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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-27 · Heft 44 (27.10.1845) · p. Seite 667

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 44 (27.10.1845)
Date
1845-10-27
Page
Seite 667 (sequence 11)
Language
German
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667 nen Zusammenhang heraussinden kann, üeber den Untergang dieser Gemeinde berichtet uns die Geschichte, daß zur Zeit als Magdalene Zehussicky von Nestagow, Herrin auf Ratiborzitz war, etwa um das Jahr 1570 wurde ein in ihrem Schlöffe beclocner Ring bei einem skalitzer Juden gefunden, darüber habe sie den Juden in Skalitz ihren Schutz aufgekündigt. Der Bürgermeister des Städtchens ließ dies bekannt machen und fügte zugleich hinzu, daß wer sich etwas* von den Israeliten aneignet, es ihm auch zugehöre. Der Erfolg einer solchen Ankündigung war, daß am nächsten Morgen die Wohnungen der Israeliten in Trümmern lagen und daß die Graberstatte, der Ruhort einer zahlreichen Menge dahingeschiedener frommer Israeliten einem frisch geackerten Felde glich. Weniger Gewißheit läßt sich über das Alterthum der noch bestehenden Gemeinden, oder über die einzelnen Ansiedlungen der Israeliten des königgrätzec Kreises Nachweisen. Es lassen wol einzelne noch vorzufindende Gegenstände auf ein hohes Alter schließen, allein dies zu erörtern würde in diesen Blättern zu weit führen; auch ist es nicht die Absicht historische Antiquitäten, mitunter auch langst bekannte vorzuführen, möge es mir nur gegönnt sein, die Zustande der Gegenwart so einfach als möglich vorzuführen. Dem Gesetze der Wahrheit huldigend willich loben, was lobenswerth, aber auch schonungslos alle Mangel zeigen, und wo möglich auf deren Abhülfe hindeuten; denn nur dadurch kann das erreicht werden, was längst Noch Lhut, und was von denen gefühlt wird, welchen die Anhänglichkeit an den Glauben der Väter kein bloßes Erbstück ist, denen die Reform im Kultus kein leeres Schaugepränge, und denen die Anforderungen des Zeitgeistes an das Fortbestehen und die Gestaltung des Judenthums nicht als bloßer Wahn erscheint. Zugleich mögen diese Zeilen, -welche vor der Hand nur als eiw Versuch gelten sollen, dazu beitragen, die Verhältnisse der Israeliten eines weniger gekannten Kreises in Böhmen, der aber immer einige Beachtung verdient, einer größern Theilnahme zu empfehlen. Würden aber diese Zeilen auch zur Mittheilung der israelitischen Verhältnisse der übrigen 15 Kreise Böhmens beitragen, denen der geehrte Herr Redakteur dieser Blätter ihre Spalten gewiß dienstfreundlich öffnen wird, dann würde ich schon darin einen reichlichen Lohn für meine geringe Leistung finden. (Fortsetzung folgt.) - Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen iVrNgr. (i gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Bekanntmachung. Die Konkurrenz zur Bewerbung um das hiesige Rabbinat bleibt bis zum Ende Dezember d. I. offen: eine Erklärung, zu welcher wir un$' um so mehr-'veranlaßt sehen, als es einigen Organen der jüdischen Presse gefallen hat, unsre Wahl als schon entschieden zu betrachten, welchem Gerücht wir hiermit amtlich widersprechen müssen. Schwerin a. d. W., den 22. Oktober 1845. - Die Verwaltttngsbeamteu der jüdischen Korporation. © e f n ch e. Die hiesige israelitische Gemeinde sucht sofort oder für kommendes Semestereinen Lehrer, welcher zugleich das Amt eines Vorbeters und Schächters übernehmen kann. Nähere Auskunft gegen fcankirte Briefe bei PH. Brandt. Groß-Rhüben bei Seesen , Vorsteher, im Oktober 1845. Ein Uhrmacher-Gehülfe der in der Reperaturgeübt ist, findet von Weihnachten an beim Unterzeichneten ein dauerndes Engagement. Hierauf Restektirende wollen sich baldigst melden bei I. Frank, . Uhrmacher in Salzwedel. Ein unverheirateter Mann, jetzt Kantor und Schächter in einer kleinen Gemeinde, Schüler des riihmlichst bekannten Kantor Lichtenstein za Berlin,* wünscht zu Ostern 1846 in einem bedeutenden Orte ein seinen Kenntnissen entsprechendes Engagement (gleichviel ob der Gottesdienst mit oder ohne Chor) - zu finden.—- Er ist geprüfter Lehrer für vollständigen Unterricht, und nicht allein im Stande, in alten, wie in neueren Sprachen (französisch, englisch, italienisch) zu unterrichten, sondern auch Gesang und Musik zu lehren, und vermag gleichfalls für die merkantilische Laufbahn vorzubereiten. Zeugnisse werden.beigebracht. Hierauf reflektirende Gemeinden belieben ihre Addressen franco sub -J*. I-. an die löbl. Baumgärtner’sche Buchhandlung in Leipzig einzusenden, welche dieselben weiter befördern wird.

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