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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-11-17 · Heft 47 (17.11.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 47 (17.11.1845)
Date
1845-11-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IX. Jahrgang. Allgemeine No. 4V. Zeitung des Zu-enthirws. Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergrrLdigster Konzession.) Leipzig, den J7. November 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, M ontags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigrnit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Rußland und die Juden. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Frankreich: Paris. Großbritanien: London. Rußland: von der poln. Grenze, Mitau. Deutschland: Schwerin, aus Baiern, Luxemburg, Gondershausen, Schwerin, Braunschweig. Oesterreich: aus Ungarn. Literarische Nachrichten: Berlin, Leipzig, Zolkiew, Zolkirw. Leitender Artikel. Magdeburg, den 10. November. Rußland und die Juden. (Fortsetzung.) Kaiser Nikolaus beabsichtigt nichts Anderes, als — durch unerträgliches Elend und unüberwindliche Noth die Juden zur Verzweiflung und damit in den— Schvvß dev vuffifch-gviechifchen Kirche zu treiben. Dies ist der einfache Satz, dies der Anklagepuukt, den wir ausgesprochen, und den wir jetzt ausführlich erweisen wolle». , Der Kaiser will die russische Nationalität mit Ausschluß jedes andern Elementes in Rußland herrschend machen, und darum alle seine Unterthanen in die russischgriechische Kirche, deren Oberhaupt als Zar er ist, führen. Dieser sein Zweck läßt ihn kein Mittel unversucht lassen, kein Mittel scheuen, um die GlaubenStreue der Juden zu brechen, und den Triumph des griechischen Kreuzes zu feiern. Was die Politik ihm nicht gut heißt, das befiehlt ihm seine Religion, und was die Religion verdammen könnte, das empfiehlt ihm seine Politik. Sehen wir nun, welche Wege er dazu eingeschlagen. I) Der Befehl im Jahre 1828, von de »Juden Rekruten zu nehmen. Allerdings versprach der Ukas vom Jahre 1828 den Juden dafür alles Gute, und der Monarch selbst dankte den Gemeinden, durch die er reiste, hundertmal persönlich für die Rekruten, und sprach seine Zufriedenheit aus: aber schon einige Jahre später wurde kein Jude.mehr zum Unteroffizier avancirt trotz dringender Vorstellungen — bei 25 Jahren Dienstzeit! — ja, vor einigen Jahren .wurde geradezu -erklärt, die im ttkase von 1828 den jüdischen Soldaten versprochenen Wohlthaten bezögen sich nur auf die, welche sich während der Dienstzeit getauft hätten, alle aber im jüdischen Glauben Verbleibenden sollten, davon ausgeschlossen sein. Noch mehr: im Jahre 1843 wurde an den Oberprokureur der Synode, Grafen Pratassoff, der geheime Befehl erlassen, einen Katechismus ausarbeiten zu lassen, nach welchem die russischen Priester die den Juden abgenommenen Kinder, um zu Soldaten erzogen zu werden, in dem christlichen Glauben unterrichten sollten. Endlich: im Februar 1844 wurde der. schreckliche Befehl gegeben, , daß die zu Soldaten Hinweggenvmmenen jüdischen Kinder, wie bisher, in die Soldatenschulea gebracht werden sollen, um als Christen erzogen zu werden, die erwachsenen jüdischen Rekruten aber weder zum Dienste in der Garde, noch

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