Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 43 (20.10.1845)
- Date
- 1845-10-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IX. Jahrgang. Allgemeine No. 43. Zeitung des Zudenthmns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung z u'Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Konzession.) Leipzig, den 20. Oktober 1845. '.Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22-*- Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Ztlle Buchhandlungen/ Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Verhältnisse der israelitischen Gemeinde zu Berlin. Zeitungsnachrichten r Preußen: Breslau, Berlin, Magdeburg, Berlin', Posen. Deutschland: Hannover, ' Braunschwcig, Frankfurt am Main, aus Würtemberg. Frankreich: Paris, Straßburg. Italien: Frankfurt am Main. Rußland: St. Petersburg. Literarische Notizen: Minden. Leitender Artikel. Berlin, 14. Oktober. Die Verhältnisse der israelitischen Gemeinde zu Berlin. Als ein Gegenstück zu dem in vor. Nummer mitgeiheilten Aktenstücke geben wir jetzt die Rede, welche Herr vr. Stern am Vorabend des Neujahrsfestes beim Beginn des Gottesdienstes für die Reformgenoffenschaft hielt. Sie lautet: Wir loben Gott den Herrn von jetzt an und in Ewigkeit, Hallelujah! Ja meine thenren Freunde und Genossen, wir loben den Allgütigen, der uns bis hierher geführt hat wir bauen auf ihn, Er wird uns weiter führen. — Denn nicht mehr um gemeinsam zu berathen, über das was wir zu thun und zu erstreben haben, sind wir hier versammelt, sondern um gemeinsam zu beten zum einigen, ewigen Gott; nicht mehr um zu snchen nach dem Wege, auf dem wir zu unserm Ziele gelangen mögen, sondern um Ihm zu danken, daß er uns bis hierher auf demselben geführt hat. Das neue Jahr, dessen erste Stunde gegenwärtig aus dem Meer der Zeiten für uns emporsteigt, ist uns nicht ein Jahr gleich vielen Jahren, es ist uns der Beginn einer neuen Zeit, der Beginn einer höhern und innigern Wiedervereinigung zur Anbetung Gottes, dessen Dasein unseren Vätern verkündet wurde, einer wahrhaften Wiederbelebung unserer heiligen Religion in unserm Gemüth, einer festen und unauftö.slicheck Verbrüderung, von nun an miteinander in dieser Religion mit ihr und für sie zu leben und zu wirken.- Das neue Jahr soll für uns zu einer neuen Zeit werden, in der wir das durch die That zu bewahrheiten haben, was wir bisher nur in Worten auszusprechen vermochten. Ein Wort, ein verklingendes Wort wurde von wenigen Männern aus unsrer Mitte gesprochen, nnd den Glanbensbrüdern nahe und fern zugerufen. Aber das Wort trug das Gepräge der Wahrheit an seiner Stirne, der Odem einer warmen und innigen Begeisterung durchwehte es, und der Geist einer wahrhaften Religiosität hatte es cingegeben. Darum ist dies- Wort nicht verklungen, nachdem es gesprochen war. Hunderte in der Nähe und Hunderte in der Ferne machten es zu dem Ihrigen, und wollten Antheil haben an der That, die in demselben verkündet war. Und. selbst die Männer, denen Tausende die Erhaltung und Belebung unsrer Re.