Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1845)
- Date
- 1845-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 44. IX. Jahrgang.' Älkgemerne Zeitung des Zudenthurns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzessicn.) Leipzig, den 27. Oktober 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22| Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Verhältnisse der israelitischen Gemeinde zu Berlin. (Schluß). — Ueber die Nothwendigkeit einer Versammlung jüdischer Kantoren Deutschlands, für die Verbesserung unserer Liturgie. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Dresden, Jchenhauftn, aus Baden, Altbreisach, aus Württemberg. Preußen: Neuß, vom Niederrhein. Oesterreich: Baja. Holland: aus demHaag. Jtalien: Frankfurt am Main. Korrespondenz: Israelitische Zustände im königgrätzer Kreise Böhmens. Mitgetheilt von M. T. Leitende Artikel. . Berlin, 20. Oktober. Die Verhältnisse der israelitischen Gemeinde zu Berlin. . (Schluß.) Wir haben in den vorhergehenden Nummern drei Piöceu vorgelegt, welche als Dokumente dreier, in Berlin bestehender Parteien angesehen werden, müssen. Wir lasen die renitirenden, jede Reform znrückweisenden, auch die geringste Veränderung; eines Gebrauches für unberechtigt erklärenden Antworten der Heiden älteren Rabbiuatsverwalter, wir. lasen das, , mit Widerwillen jeden Widerstand abweisende Gutachten, des jüngern Rabbinatsverwalters, wir lasen die, die erste Verwirklichung . der Bestrebungen der Reformgenosse,rschüft feiernde . Einleitungsrede. des vr. Stern. Auffallen mußte uns in dem Schreiben der Ersteren, daß der Umstand hervorgehoben ist, andere Gemeinden würden der berliner nachahmen, wie im Gegentheil iy dem Gutachten des vr. Sachs und im Begleitschreiben der Vorsteher, daß als hauptsächlichstes Moment die Reformen in anderen Gemeinden als Vorbild der berliner geltend gemacht wurden^ so daß also die Einen sagen, wetl Andere nachahmen würden, dürfen wir nicht, die Anderen, weil Andere vorangegangen, müssen wir ja reformiren — während die dritte Partei sich ihrer Selbstständigkeit freuet. Nicht minder macht es sich bemerklich, daß die Alten nur verlangen, ihre eine Synagoge sich unverkürzt zu erhalten, nicht verhehlend, daß sich anderswo die Anderen nach ihren Ansichten geriren könnten; daß die Genossenschaft Niemanden beeinträchtigen will, sondern nur verlangt, daß man sie unbehelligt ihren Weg gehen lasse;- daß aber die zweite Partei all' ihre Gegner ausschließt und sich allein der bestehenden Institute bemächtigen will. Endlich können , wir bemerken, daß in den vom vr. Sachs und den Vorstehern beabsichtigten Verbesserungen wesentlich die Ansichten der.Rabbinerversammlung sich ausgeprägt finden, der doch Sachs: wie Frankel so entschieden den Krieg erklärt, daß ' überhaupt der Widersprüche, nicht wenige da Sachs fremde Bestandtheile in den. Gottesdienst nicht, eingeführt haben will, dennoch aber auf deutsche Gebete und Gesänge dringt. Bis jetzthaben sich nur die beiden Extreme siegreich erwiesen, die alte'in der Erhaltung, die Genossenschaft in dem Aufbau. Die mittlere drang mit Nichts durch, als