Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 9 (1845)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1845)
- Date
- 1845-08-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ix.Jahrgang. Allgemeine No. 35. Zeitung des Zu-ertthurns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Konzession.) Leipzig, den 25. August 1645. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. «mfaffen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; - 1 Zt)U, 15 Ngr. (I Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22} Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen. Postämter nn> Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Das Wort der Völker an Israel, und das Wort Zsrgel's an die Völker. Zeitungsnachrichten: Preußen: Breslau, Magdeburg, vom Niederrhein. Deutschland: aus der baierischen Pfalz, vom Neckar. Frankreich: Paris. Personal- und Lokalnachrichten und Notizen: Krefeld, Frankfurt a. d. O., Heidelberg, Berlin, Dresden. Korrespondenz: Russisch-jüdische Skizzen. (Fortsetzung). Leitender Artikel. Magdeburg, 18. August. Das Wort der Völker an Israel, und das Wort Israel's an die Völker. Fragment einer Tischeah-Beab- Predigt. (Ueber Jeschaj. 61, 6.) I. Zuerst die Vergangenheit, dann die Gegenwart, denn diese bauet sich aus jener auf; diese ist eine Folge jener. Seit dem Augenblicke, wo Israel in Berührung und darum in Kampf trat mit den Völkern der Erde: was war da das Wort der Völker an Israel? Dieweil du nicht sein willst wie wir: so wollen wir dich vernichten! Nichts Anderes. Gehen wir von dem heutigen Tage aus. Rom sandte nach Jeruschalajim: Richtet goldene Bildsäulen unseren Kaisern auf und betet sie als Gottheiten an, wie wir es thun. Aber Jeruschalajim wollte nicht: Menschen sind nicht Gott, und Bildsäulen dürfen wir nicht anbeten, seien sie von Gold oder Holz, seien sie des Kaisers oder Anderer. So antwortete Rom: so wollen wir dich vernichten. Daraus entsprang der Kampf, darum fiel Jeruschalajim, darum wurde Israel aus seinem Lande in die Länder der Erde getrieben. Und dieser Vernichtungskrieg gegen Israel hörte niemals auf. Als das Heidenthum gefallen, und das Christenthum und der Islam die Throne der Welt bestiegen hatten: immer hieß es, Israel werde wie wir, oder wir vernichten dich. Als die Römer gefallen, und die Germanen die Throne der Welt bestiegen hatten: für Israel war keine Ruhe gekommen, man wollte es nochimmer vernichten. Als Christen und Muselmänner um den Besitz Jeruschalajims Jahrhunderte kämpften, zunächst wandte sich Beider Wuth gegen Israel, um es zu vernichten. Aber man konnte es nicht vernichten; denn erstens war Israel ein Volk des Friedens: es trug keine Waffen/ es wehrte sich nicht, eS duldete nur; es hatte nur Thränen und Hoffnungen zur Abwehr, und dahin hat es die Menschheit nie gebracht, ein großes Volk von Wehrlosen, mir nichts, dir nichts zu tilgen. Und zweitens war Israel weit zerstreut, so man es also hier tilgte, stand es anderswo wieder auf; so man an vielen Orten eS schlug, erholte sich eS wieder an vielen anderen. Wohl, da also die Völker eS nicht vernichten konnten, wasthatman? Man verfolgte