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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-20 · Heft 43 (20.10.1845) · p. Seite 653

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 43 (20.10.1845)
Date
1845-10-20
Page
Seite 653 (sequence 9)
Language
German
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653 und entsprechend dem jetzt ausgesprochenen Wunsche der Volksvertretung, auch ein Gesetzesentwurf in der bezeichn'eten Richtung zur Verabschiedung vorgelegt wird, so mögen auch Sie, hochverehrter Herr, mit Gewißheit vertrauen, daß Ihr Name fortleben wird in dem Dankgefühl aller würtembergischen Israeliten. Empfangen Sie mit wohlwollender Nachsicht den Ausdruck der verehrungsvollen Anerkennung, welchen wir die Ehre haben Ihnen darzubringen. Im Namen und im Auftrag der sämmtlichen Würtemberger mosaischen Glaubens: M. Benedikt. Rechtskons. Jordan. B. Holland. Hofrath Kaulla. Kirchenrath Maier. Hofagent S. I. Kaulla. Br. Dreifuß. S. M. Kaulla. Kolleg. Assessor Dr. Weil. Rechtskons. L. Kaulla. Pfeifer. M. Kaulla. Frankreich. Pavrs, 1 .Oktober. Crvmieux ist zum Mitglied des Konsistoriums gewählt, jedoch nur mit einer Majorität von 3 Stimmen, nämlich mit 44 unter 82, und erst beim zweiten Skrutinium. Er hat die Wahl angenommen. Das Nähere in nächster No. Straßburg, im September. (Privatmitth.) Sie sind es einer sehr achtbaren Persönlichkeit schuldig, nachdem die Mg. Ztg. d. Iudenth. einmal Notiz von dem „Orgelstreite" in der hiesigen Gemeinde genommen hat, etwas Ausführliches darüber zu geben. - Ich werde mich kurz fassen. Es wurde aufBetrieb des commissaire-surveillaiit der hiesigen Synagoge, Hrn. G. Z. Blum, eine, von 66 Mitgliedern der Gemeinde Unterzeichnete Petition, die Orgel in die Synagoge einzuführen!, an das israelit. Konsistorium des Mederrheins gerichtet, sowie dies bereits in Marseille und Nancy geschehen, in Lyon und Lille bevorsteht. — Hierauf richtete das Konsistorium ein sehr bitteres Schreiben an Herrn Blum persönlich, worin es ihm, ohne auf die Frage über die Orgel einzugehen,. Vorwürft machtdaß er, den das Konsistorium gegen seine Feinde wiedecholt geschützt und sich se l b ff dadurch die heftigsten Gegner zuZezogen habe, diesen Gegenstand betrieben habe, der die Zwietracht in der Gemeinde nur mehren müßte. — Herr Blum zögerte nicht, in einem länger» Schreiben zu zeigen, wie er nur das Beste des Gottesdienstes im Auge habend und nicht im Entferntesten um Streit anzufachen, die Petition verursacht habe, wie er niemals persönlich Feinde gehabt, sondern sie nur durch die Ausführung der Befehle des Konsistoriums erhalten, was er durch viele Fakta belegt, wie er niemals geglaubt, für 13jährige treue Amtsführung, so belohnt zu werden, indem er zugleich seine Demission von diesem Ehrenamte gab. — Diese sämmtlichen Schreiben hat Herr Blum jetzt durch eine Lithographie veröffentlicht. Italien. Frankfurt mn Main, 12. Oktober. (Privatmitth. Stiftungen und Vereine in Mantua.) Die italienischen Gemeinden und insbesondere diejenigen, welche unter österreichischer Regierung stehen, leisten erstaunlich viel durch wohlthatige Stiftungen und Vereine. Will man ihnen auch nicht ganz mit Unrecht vorwerfen, hierin zu weit zu gehen und dem Pauperismus fast eher Vorschub zu leisten, anstatt ihn zu tilgen, so muß man doch die Opfer, die der Einzelne bringt und den Geist, der zu denselben auffordert, anerkennen. Am Meisten leistet in dieser Hinsicht Mantua, wo auch die nummerisch stärkste Gemeinde sich befindet. Ihre Zahl beträgt etwa 1900 bis 2000 Seelen. Es dürfte nicht ohne Interesse sein, eine Uebersicht der dort bestehenden Stiftungen und Vereine zu betrachten, zumal einige derselben historische Erinnerungen darbieten. Wir geben dieselben so wie sie uns im Originale zugestellt werden und sind bereit, auch über andere italienische Gemeinden, deren innere Verhältnisse uns aus sorgfältigen Darstellungen bekannt sind, mitzutheilen °). In Mantua bestehen folgende Stiftungen und Vereine: 1. rp'nsrhnri (Verein der „Bundesbrüder Abrahams", der Name ist entlehnt aus Gell. XVI. 13, bezeichnet aber hier nach neuhebra sicher Redeweise: herein zur Üntetstützung der Hausväter^ welche eine Beschneidung feiern.) Gestiftet vor 1744, bestehend ans 60 MiHliederll. Jeder zahlt bei der Geburt eines Kindes, das eines Gevatters (jbuö *) Werden uns willkommen sein. Redakt. 43»

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