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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1845-09-01 · Heft 36 (1.9.1845) · p. Seite 542

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
9 (1845)
Issue
Heft 36 (1.9.1845)
Date
1845-09-01
Page
Seite 542 (sequence 2)
Language
German
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542 Was ich verlassen, gefloh'n, das Weh' und den Schmerz und Hk Trübsinns Sehet, ihr Söhne des Ostens, dies Eine, dies Eine verlang' ich: Nicht die prächtigen Rosse, und nicht die glanzenden Schwerdter, Nicht die Haufen der Sklaven, und nicht die hellen Gewänder, Nicht den Zug der Kamele, und nicht die indische Myrrhe — Aber dies und allein: das süße Vergessen, das Träumen, Das Versinken in sich im leichten Wiegen des Geistes! Sieh, da steiget der Geist in den schwankenden Nachen des Traumes, Leise hebt er die Ruder, vom User ist er gestoßen In die kräuselnde Welle, die auf und nieder er hüpfet; Wie sie steiget und fallt im wechselnden Zuge der Flache, Steigt er hinaus und hinab, und schaukelt und schäumet und spielet; Erst erblickt ec sein Bild, bald weiter gezogen, bald enger, Lächelt darob, dann wirft er von seinem Leib die Gewänder, Springt aus dem Nachen, hinein in die helle, krystallene Tiefe; D'runter ruht er kn kühlenden Grotten, erhebt dann die Arme, Um zum goldenen Strahl der Sonne zu kehren, und wieder Taucht er hinab, und schlummert zuletzt, und hat sich — vergessen. Ja, das vermagst Du, Du Kind des glühenden Ostens, vermagst es. Aber kennst Du den Fluch, der die Söhne des Westens verfolget. Von der Wiege zum Grab, von einer Pforte des Lebens Bis zur andern, an ihre Sohle geheftet, sie rastlos Treibend die Pfade, bergauf und bergab, aus der Tief' in die Höhe, Keinerentflieht, und ob,er entflöhe, bald ist ec erreichet Und ergriffen vom Arme, vom eisernen Arme des Lebens? Sieh, die Welt zu erforschen, die Welt zu erobern, die Welt auch Nach dem - eigenen Willen beherrschend zu formen, da ziehen Kühn die Jünglingenus, das ist das Werk ihres Lebens, Daran setzen sie muthig die Kräfte des Leibes und Geistes, Und der Tod ist Ler Sieg, nachdem das Leben die Knechtschaft. Sieh, nun erhebt sich der Streit: ein Jeder Apostel, ein Jeder Ist sich Prophet, nun wogt es, nun häuft sich die .maßlose .Wjkre, Was sie Mbmrrt, sie reiße» es ein, um noch «Snmal zu bauen, Bis der Meister zu Staube, und mit ihm sein Bauwerk, zerfallen! Sieh, das ist dann Beruf, das ist die Bestimmung, der Entzweck, Dazu ward uns die. Kraft, und Ringen ist Leben, so sagt man, Aber was unerreichbar, das nennen wir recht erst — die Ziele! Darum bin ich gekommen zum Schatten der strebenden Palme, Darum zur blühenden Flur voll Rosen, Narzissen und Lilien, An dem murmelnden Bach auf schwellendem Teppich zu lagern, An dem Fuße des Carmel, Euch grüßend, ihr Söhne des Ostens. Seht, ich schlage die Harfe, und lasse sie zitternd erklingen: Unter Palmen, auf den Auen Will ich träumen, träumend schauen Dort die Wüste, Hier die Küste, Hier den goldnen Sonnenschimmer, Dort die altergraucn Trümmer. Leise kommt der Duft gezogen, Leise kommt der Hauch geflogen. In den Blättern leises Kosen, Leises Schwirren in den Rosen: Träume ..... Zeitungsnachrichten. Frankreich. Paris, 29. Juli. (l’Univ. isr.) Die größte Ruhe fährt fort, in der israelitischen Metropole Frankreichs zu herrschen. Nichts scheint im Stande zu sein, sie aus ihrem glücklichen Schlummer zu erwecken, in welchem die politische Freiheit, die Genüsse und die materiellen Beschäftigungen, vor Allem aber die religiöse Indifferenz sie für immer versenkt zu haben scheinen. Heute feiert man den fünf-

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