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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-10-06 · Heft 41 (6.10.1845) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 41 (6.10.1845)
Date
1845-10-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ix. Jahrgang. Allgemeine No. 41. Zeitung des Iudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädkgster Konzession.) Leipzig, den 6. Oktober 1845. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags', und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben -ie.allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (J Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22£ Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die nöthige Kühnheit in Erforschung und Bewahrung unserer Glaubenswahrheiten. Ein Wort zur geneigten Beachtung von Moritz Feitel. — Etwas über Dogmatik, mit besonderer Beziehung auf die in den Gebeten vorkommenden Glaubensartikel, von D. Oppenheim , Nabblnatskandidat. Zeitungsnachrichten: Preußen: Magdeburg, Berlin, Breslau. Deutschland: Dresden, Frankfurt am Main, Kassel, Hamburg. Oesterreich: aus Böhmen, Pesth. Palästina: Konstantinopcl, Jerusalem. Literarische Nachrichten: Groß-Kanischa. Leitende Artikel. Aus Ungarn, den 15. September. Die nöthige Kühnheit in Erforschung und Bewahrung unserer Glaubenswahrheiten. Ein Wort zur geneigten Beachtung von Moritz Feitel. -ImTraktate Bezn, Seite 25b heißt es: swn asa, banunb irr-nn nsra. na asa r “paa .w ^nw, welches zu deutsch heißt: im Namen des Rabbi Meier wurde gelehrt: darum wurde die Tora an Israeliten gegeben, weil sie kühn sind. Diese Stelle würde einem Ghillaoy und Eisenmenger Herzenslust gewährt haben — und mich soll sie in der Betrachtung leiten, wie Israel zur Erforschung und Bewahrung seiner ihm über Alles heiligen Glaubenswahrheiten ungewöhnliche Kühnheit benot hige. In Anbetracht unsres Glaubens, daß der Allmächtige, Schöpfer, Lenker und Erhalter des Weltalls sich herabließ, uns seinen heiligen Willen zu offenbaren, daß er uns Gesetze für's Leben in den Mund seines Lieblings Moscheh legte, würde es Niemand wundem dürfen, wenn Israel vor jedem Buchstaben, der einst dem Munde des Allerhöchsten entfuhr, abgöttisch knieen, vor jedem seiner einstigen Laute wie Espenlaub erbeben — und immer über Worte und Sätze, die der erhabensten Urquelle alles Daseins entströmten, nachzudenken sich erkühnen würde. — Za, im Entferntesten wäre es auch wirklich einer minder kühnen, die Ebenbildlichkeit Gottes weniger in. ihrer geistigen Freiheit erkennenden Nation nicht in Sinn gekommen, den Maaßstab menschlicher Vernunft zur Auffassung des göttlichen Willens zu gebrauchen. . Ein feiges, knechtisches, blödes und blindes Hinnehmen der Lehre Gottes wäre aber gerade gegen die Absicht dessen, der selbe nur rm-inn na zur Läuterung und Erhöhung seiner vernünftigen Geschöpfe verlieh; — und er wußte daher jenes Volk zu dem Träger seiner, das zukünftige Heil der gesummten Welt vorbereitenden Wahrheiten, zu den Verkündern seiner Lehre machen, welches im Bewußtsein seiner moralischen Freiheit, Kühnheit genug besitzet, ein tieferes, nach Wahrheit ringendes Eingehen in den Buchstaben des göttlichen Gesetzes sich zu erlauben.

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