurde er sowol durch Krochmal als durch Rappapvrt veranläßt, "etwas 'Nützliches für seine Glaubensgenbssm zu leisten, er gab 'daher eine Geographie von Ästen in 'iineM sehr glänzenden hebräischen Styl heraus, welches Werk, er Krochmal dedizirte. Sämmtliche Freunde der hebräischen Spräche in Brody und Lemberg zollten ihm ihren einstimmigen Beifall und 'Munterten ihn zur Herausgabe des zweiten Theiles auf, wbdchem WuHhe b'r -kbi M Folge entsprochen HÄ; denn nach Ved'läufvo'n Attigett JahM vbcfettigte ec den zweiten Shell über Afrika, Mchttt er Rappaport bMKrte. Dieser Theil eM'lllt äüch MancheWlographken über Älsas, MÜimonides, R. Nisstm und 'sonstige Zelebtitaten, die in Afrika geboren, oder sich dort ansässig machten. Nach Vollendung dieses Theiles unternahm er eine Reise nach Ungarn, Böhmen, Mähren Und Oesterreich, um seine Werke zu vertheilen; er fand zwar Anerkenn UUg von Setten der Gönner der hebt. Sprache, aber im Allgemeinen hat es ihn gereuet, diese Reise gemacht zu haben. Dieses war auch die Utsache, daß der dritte Theil, Europa, von dem ec Won ganz. Portugal, Spanien und eiuen Theil von Frankreich gearbeitet hatte, un terbrochen wurde. Im Jahre 1829, a ls ich zum zolkiew ec Kreisrabdlner ernannt wurde, habe -ich -ihn kennen gelernt, und seit jener Zeit besuchte er mich wenigstens einmal die Woche, manchmal auch in 'Gesellschaft Rappaport's. Im Jahre 18M gab ec Rafchks' Leben heraus, eine Uebetschung von Zunz kn bet wissenschaftlichen Zeitschrift des JudeUthüms, mit Anmerkungen bereichert sammt einer großen Vorrede. Sonst lieferte er Manches in den verschiedenen jüdischen Zeitschriften, als: Kerem Chemed, Zion Und jüngstMs im zweiten Heft der Vierteljahrschrift JecüschulajiM, redigirtvött Jakob Bodek in Lemberg. Er verfaßte außerdem Mehrere kleine Gelegenheitsschriften-, insbesondere ist -er -gegen Luzzatto ausgetreten, als dieser den MaiMonides ungebührlich behandelte; doch ist diese Schrift Mit so vielet Bitterkeit geschrieben, daß ihm abgerachen wurde, solche zu veröffentlichen, und biegt noch diese kleine -Schrift - als Manuskript unter dem Tibet: zwischen seinen Papieren. In den letzten Zeiten wurde er ber Schrkststellerer abgeneigt, verbrachte den -ganzen Tag mit der Belletristik und nahm selbst weniger Antheil an den Wirren des jetzigen Jüdeuthums in Deutschland. Seine Gesundheit wurdelängst untergraben, da er sehr reizbarer Gemüthsart war, woraus 'endlich eine -heftige Krankheit entstand. Er verschied üm 7. Oktober 's. um 2 'Uhr nach Mitternacht bei ruhigem GeMüthe, und nachdem er sich den ganzen Tag 'zuvor mit m ir über verschiedene wissenschaftlich theologische Gegenstände unterhalten hatte. (Gefertigter wurde auf seinen Wunsch am 6. berufen, ihn sowol zum Tode vorzubrreiten, als auch die Vormundschaft über sein einziges neunjähriges Kind zu übernehmen.) Friede mit seiner Asche! Hirsch CHajes.

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